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Hilfe für Flüchtlinge durch VFP-Mitglieder - Zwischenbericht

Hilfe für Flüchtlinge durch VFP-Mitglieder - ZwischenberichtAuf unseren Aufruf hin haben wir eine ganze Reihe von Rückmeldungen bekommen. Einzelne KollegInnen schrieben uns, wie sie sich bereits bei Hilfsorganisationen vor Ort engagieren – entweder beim direkten Einsatz für Flüchtlinge oder als Supervisoren und Begleiter für andere ehrenamtlich tätige Helfer.

Wieder andere halten jede Woche einige kostenlose Sprechstunden/Sitzungen für Betroffene, weisen aber auch darauf hin, dass sie das nur begrenzt tun können, um genügend Kapazitäten für ihre reguläre Beratungs- und Therapietätigkeit und damit ihren Broterwerb übrig zu behalten.

Länder und Kommunen, die Sozial- und Jungendämter sowie die Krankenkassen haben unsere Möglichkeiten als Psychologische Berater und Therapeuten noch gar nicht entdeckt. Deshalb werden wir als Berufsverband auf Ebene des Bundes und der Länder unsere Unterstützung anbieten. Zielsetzung ist dabei vor allem, den Helferinnen und Helfern in den Städten und Gemeinden Handreichungen und konkrete fachliche Begleitung zu geben: Mit bundesweit über 9.400 Mitgliedern sind wir in der Lage, schnell, unkompliziert, bedarfsorientiert und vor Ort zu helfen. Und wer sich dafür qualifizieren möchte, findet bei den Paracelsus Schulen auch schon erste Angebote, z.B. in Hamburg das Seminar: Effizient helfen: Junge Asylbewerber/Innen emotional begleiten und leiten – Näheres hier: http://goo.gl/wW31DW

Für eine reguläre Psycho- und Traumatherapie, die sehr viele Flüchtlinge brauchen würden, fehlen die approbierten Therapeuten – die ohnehin monate- bis jahrelangen Wartezeiten sind bekannt. Menschen, die sich noch im Asylverfahren befinden, haben zudem noch keinen Anspruch auf eine Therapie, die von den Krankenkassen bezahlt würde. Und das nächste Problem besteht darin, dass die Krankenkassen auch nicht verpflichtet sind, einen Dolmetscher zu bezahlen! Wie soll da Psychotherapie funktionieren können?
Sprachbarrieren erschweren die Behandlung von Flüchtlingen. Doch für eine ordnungsgemäße Anamnese, Befunderhebung, Diagnose und Behandlung muss ein Patient verschiedene Fragen beantworten. Zudem ist sicherzustellen, dass der Patient in die Behandlung einwilligt. Hier finden Sie wichtige Tipps und Links, die die Kommunikation mit fremdsprachigen Patienten erleichtern und so die therapeutische Versorgung unterstützen:

Anamnesebögen in 14 Sprachen bietet der Verein „Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.“:

Nützliche Wörterbücher: Kostenloses online Langenscheidt Wörterbuchmentor.duden.de

Bildwörterbuch „point it – Language kit for refugees“, das speziell auf die Bedürfnisse von Flüchtlingen ausgerichtet ist

Dolmetscher: Bei seltenen Sprachen können Dolmetscher überregional per Telefon oder Skype zugeschaltet werden. Nach § 6 AsylbLG liegt es im Ermessen des Sozialhilfeträgers, Dolmetscher zu beauftragen und entsprechend zu vergüten, was bei traumatisierten Flüchtlingen (Opfern von Folter, Vergewaltigung oder anderen Gewalttaten) Pflicht ist. Sie sollten sich aber vorher beim zuständigen Sozialamt wegen der Vergütung des Dolmetschers absichern. - Eine Liste bundesweit tätiger Dolmetscher bietet der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V.

Selbsthilfe-Möglichkeiten:
Unser Mitglied Dr. Martin Lüthke weist alle Betroffenen und Helfer auf die sehr effektive Methode „Trauma Tapping Technique“ hin, die von der gemeinnützigen schwedischen Organisation www.peacefulheart.se publik gemacht und anschaulich in einem Kurzvideo vorgestellt wird: www.selfhelpfortrauma.org

Nichts zu tun, ist nicht nur unverantwortlich den Betroffenen gegenüber, sondern wird auch die Gesellschaft insgesamt teuer zu stehen kommen.