Aktivrente auch für Selbständige!
Zum 1.1.2026 hat die Bundesregierung die sogenannte Aktivrente eingeführt: Wer die Regelaltersgrenze (66 Jahre und vier Monate) überschreitet, soll künftig bis zu 2.000 € pro Monat steuerfrei dazuverdienen können. Statt das Renteneintrittsalter zu erhöhen, soll so ein finanzieller Anreiz gesetzt werden, länger zu arbeiten. Das ist grundsätzlich begrüßenswert – doch die geplante Ausgestaltung sorgte für scharfe Kritik. Denn diese Steuerbefreiung gilt nur für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und nicht für Selbständige – eine eklatante Ungleichbehandlung!
Im Gesetzentwurf vom 9.10.2025 hieß es dazu, für Selbstständige bedürfe es „keiner weiteren Anreize zur Weiterarbeit". Aus Sicht des „Verbandes der Gründer und Selbständigen Deutschland“ (VGSD e.V.) und der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbständigenverbände (BAGSV e.V.) ist das nicht nur zynisch und ein Schlag ins Gesicht für hart arbeitende Selbstständige, sondern auch verfassungsrechtlich fragwürdig – ein möglicher Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz (Art. 3 GG). Denn viele Selbstständige sind rentenversicherungspflichtig (§ 2 SGB VI) und zahlen teils deutlich höhere Sozialversicherungsbeiträge als vergleichbare Angestellte. Sie aktiv in die Systeme einzubeziehen, sie aber bei Vergünstigungen auszuschließen, wirkt widersprüchlich.
Deshalb initiierten sie eine Petition, die sie über 102.000 Menschen unterschrieben und unterstützt haben. Sie wurde Ende letzten Jahres im Bundestag übergeben – aber gleichwohl wurde das Gesetz so verabschiedet.
Deshalb rufen die beteiligten Verbände alle Selbständigen auf, sich weiter für ihre Rechte zu engagieren:
„Jetzt geht unser Einsatz in die nächste Runde: Die Forderung nach einer fairen Aktivrente für Selbstständige ist Teil der bundesweiten Volksabstimmung 2026. Bei der Themenwahl hat sie sich gegen mehr als 300 andere Vorschläge durchgesetzt und mit 10.448 Stimmen den 2. Platz erreicht. Das ist ein wichtiger Erfolg, weil unser Anliegen damit aus der politischen Nische in eine breitere Öffentlichkeit getragen wird. Je mehr Menschen sich beteiligen, desto größer wird der Druck auf die Politik, die bestehende Ungleichbehandlung endlich zu korrigieren.“
Nähere Informationen gibt der VGSD hier:
www.vgsd.de/abstimmung21-stimme-jetzt-ab-fuer-eine-faire-aktivrente-fuer-alle-selbststaendigen/?cs=rp
Wer die Forderung unterstützen möchte, kann sich jetzt für die geplante Volksabstimmung dazu registrieren. Für die Teilnahme per Brief ist das noch bis 9.8.26 möglich. Auch online ist die Anmeldung inzwischen möglich: Dafür legt man zunächst ein Konto an oder vergibt ein Passwort, falls bereits man bereits ein Konto hat. Anschließend muss das Konto verifiziert werden, denn nur verifizierte Personen sind stimmberechtigt. Alle weiteren Schritte, Fristen und Informationen zur Abstimmung gibt es hier:
abstimmung21.de/#abstimmungsunterlagen
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