Der Rythmus der Regulation
SUCHE NACH SICHERHEIT UND SOZIALER VERBUNDENHEIT
Für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hat die Bundespsychotherapeutenkammer 2024 die „Alarmstufe Rot“ ausgerufen: Viele Kinder und Jugendliche machen sich Sorgen um ihre Zukunft, fühlen sich einsam, sind von starker Trauer oder Niedergeschlagenheit betroffen. Es muss mehr getan werden für die junge Generation!
Im Detail wird darauf hingewiesen, dass rund 20% der Kinder und Jugendlichen an einer psychischen Krankheit leiden, was einer Verdoppelung zum Zeitraum 2008-2019 entspricht. Die Einsamkeitsbarometer 2024 und 2025 weisen auf Belastungen hin, die in Zusammenhang mit psychischen Krankheiten stehen. Bei Kindern kann aktuell aufgrund ihrer häufig sichtbaren Symptome Traurigkeit, Leere, Lustlosigkeit, Langeweile und Angst vermutet werden, dass sie ähnlich hoch wie (junge) Erwachsene betroffen sein könnten. Wie ernst der Hinweis auf „Alarmstufe Rot“ zu nehmen ist, unterstreichen Statistiken und Studien konkret: Während in 2020 in einer Übersichtsarbeit zu „Suizidalität im Kindesund Jugendalter“ einleitend erklärt wurde „… Wenngleich Suizide bei Minderjährigen in Deutschland – ausgehend von absoluten Zahlen – selten vorkommen …“, veröffentlichte z. B. die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau am 10.09.2024 „Suizid ist die häufigste Todesursache bei 10- bis 25-Jährigen“; sie weist darauf hin, dass „einige“ von einer „Mental-Health-Pandemie“ sprächen.
Auf die Frage, wie es denn zu solch einer dramatischen Entwicklung kommen konnte, gibt es keine wirklich neuen Antworten. Doch möglicherweise ergibt sich aus der Addition der aktuellen Entwicklungen der mehrdimensionalen Lebenszusammenhänge das Erfordernis genaueren Hinsehens auf den sich eigentlich schon länger abzeichnenden Handlungsbedarf. Inzwischen werden die gegebenen vielfältigen menschlichen Mangelsituationen im Alltag noch transparenter. Auch der Umgang der Menschen untereinander hat sich deutlich zu mehr Distanz, Funktionieren und Verdrossenheit verändert.
Um die Situation auszuhalten, mussten Kinder ihre Bedürfnisse unter- drücken.
EINE NATION IM KOLLEKTIVEN PSYCHISCHEN NOTSTAND?
Inzwischen wird nicht mehr nur die Frage gestellt, inwieweit die „Pandemiezeit“ wie ein Brandbeschleuniger der bisher eher wenig oder gänzlich unbeachteten gesellschaftlichen Hotspots wirkte, wie Schwangerschaft und Geburt, Krippenunterbringung, Kindergarten- und Schulzeit, Arbeitsbedingungen, Lebenswirklichkeiten von Senioren, Migranten, „Randgruppen“, wirtschaftliche Entwicklung und ihre Folgen usw. Markant war, dass nicht nur von den Medien in jener Zeit permanent vermittelt worden war, dass Kontakt mit anderen Menschen potenziell tödlich sein könne. Dadurch wurden bei den Menschen ihre unbewussten, häufig früh entstandenen (ab der Zeugung) existenziellen Ängste breitflächig mit entsprechenden Folgen getriggert; soziale Isolation verstärkte die Furcht. Auch das Zusammenwirken unter Pandemiebedingungen in Familien, Schulen, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen als auch außergewöhnliche berufliche Herausforderungen öffneten besondere Spannungsfelder, die völlige Verunsicherung und extreme Disziplin bzw. absolute Unterordnung gegen das eigene Innere forderten.
KINDER UND JUGENDLICHE WAREN HÄUFIG AUF SICH ALLEIN GESTELLT
Ihnen wurde überfordernde Verantwortung für die Gesundheit der Lehrer, Eltern, Großeltern usw. übertragen. Alle Maßnahmen erzeugten bewusste oder unbewusste neue existenzielle Ängste.
