Göttliche Heilung – Interview mit Cornelis Reimann

fotolia©Nikki ZalewskiEs gibt vieles zwischen Himmel und Erde, was wir nicht erklären können. Oder nicht glauben. Nicht denken können. Etwas, das unserem bisherigen Weltbild nicht entspricht. Das heißt aber nicht, dass diese Dinge nicht existieren.

In dieser Zeit, in der so vieles klar zu sein scheint, wir aber eigentlich auf der Suche sind. In der es so viele Glaubensrichtungen gibt und in der die Wissenschaft das Nonplusultra ist... Heilung hat durch Medikamente zu erfolgen. Glaubenssätze, die uns fortbringen wollen von dem, was tief in uns verborgen ist, damit wir nicht mehr dem Ureigenen vertrauen. Wir vertrauen nicht mehr dem Göttlichen.

Wir lassen uns manipulieren. Wir glauben an die Pharmaindustrie. Und dann kommt jemand und sagt, dass er durch sich selbst etwas Göttliches empfangen und weitergeben kann. Dadurch helfen und heilen kann. Sind wir irritiert? Glauben wir das? Hinterfragen wir das nicht viel mehr, weil wir uns selbst hinterfragen? Oder auch gar nicht fragen und gar nicht denken und einfach hinnehmen, dass manches gar nicht sein kann? Weil es nicht sein darf?

Gibt es Dinge, die wir nicht mehr kennen und die doch von Anbeginn einfach da sind? Wer sind wir, IHM zum Bilde geschaffen? Wer sind wir? Was können wir? Können wir mehr, als wir meinen? Können wir vielleicht einfach ein Instrument sein? Etwas, durch das hindurch etwas viel Größeres geschehen kann? Können wir uns öffnen für das Göttliche, damit es durch uns wirken kann? Unabhängig vom Ego?

Einfach da sein? Eine Kraft, die viel größer ist als alles, was wir uns vorstellen können, und die nicht eingegrenzt werden kann? Die uns dienen soll und kann, wenn wir es zulassen. Etwas, das uns bereichert, das uns schützt, das uns heilt... Gibt es das? Kann es das geben?

Und dann der Beweis: Menschen, die sich öffnen, die sich hingeben und IHM zum Beweis handeln, indem sie die göttliche Kraft durch sich fließen lassen, damit sie uns heilt von Krankheit und Schmerz. Können wir uns darauf einlassen?

Anfang Juni 2018 erhielten wir eine kurze Anfrage von Herrn Cornelis Reiman bezüglich eines Artikels über seine Arbeit. Diese Arbeit ist sicherlich für viele Menschen, die rein schulmedizinisch geprägt sind, nicht vorstellbar. Er arbeitet als Heiler in einem abgelegenen buddhistischen Tempel in Thailand.

Ich wurde neugierig. Bei meiner Recherche stieß ich auf etliche Bücher in englischer Sprache. Unter anderem auf das Buch: „How I Became A Temple Healer“ („Wie ich Heiler in einem Tempel wurde“). Es beschreibt den Weg von einem sehr erfolgreichen Geschäftsmann, der sich mehr oder weniger plötzlich als Heiler wiederfindet.

Etwas von dem, was ich dort las, berührte mich stark. Und so begann ein Austausch, ein Interview, das wir hier abdrucken.

Lieber Herr Reiman, wie sind Sie auf unseren Verband gestoßen?

Ich wusste, dass Menschen in Deutschland an spirituellen Themen interessiert sind, und ich dachte, dass es gut wäre, meine Erfahrungen mit ihnen zu teilen. Durch das Internet fand ich Ihren Verband. Und Ihre freundliche Antwort zeigte mir, dass ich damit richtig lag!

Sie sind Heiler in einem abgelegenen buddhistischen Tempel in Thailand. Wie kam es dazu?

