Die Kelten und das innere Licht

©trionisDass Farben mehr sind als nur bunte Verzierung, hat man schon in der Antike gewusst. In einer Höhle im afrikanischen Sambia entdeckten Wissenschaftler der Universität Bristol mehr als 300 Pigmentreste, die mindestens 350 000 Jahre alt sein sollen. In der Höhle hatte man eisenhaltige Farbpulver hergestellt. Die Forscher vermuteten, dass die Menschen zu jener Zeit ihre Körper mit den Farben rituell bemalt haben. Und wer schon einmal ein Museum mit keltischen Ausstellungsstücken besucht hat, dem ist vielleicht aufgefallen, dass sich die Kelten gerne farbenfroh kleideten und die Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs oft sehr bunt gestalteten. Auch die menschlichen Körper wurden gefärbt und mit Tätowierungen verziert.

Die Farb- und Lichttherapie zählt heute zu den ältesten Schwingungs-Heilverfahren der Welt. Schon die Priester und Heiler der vorkeltischen Kultur sollen mit Farbe und Licht körperliche und seelische Krankheiten behandelt haben. Ihre örtlichen wie kulturellen Nachfolger dürften vieles von diesem Heilsystem übernommen haben.

Die „offizielle“ historische Zeit der Kelten dauerte etwa vom 8. Jahrhundert v. Chr. bis zum Ende der Antike. Wobei „die Kelten“ kein einheitliches Volk waren. Es gab und gibt eine greifbare keltische Kultur, jedoch kein „keltisches Gen“. Die Kultur nahm ihren Anfang in der Region rund um Salzburg. Ihre Väter und Mütter bauten dort in großem Stil unterirdisch Salz ab und handelten damit. Einige Stämme wurden auf diese Weise ziemlich wohlhabend, zumindest deren Oberschicht. Und wer nicht von der Hand in den Mund leben muss, hat Zeit, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen, wie mit Kunst, Religion, Mode, Politik, Rechtsprechung, Musik, Sprache oder Medizin.

Den Nachbarstämmen gefielen diese neuen kulturellen Errungenschaften scheinbar so gut, dass sie sie gerne übernahmen. Sie keltisierten sich quasi selbst, ohne Druck oder gar Zwang. Es trat ein Dominoeffekt ein, der dazu führte, dass jene Kultur aus den östlichen Alpen sich bis ins heutige Anatolien, nach Südrussland, Rumänien, Tschechien, Norditalien, in die Schweiz, nach Frankreich, Spanien und Portugal, Südund Westdeutschland, in die Beneluxländer sowie auf die Britischen Inseln ausbreitete.

Erst das militärisch starke und aggressive Römische Reich gebot dieser Ausbreitung Einhalt. Nach und nach wurden die keltischen Stämme besiegt und ihre Territorien annektiert. Lediglich die irische Insel blieb von einer Invasion der Sandalenträger verschont. Auch in Schottland konnten sie nicht Fuß fassen. Aus diesem Grund hat sich der keltische Geist dort, wie auch auf einigen kleineren Inseln, bis heute mehr oder weniger gehalten.

Zu Beginn des Mittelalters, also vor etwa 1 500 Jahren, zerfiel das Römische Reich und auch die galloromanische Kulturepoche ging zu Ende.

Die spirituellen Anführer der Kelten waren die mysteriösen Druiden. Automatisch denken wir bei diesem Wort an weiß gekleidete, langbärtige Männer. Vielleicht auch an den Druiden Miraculix aus den AsterixComics. Historiker gehen davon aus, dass ein großer Teil der Druiden schamanisch gearbeitet hat. Sie waren gleichzeitig Ärzte und Priester. Gesundheit und Krankheit standen in einem religiösen Zusammenhang. Bei banalen Erkrankungen konnte man auf eine Vielzahl an therapeutischen Methoden zurückgreifen. Wurde jemand ernsthaft krank, wurde er schamanisch behandelt.

Keltische Medizin ist in der Antike nicht schriftlich festgehalten worden. Aus diesem Grund ist sie für uns heute nur schwer greifbar.

FreiePsycho 0420 alles app Page48 Image3Man kennt heute ca. 17 Millionen Farbschattierungen, davon entfallen etwa vier Millionen auf Blautöne. Und Blau war die Farbe, mit denen sich keltische Krieger, so berichten uns die römischen Geschichtsschreiber, von Kopf bis Fuß bemalten, bevor sie unbekleidet in den Kampf zogen; vermutlich um den Gegner einzuschüchtern. Man gewann dieses Blau aus Waid, einer gelb blühenden Staudenpflanze, die bis zu 140 cm hoch wird.

Übrigens war die Herstellung dieser Indigo-Farbe eine geheime Wissenschaft: Bei heißem Wetter setzte man den pflanzlichen Rohstoff nämlich mit einer Spezialflüssigkeit an – frischen menschlichem Urin. Am Tag zuvor gab man den Spendern reichlich Bier zu trinken.