Kinder konnten sich kaum gegen die Anforderungen des Umfeldes wehren. Sublim wurden ihnen Sichtweisen wie „das ist ja alles nicht so schlimm“ zu ihrem Erleben untergeschoben oder sie wurden mit Gewalt oder Liebesentzug bestraft. So lernten sie, ihre Bedürfnisse zu verleugnen, still-, durch- und auszuhalten (brav sein!). Um die Situation aushalten zu können, waren die Kinder genötigt, ihre Bedürfnisse zu unterdrücken, unbedingt und klaglos zu funktionieren und die belastenden Gefühle zu verdrängen. Die an sie herangetragenen, teils apodiktischen Forderungen nach mehr Resilienz wurden überstrapaziert. Latent vorhandene Ängste beschleunigt, verstärkt, noch mehr verdrängt.
Vermehrte Symptome folg(t)en: (vor allem Depression, Anorexia nervosa, Borderline-Syndrom, Zwangsund Angststörungen bis zu Psychosen und Suiziden. Im Laufe der Zeit setzte schleichend eine Traumatisierung mit einer gewissen fortschreitenden Selbstlähmung und Selbstentfremdung ein, die mit Folgen für lebendiges Denken, Fühlen, Empfinden, Kreativität oder mit Schmerzen einhergehen konnten. Die entstandene starke Verunsicherung multipliziert(e) sich durch die Auswirkungen der globalen Krisen der Welt, die auch Kinder hautnah miterleb(t)en, z. B. Veränderungen der wirtschaftlichen Situationen der Eltern, Kriegs- und Katastrophenängste, Wahrnehmung des Schicksals von geflüchteten Mitschülern, viele Todesfälle in den Familien.
Tatsache ist auch: Der überproportional gestiegenen hohen Nachfrage stehen viel zu wenige Therapieplätze mit sehr langen Wartezeiten gegenüber. Politische Bedarfsplanungen und Ressourcenbereitstellung für Verbesserung der Situation sind in Schubladen häufig gut verwahrt.
Auch etwa knapp ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland leidet an psychischen Erkrankungen (rund 18 Millionen Menschen pro Jahr); davon erhalten nur rund 20% professionelle Hilfe. Die häufigsten psychischen Erkrankungen sind – mit in den letzten Jahren stark zunehmender Tendenz – Depressionen, Angststörungen, Suchterkrankungen, Anpassungsstörungen oder Einsamkeit.
ARBEITSUNFÄHIGKEIT
Auch die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Diagnosen erreichte 2024 einen neuen Höchststand. Bei steigendem Bedarf und fehlenden Therapieplätzen müssen Erwachsene häufig viele Monate unversorgt auf therapeutische Begleitung warten. Auch in den heutigen Erwachsenen leben ihre Kindheitserfahrungen, die teils von Krieg, Flucht, Vertreibung, Hunger, Flüchtlingsschicksalen bestimmt sind, durch die Pandemieerfahrungen aktiviert wurden und durch das Weltgeschehen vielfältig getriggert werden können.
Menschen sind soziale Wesen, für die soziale Verbundenheit, insbesondere Bindung und Bedürfniserfüllung und Sicherheit einen existenziellen Stellenwert einnehmen. Für die natürliche Entwicklung des Menschen ist die Erfüllung seiner bewussten und unbewussten bio-psycho-sozialen Bedürfnisse, elementare unabdingbare Grundlage (Engel, 1976; Egger, 2020). Mit der Polyvagal-Theorie zeichnet Stephen Porges den evolutionären Weg des Menschen als soziales Wesen nach, der Sicherheit sucht und ausstrahlt und der kooperiert, um zu überleben. Seine Theorie hat das Reiz-Reaktions-Modell der vormaligen Stress-Theorie mit der Schlüsselvariablen individueller Organismus zum „Reiz-Organismus-Reaktions-Modell“ (ROR) erweitert. Damit unterstützt Porges u. a. die Thesen der Bindungstheorie (Theory of Attachment) von John Bowlby, et al. und die Konzepte der Primärtherapie (Primal Therapy) von Arthur Janov und lässt gleichzeitig quantentheoretische Sichtweisen anklingen. Er zeigt anhand der Reaktionen des autonomen Nervensystems (ANS), wie erlebter Mangel entscheidenden (physischen und energetischen) Einfluss auf das Ausmaß von psychischer und physischer Gesundheit hat und dass das Bedürfnis nach Sicherheit und Bindung allumfassenden Respekt braucht. Auch Arthur Reber bestätigt in seinen neuesten Arbeiten (Reber et al., 2024), dass der ab Lebensbeginn (Zeugung) bewusste Körper mit all seinen Zellen und deren inhärenten Systemen von Anfang an subkortikal lebenserhaltend reagiert, z. B. auch durch Aktivierung des sympathischen Nervensystems (SNS) und des dorsalen Vaguskomplexes (DVC) mit Überaktivierung oder mit Schock, Erstarrung, Dissoziation (und entsprechenden nachhaltigen Wirkungen auf die Mechanismen und die Grundstruktur des biochemischen Stresslevels).