Es geschah zufällig. Ich hatte nicht vorgehabt, Heiler zu werden. Freilich passierten mir in meinem Leben in den Jahren zuvor schon ungewöhnliche Dinge (s. „Getting There“ auf Amazon.com), aber keine dieser Erfahrungen führte zu mehr in dieser Richtung. Nun, meine thailändische Ehefrau und ich kehrten nach Thailand zurück, nachdem wir zwei Jahre nicht dort waren, und sie empfahl, diesen speziellen Tempel zu besuchen, nachdem sie online mit verwandten Unterstützern in Verbindung war. Ehrlich gesagt hatte ich kein wirkliches Interesse, dies zu tun, aber es war etwas, was meine Frau machen wollte.

Ich sollte hinzufügen, dass die meisten Thailänder dem Buddhismus verbunden sind, und zwar in anderer Art und Weise, als Deutsche dem Katholizismus oder dem evangelisch-lutherischen Glauben verbunden sind. Diese Verbindung ist viel tiefer als das und es ist ein vorrangiger Hauptteil in ihrem Leben. Das erklärt, dass ein Tempelbesuch, und besonders, wenn man dort ehrenamtlich arbeitet, für Thailänder als eine sehr gute Tätigkeit gilt.

Während meine Frau bei vielfältigen Aufgaben, Arbeiten und Projekten im Tempel half, einschließlich dem Aufbau einer Bibliothek und eines Rundfunksenders, blieb ich meist allein und widmete mich der Fertigstellung zweier Bücher aus dem geschäftlichen Bereich, zu denen ich den Herausgebern vertraglich verpflichtet war. Dennoch machte ich mich, wann immer ich darum gebeten wurde, bei den Arbeiten meiner Frau unterstützend nützlich.

Wir verbrachten 50 bis 60 % unserer Zeit im Tempel und dies ging die nächsten neun Monate so weiter. Dann, eines Nachmittags, saß ich mit meiner Frau in der Bibliothek, wo auch ein Mönch und andere Thailänder saßen. Der thailändischen Sprache nicht mächtig, blieb ich mehr für mich. Aber eine Frau dort klagte über einen wunden Nacken und meine Frau sagte ihr, dass ich möglicherweise helfen könnte. Dies tat sie, weil ich ein wenig Massage geben konnte, auch wenn ich darin nie ausgebildet worden bin. Es war in meinen Augen sehr wenig.

Die Frau stimmte zu. Sobald ich ihren Nacken berührte, um die angespannten Muskeln zu entspannen, drehte sie sich um, um mich in einer seltsamen Weise anzusehen. Dann, während meine Frau übersetzte, tat ich, was die Frau mir vorschlug, zu tun: Ich legte meine Hände an ihren Körper und stellte mir vor, Metallstücke dort herauszunehmen. Ich muss gestehen, dass mir all dies ziemlich fremd vorkam, aber ich tat es.

Danach war der Körper der Frau entspannt. Außerdem sagte sie jedermann, dass ich ihre steifen Knie geheilt hätte. Sie waren entzückt wie die Frau, die mich fragte, ob ich Heiler in dem Tempel sein wolle. Damals wusste ich nicht, dass diese Frau verantwortlich war für das Heilungsprogramm dort. Nachdem ich die Bücher fertiggestellt hatte und nichts anderes tat, außer meine Frau zu begleiten, stimmte ich zu.

Am nächsten Tag brachte die Frau Tempel-Volontäre, um mich zu sehen, und auch danach. Dann sah ich für ein paar Wochen täglich Mönche. Ich behandelte Menschen, die im Heilprogramm waren und ich kann hinzufügen, dass dies auch die krankesten Menschen waren. Unglaublicherweise wurde ich besser und besser in dem, was ich tat, je mehr Menschen ich sah.

Wie sah Ihr Lebensweg aus, bevor Ihre Ehefrau diesen Tempel im ländlichen Thailand besuchen wollte?