Ob aus farbpsychologischer Sicht ein Blaufärben der Krieger sinnvoll war, ist eher fraglich. Möglicherweise war es aber auch ein cleverer Trick. Vielleicht hatten die Kelten die Idee, ihre Gegner, denen sie im Kampf gegenüberstanden, durch eine geballte Ladung Blau, nicht nur einzuschüchtern, sondern regelrecht ruhigzustellen und diese plötzliche Friedfertigkeit mit aller Wucht auszunutzen. Denn Blau an sich ist die Farbe der Spiritualität, des Friedens, der Stille. Also ganz das Gegenteil von Krieg.

©snyGGGHeute wird die Tugend verlässlicher Arbeit mit dieser Farbe assoziiert. Flugzeug- und Schiffsbesatzungen tragen Blau, mancherorts ebenfalls Briefträger, Feuerwehrmänner, Zugschaffner, Busfahrer. Katholischen Würdenträgern wurde die Farbe dagegen im Mittelalter verboten, vermutlich schreckte es die Päpste ab, dass sie durch Urin und Alkohol zustande kam. Blau beruhigt und entspannt. Wenn Sie Ihr Schlafzimmer neu streichen möchten, sollten Sie sich für Blau entscheiden, es verbessert den Schlaf. Blau soll Gelassenheit bringen und Stress lösen, kann möglicherweise Kopfschmerzen lindern und soll sich positiv auf Hals- und Augenprobleme auswirken.

Auf unserem Planeten hat es immer wieder Lichtzeitalter gegeben, in denen die Sonne als Ausdruck göttlicher Strahl- und Heilkraft verehrt wurde. Aus Heliopolis, der altägyptischen Sonnenstadt, ist bekannt, dass man dort licht- und farbdurchflutete Heiltempel besaß.

In der chinesischen Medizin der Antike setzte man Epileptiker auf violette Teppiche, Scharlachkranke trugen rote Kleider und wurden mit rotem Licht bestrahlt. Wer an Darmproblemen litt, wurde mit gelber Farbe behandelt. Neben der Bestreichung des Körpers, dem Bestrahlen mit Licht und entsprechender farblicher Umgebung therapierte man Patienten auch mit farbig bestrahltem Wasser und gab ihnen Nahrungsmittel in der ihre Gesundheit fördernden Farbe. Solche Therapieformen waren in der gesamten alten Welt bekannt, von Griechenland bis Babylon, von Indien bis Tibet.

Viele Jahrhunderte später las Johann Wolfgang von Goethe die Werke des griechischen Philosophen Plotin und baute darauf seine Farbenlehre auf, die 1810 erschien. Ihm selbst war sie nach eigenen Aussagen bedeutsamer als seine Dichtungen. Das Licht symbolisierte für den deutschen Dichterfürsten das Göttliche in der physischen Welt.

Weit später bewies die Forschung, dass farbiges Licht den menschlichen Organismus und die Psyche beeinflusst. Die Erkenntnisse der antiken Ärzte wurden bestätigt und damit auch vieles, das man seit Langem aus Erfahrungen heraus praktizierte.

Während wie gesagt Blau den Schlaf günstig beeinflusst, regt Orange den Appetit an. Wenn Sie sich bewusst bei Ihren nächsten Restaurantbesuchen umschauen, werden Sie vermutlich feststellen, dass nicht selten Gaststättenbesitzer ihre Wände in dieser umsatzsteigernden Farbe tapeziert oder gestrichen haben. Die Wirkung ist in der Gastronomiebranche bekannt. In nicht wenigen Gefängnissen ist dagegen Rosa die bevorzugte Farbe. Grund: Rosa Wände sorgen dafür, dass sich Aggressivität verringert. Nicht nur in anthroposophisch orientierten Schulen wissen die Pädagogen, dass Schüler am besten lernen, wenn die Wände in hellem Blau oder Gelb gestrichen sind.

Die Allgegenwärtigkeit und die ständige Verfügbarkeit künstlicher Lichtquellen entfernt uns von den natürlichen Rhythmen des Lichts und der Dunkelheit. Um auf Dauer gesund bleiben zu können, brauchen wir eine regelmäßige Zufuhr des kompletten Sonnenlichtspektrums. Künstliches Licht kann diesen Bedarf nicht decken. Vor allem der Mangel an natürlichem UV-Aund UV-B-Licht macht uns zu schaffen.

Ultraviolettes Licht beeinflusst die menschliche Hirnanhangsdrüse, die ihrerseits alle anderen Hormondrüsen im Organismus steuert. So stieg z. B. in den Jahren, in denen sich die Menschheit immer mehr unter künstliche Lichtquellen zurückgezogen hat, die Zahl der impotenten Männer rasant an. Sollte man dann nicht lieber regelmäßig im Garten arbeiten oder durch den Park spazieren, statt auf Viagra zu setzen?