Das individuelle autonome Nervensystem (ANS) eines Menschen nimmt permanent den eigenen Zustand und den Zustand des ANS-Systems des Gegenübers bzw. die Ausstrahlung der Mitwelt wahr. Aufgrund der Wahrnehmungsergebnisse (Sicherheit, Unsicherheit oder existenzielle Bedrohung) der neurozeptiven „Scans“ reagiert das eigene ANS sofort mit daran angepasstem Modus, während die beteiligten Organismussysteme der Mitmenschen gleichzeitig ihre individuellen Anpassungen aktivieren: Entspannung (rest and digest) ventraler Vaguskomplex/VVC oder Kampf und Flucht (fight and flight) Sympathikus/SNS oder Erstarrung (freeze) dorsaler Vaguskomplex/DVC. Jeder aktivierte Modus wirkt ansteckend auf die Aktivierung der ANS-Modi der ihn umgebenden anderen menschlichen Organismussysteme’ die ihren ANS-Modus entsprechend anpassen und wiederum ansteckend wirken usw. Dieses Schaukelprinzip wirkt in Familien, Freundeskreisen, Vereinen, Schulen, Gemeinschaften, Einrichtungen oder in politischen Systemen. In dieser Weise entfalten sich permanent selbst verstärkende autonome Echokammern, die durch Einflüsse von außen angeheizt oder aufgefangen werden können. Ist nur an einer Stelle Mangel an Sicherheit (SNS, DVC) aktiviert, besteht Gefahr, dass
Für Menschen nimmt soziale Verbundenheit einen existenziellen Stellenwert ein.
Kinder sind auf vielfache Weise verletzbar. Das frühe Kind erinnert sein Erleben ab der Zeugung.
sich auch bei den anderen Beteiligten entsprechende Schutz- und Defensivreaktionen aktivieren. In solchen Fällen würde zur Harmonisierung auf jeden Fall die unmittelbare Herstellung von Sicherheit mehr dazu beitragen, die Symptome zu regulieren, als Versuche, das soziale System zu stimulieren.
Vor allem Kinder waren und sind besonders in den familiären’ teils eskalierenden „Echokammern“ dem ablaufenden Geschehen schutzlos ausgeliefert. Das Organismussystem des Kindes kann nur einzelne Belastungen (Verletzungen, unerfüllte Bedürfnisse, unvorstellbare Zeugenschaften) verarbeiten; damit verbundene Gefühle von Angst, Wut und Zorn im frühen Kindesalter können nur ausgedrückt werden, wenn damit kein Liebesentzug oder keine Sanktion verbunden ist.
TRAUMATISIERENDE WIRKUNG
Obwohl sich überforderte Kinder sehr anstrengten, um alles richtig zu machen, bedeutete das Erleben existenzielle Herausforderungen. Es ist kein Geheimnis: Traumatisierende Wirkungen auf Kinder können sehr früh entstehen u. a. während der Schwangerschaft und Geburt, durch Armut, Einflüsse psychisch kranker Eltern, Miterleben von häuslicher Gewalt und durch eigene Missbrauchserfahrungen. Die aktuellen Statistiken dokumentieren in allen genannten Bereichen ein sehr hohes, meist steigendes Not-Niveau. Nach wie vor sind die Rechte der Kinder nicht im Grundgesetz verankert und geschützt!