Kurz vor unserer Rückkehr nach Thailand verbrachte ich mehr als ein Jahr damit, den Vorstand einer großen australischen Produktionsfirma bezüglich der Gründung einer Fabrik in Übersee zu beraten.

Außerdem begleitete ich sie beim Kauf von Unternehmen und der Ausweitung ihrer Geschäftstätigkeiten. Im Wesentlichen war ich Unternehmensberater. In meiner beruflichen Karriere habe ich Firmen auf der ganzen Welt wieder auf die Beine geholfen.

Können Sie bitte unseren Lesern Ihre jetzige Arbeit beschreiben?

FP 0418 alles App Page46 Image2Ich muss zugeben, dass das Heilen aus den genannten Gründen neu für mich war, da ich nicht geplant hatte, dies zu tun. Anfänglich tat ich, was mir gesagt wurde. Ich legte meine Hände auf die Schultern der Personen, wenn sie vor mir saßen, und kniete hinter ihnen. Ein Übersetzer erzählte mir von den Problemen eines jeden Patienten. Ich dachte darüber nach. Menschen erlebten Verbesserung. Es war unglaublich.

Offen gesagt glaubte ich in den ersten Monaten nicht so recht, was da passierte, obwohl die Menschen mir erzählten, dass sie viel gesünder waren.

Der Wendepunkt kam, als eine Frau mir eines Tages dafür dankte, dass ich ihr das Krebsleiden genommen hatte. Ich war erstaunt. Sie war gerade aus dem Krankenhaus zurückgekehrt, wo die Ärzte ihr von ihrer Heilung berichtet hatten. Dies geschah seitdem viele Male.

Am Anfang verbrachte ich zehn oder fünfzehn Minuten mit jedem Patienten. Ich tat dies dreimal die Woche, wie im Tempelprogramm vorgesehen. Aber sehr schnell konnte ich mehr sehen und tun. Ich konnte in ihre Körper sehen. Ich konnte die Abläufe in ihren Körpern verändern. Ich wurde stärker. Ich begann, mit ätherischen Wesen zu arbeiten. Es war weit mehr als spektakulär, besonders wenn Menschen geheilt waren und keine physischen, seelischen und geistigen Probleme mehr hatten.

Bemerkenswerterweise tue ich nun all dies in einer Session, die ein oder zwei Minuten dauert, und ich berühre die Menschen dabei nicht. Es passiert einfach. Ich denke auch nicht darüber nach.

Sie haben ein Buch veröffentlicht, das in englischer Sprache über Kindle herausgegeben wurde: „How I Became A Temple Healer“. Wird dieses Buch übersetzt und auch in Deutschland herausgebracht werden?

Ich muss gestehen, dass mein Deutsch nicht so gut ist. Das bedeutet, dass die Übersetzung von jemand anderem übernommen werden müsste oder von einem Herausgeber. Bis jetzt gab es niemanden (außer Ihnen), der mich danach gefragt hat.

Könnten Sie bitte die Bedeutung des Namens „Moh Farang“ erklären, der Ihnen gegeben wurde?

Dies ist etwas wie ein thailändischer Titel (wie im Deutschen Herr Doktor), wobei „Moh“ Doktor heißt und „Farang“ Ausländer bedeutet. Tatsächlich werden alle Ausländer in Thailand „Farang“ genannt, was ein höflicher Ausdruck ist. „Moh Farang“ ist eine einfache Art für Menschen, die meinen Namen nicht kennen, mich anzusprechen.

Wie lange sind Sie nun Heiler?

Sechs Jahre.

Sie sind in Wat Trivisudhidham geblieben. Fühlen Sie sich diesem Tempel verbunden?

Nein, überhaupt nicht.

Könnten Sie sich auch vorstellen, an einem anderen Ort zu heilen?

Ja. Das ist etwas, das nur mich betrifft. Es ist transportabel.