Inzwischen zeigen immer mehr wissenschaftliche Untersuchungen, dass ein großer Teil der Zivilisationskrankheiten mit einem Mangel an UV-A- und UV-BBestrahlung in Verbindung steht. Zwar ist das schädliche UV-C-Licht in Zeiten einer schwindenden Ozonschicht durchaus eine Bedrohung, wenn man sich zu lange der prallen Sonne aussetzt, aber ganz ohne ultraviolette Lichtstrahlen können wir auch nicht leben.

Die Kelten betrieben eine vernünftige Lichttherapie, vermutlich ohne je groß darüber nachzudenken. Sie hielten sich regelmäßig unter freiem Himmel auf. Zudem haben sie durch ihre umweltfreundliche Lebensweise die Ozonschicht nicht geschädigt.

©S.KoboldRichtig Sonne tanken!

Machen Sie es wie die Kelten. Gehen Sie raus in die freie Natur, um mit den heilenden Energien in Kontakt zu kommen. Bei der folgenden Übung können Sie regelrecht Sonne tanken, sie speichern und sich in den dunklen Wintermonaten an sie erinnern.

Stellen Sie sich an sonnigen Tagen mit geschlossenen Augen draußen an einen ruhigen Platz (Garten, Park, Lichtung, Terrasse, Balkon) ins Sonnenlicht und wenden Sie sich der Sonne zu. Spüren Sie, wie die Sonne Ihr Gesicht und Ihren Körper erwärmt. Atmen Sie tief durch den Mund ein und stellen Sie sich dabei vor, dass Sie die Energie der Sonne einatmen. Lenken Sie die Energien hinunter in Ihren Bauch und versuchen Sie sie dort so lange wie möglich zu halten. Lassen Sie nun die Sonnenenergie Ihren gesamten Körper durchfluten. Jedes Organ, jede Zelle wird erleuchtet.

Sie können diese Übung noch erweitern und sich mit dem Rücken zur Sonne drehen. Halten Sie die Augen geschlossen und stellen Sie sich bildhaft vor, wie das goldene Sonnenlicht Ihren Rücken hinunterfließt und die Energiekanäle, die sich entlang der Wirbelsäule befinden, auflädt.

Die Sonnenenergie erfüllt alle Bereiche Ihres Körpers mit frischer Energie. Wenn Sie ausatmen, verlassen Spannungen, negative Gefühle und Gedanken Ihren Organismus.

©MaridowHaben Sie in düsteren Wintermonaten Sehnsucht nach Sonnenstrahlen?

Stellen Sie sich entspannt hin, schließen Sie die Augen und erinnern sich an Ihre Sonnenmeditation vom Sommer. Lassen Sie das Gefühl zurückkehren, das Sie damals gespeichert haben, und rufen Sie die Energie der Sonne immer ab, wenn Sie sie brauchen.

Licht ist die Grundlage jeder Heilung. Und der Mensch, so der Pionier der modernen Lichttherapie, Dr. Jacob Liberman, ist „eine lebende Fotozelle“. Heute kann man mit speziellen Methoden das Licht, das lebende Zellen abstrahlt, messen und mit Computerhilfe bildlich darstellen. Der Erforscher dieses Phänomens, Dr. Fritz-Albert Popp, nennt dieses Lebenslicht „Biophotonen“. Übrigens ist solch eine Strahlung nicht nur beim Menschen messbar, sondern auch bei Nahrungsmitteln.

Die Biophotonen bilden ein elektromagnetisches Feld um unseren gesamten Körper, das in Form von Licht sichtbar gemacht und aufgezeichnet werden kann. Viele sensitive Menschen aller Zeiten sagten schon immer, dass sie diesen Strahlenkranz sehen können. Es ist die viel zitierte „Aura“, der berühmte „Heiligenschein“, ohne den keine religiöse Personendarstellung auskommt.

Anhand der Biophotonenmessung hat man unter anderem darstellen können, dass bekannte Heiler während einer Behandlung eine deutlich erhöhte Strahlung aufweisen und diese an den Patienten über ihre Hände abgeben. Gäbe es heute bildliche Darstellungen von Druiden aus der Antike, hätten damalige Künstler so manchen der Eichenpriester sicherlich auch mit einem „Heiligenschein“ gemalt.

In jeder einzelnen Zelle unseres Körpers laufen pro Sekunde zwischen 30 000 und 100 000 chemische Reaktionen ab. Viele Wissenschaftler vertreten auch heute noch die Auffassung, dass eine biochemische Steuerung dahinterstehe. Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft erreichen aber allein die Photonen die dafür nötige Geschwindigkeit.

Es ist das „innere Licht“, das unseren Körper in Gang hält. Mittlerweile entstehen auf Basis des alten Wissens neue Licht- und Farbtherapien.

Claus KrämerClaus Krämer
Autor von bisher 15 Büchern über
kulturhistorische und ethnobotanische Themen

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FreiePsycho 0420 alles app Page52 Image2Claus Krämer:
Die Heilkunst der Kelten.

Ein fundiertes und sehr
schön gemachtes Buch,
Schirner Verlag

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