Kinder sind von Anfang an auf vielfache Weise verletzbar. Das frühe Kind fühlt intensiv und erinnert sein Erleben ab der Zeugung. In der mütterlichen Umhüllung schwingt das Kind mit, entfaltet Bewusstsein und wird gleichzeitig (un-)geschützt nachhaltig geprägt. Eine existenzielle Erfahrung/ein frühes Trauma wird vom Kind als „psychische Katastrophe“ erlebt (Bion, 1962). Von Anfang an werden die primären Erfahrungen von unbewusster Nicht- oder Über-Erfüllung von existenziellen Bedürfnissen oder auch die durch zwangsweisen Eintritt von Einzelereignissen entstehende Einforderung von Fähigkeiten, für die das Organismussystem des Kindes noch nicht ausgereift ist, als abstumpfendes oder traumatisierendes Erleben gespeichert, das lebenslang andau-
ernde Spannungen erzeugen kann. Traumata können innerhalb der Reifung des kindlichen Systems nicht verarbeitet werden und kumulieren (Allen et al., 2011). Die Freiheit, ganz in der Gegenwart zu sein, kann verloren gehen.
Obwohl die Erinnerung wie eingefroren erscheint, verwandeln sich die existenziellen Erfahrungen unterhalb der Bewusstseinsschwelle in seelischen „Urschmerz“. Er wird langfristig „aufgezeichnet“ und kann aufgrund des noch unentwickelten Kortex nicht bewusst wahrgenommen werden. Die oft lebenslangen Auswirkungen von beglückender Zeit, doch vor allem von belastenden Erfahrungen ab der Embryonalzeit auf z. B. Gesundheit, Verhalten, Beziehungen des sich entwickelnden Menschen werden vom öffentlichen Bewusstsein regelmäßig ausgeblendet.
UNGEBORENE KINDER
Diese erleb(t)en den bio-psycho-sozialen Stress der Mutter unmittelbar biochemisch über Stresshormone, Sauerstoffanreicherung bzw. Substanz- oder Medikamenten-Gehalt im Nabelschnurblut. Auch Geburtssituationen und Wochenbettzeiten unter Pandemiebedingungen führten bei allen Beteiligten zu frühen existenziellen Belastungen des unabdingbaren Bindungsbedürfnisses zwischen Kind und nahen Bindungspersonen.
Endogene Morphine (Neurotransmitter) können bereits in der Placenta das Überleben durch emotionale Betäubung (Spaltung und Erstarrung) sichern, da die kindliche Fähigkeit, Schmerzenergie auszuhalten, begrenzt ist. Bei prä-, peri-, postnataler Bindungstraumatisierung aktiviert sich das autonome Nervensystem (SNS und DVC). Nachhaltige destruktive Einflüsse können die Schutzwirkung des kindlichen Immunsystems bereits so beeinträchtigen, dass sich in dieser frühen Zeit ein Nährboden für später auftauchende autoinflammatorische Syndrome ausbilden können (Schubert, 2021). Wenn sich die pränatale Mangel-Prägung chronifiziert, wird z. B. der Dopaminhaushalt des Ungeborenen nachhaltig gedrosselt. Suchtverhalten kann ein späterer biologischer Kompensationsversuch sein, um den früh und nachhaltig aus dem Gleichgewicht geratenen Hormonhaushalt wieder zu harmonisieren.
Je früher eine Überforderung des Kindes eintritt, desto tiefer ist die Prägung (zelluläre Erinnerung im Bindegewebe ab der Zeugung). Entstandene Schockmuster haben die teils chronifizierte Wirkung eines Überlebensankers, auf den das Kind in als gefährlich erlebten Situationen reflexartig zurückkommt und ihn damit weiter stärkt. Schmerzhafter Mangel kann epigenetische Einflüsse gestalten, die Beziehungsmatrix formen und Entwicklung blockieren.
Überflutungen durch belastende Reize oder Mangel in der prä-, peri- und frühen postnatalen Zeit oder selbstschützendes Unterlassen von Gefühlsausdrücken, weil in der postnatalen Zeit z. B. das Zeigen von Wut gegenüber Bezugspersonen für das Kind bedrohlich wäre, werden von der kindlichen Neurozeption als existenziell bewertet (Porges, 2010). Liebloses Wegsehen des Umfeldes, nicht wahrgenommen werden und fehlende sichere Bindung von Kindern sind existenzielle und schmerzhafte Erfahrungen. Auf damit verbundene, tief prägende Erfahrungen von bereits im Uterus erlebter Einsamkeit, Verlassenheit und ohnmächtiger Angst reagiert der kindliche Körper von Anfang an lebenserhaltend, z. B. durch Überaktivierung des dorsalen Vagus mit Schock, Erstarrung, Dissoziation und entsprechenden Reaktionen des psychoneuroimmunologischen Systems. Entstehende epigenetische Einflüsse gestalten die Grundstruktur des kindlichen hormonellen Stresslevels und formen die Ausbildung der bis ins Erwachsenenalter bestehenden Beziehungsmatrix und seine Persönlichkeit.
Später kommt es vor, dass Kinder und Erwachsene äußerlich reflexhaft relativ gefasst mit konfliktfreier, überraschender immerwährender Freundlichkeit (Bambi-Effekt) reagieren, statt Empfindungslosigkeit, Überwältigtsein, Starre als von außen wahrnehmbare biologische Schutzreaktion zuzulassen. Auftretende zunächst natürliche/biologische Überlebensventile der Kinder, wie Unruhe, mangelnde Impulskontrolle, Konzentrationsstörungen, Schlaflosigkeit, psychische oder Verhaltensauffälligkeiten können Gefahr laufen, pathologisiert zu werden.
Die quantentheoretische Erklärung, aus der sich die stark belastenden Wirkungen von Isolation, Bedürfnisunterdrückung, Angstblockaden nachvollziehen lassen, liefert Thomas Görnitz, wenn er deutlich macht, dass die steuernde Funktion von bedeutsam werdenden Informationen bei allen Lebewesen unverzichtbar ist: Lebewesen unterscheiden sich von ihrer Umgebung. Sie sind abgetrennt durch eine Zellwand, eine Haut, eine Borke usw. Andererseits stirbt jedes Lebewesen, wenn es zu früh (z. B. Kreißsaal) oder zu lange von seinem Umfeld (z. B. im Inkubator) isoliert wird. Als ein Fließgleichgewicht ist es darauf angewiesen, dass in ihm ein ständiger Durchsatz von Materie und Energie möglich ist (Görnitz, T., S. 195). Das Pflegepersonal, z. B. im Seniorenheim, fasste den von Görnitz umschriebenen Aspekt des Pandemiegeschehens (Übersterblichkeit) schlicht zusammen: Die Menschen sind an Einsamkeit gestorben. Brigitte Görnitz ergänzt an anderer Stelle: Bei starken körperlichen Schmerzen weicht die Informationsverarbeitung u. a. durch eine Fülle von sonst dort nicht vorhandenen Anzahlen von Molekülen vom Normalen ab. Geänderte biochemische Abläufe erzeugen Photonen, welche andere Informationen als üblich weitertragen.“ (Görnitz, B., 2021). Schmerz mobilisiert die autonomen lebenserhaltenden Schutzmaßnahmen des ANS und der Organismussysteme mit ihren Rückkoppelungsschleifen und emergenten Anpassungsprozessen.
In Teil 2 des Artikels geht es um Selbsthilfe- und Therapiemöglichkeiten, die sich für Betroffene bewährt haben, insbesondere das neurogene Zittern.
Je früher eine Überforderung eintritt, desto tiefer ist die Prägung.

Gabriele Hoppe
Europäische Therapeutin für Psychotherapie (ECP), Heilpraktikerin für Psychotherapie, MBA, Privatpraxis für systemische, tiefenpsychologische und pränatal fundierte Psychotherapie, Supervision
Literatur
Kann bei der Autorin angefragt werden.