Haben diese Erfahrungen Auswirkungen auf Ihr Weltbild gehabt?

Ein wenig, denke ich. Als ich zum Beispiel erkannte, dass meine Erfahrungen real waren, konnte ich erkennen, dass das Gleiche auch für andere Menschen möglich war, wenn auch nicht in gleichem Maße. Ich verstand, dass die Gabe der Hellsichtigkeit, des Schamanismus und so weiter möglich waren, obwohl ich auch wusste, dass nicht bei allen diese Gaben echt waren.

Würden Sie sich heute als Buddhist bezeichnen?

Nein. Ich würde mich in keinen religiösen Zusammenhang bringen oder benennen. Ich bin einfach ich.

Waren Sie vor diesem Schlüsselerlebnis in Thailand religiös?

Nein. Ich bin in einer lutherischen Familie aufgewachsen, wurde als Säugling getauft und ging als Kind in den Kindergottesdienst. Jahre später sah ich keinen Sinn mehr darin und hörte im Alter von 12 Jahren damit auf. Durch familiären Druck im Alter von ungefähr 13 Jahren stimmte ich zu, zum Konfirmandenunterricht zu gehen. Aber das war für mich nicht befriedigend. Ich sprach mit dem Pastor darüber. Und fand heraus, dass er nicht in der Lage war, mir meine Fragen zu beantworten. Deshalb hörte ich auf, daran teilzunehmen.

Danach, und zwar für die nächsten 20 Jahre oder länger, war ich Atheist. Wie auch immer, dies hörte auf, als ich anfing, übersinnliche Erfahrungen zu machen.

Sprechen Sie mittlerweile Thailändisch?

Nein. Obwohl ich sagen muss, dass meine Thailändischkenntnisse die eines Fünfjährigen sind. Ich hatte Übersetzer, wenn ich dort arbeitete. Außerdem sprechen meine Frau und ich Englisch miteinander. Ich muss auch bekennen, dass andere Chancen (wie das Schreiben über meine Erfahrungen) mir wichtiger waren, als die thailändische Sprache zu lernen. Die Entscheidung war klar.

Was hat sich noch verändert?

Ich weiß, dass das Leben kostbar ist. Ich weiß, dass die meisten Menschen es vergeuden. Ich weiß, dass es mehr auszuleben gibt, als die meisten Menschen erkennen können.

Gibt es etwas, das Sie unseren Lesern ans Herz legen möchten?

Überzeugungen und die damit verbundenen Gedanken schränken die Leben der Menschen ein. Aber das Leben ist nicht immer ruhig, glücklich, zufrieden und stabil. Es ist, wie es ist. Dies wird als das menschliche Dasein bezeichnet.

So, wie ich es sehe und mittlerweile weiß, akzeptieren wir dies entweder, ohne es zu hinterfragen, oder wir versuchen, uns zu verbessern. Das Problem bei der Suche nach einem besseren Leben ist, dass uns unser Denken dabei im Weg steht. Menschen bleiben die Sklaven ihrer Denkgewohnheiten. Sie werden von ihren Emotionen beherrscht. Dennoch ist es möglich, Ruhe, Glück, Zufriedenheit und Stabilität zu erlangen.

Ich habe gelernt, wie ich dies für mich umsetzen kann. Ich fand heraus, dass ich in der Lage bin, dies anderen Menschen im Gespräch beizubringen. Unglaublicherweise war ich plötzlich dazu fähig, ihnen ihre Gedankenmuster zu nehmen und sie in Reinheit zu entlassen.

Im Wesentlichen werden Menschen durch ihre Gedanken festgehalten, die damit zu tun haben, wer und was sie waren sowie auch wer und was sie werden möchten. Es ist, als ob sie auf die Vergangenheit und die Zukunft angewiesen sind, um sich selbst zu definieren. So, als ob ihre vorherigen Wege und ihre Lebenserwartung alles sind, was sie sehen können. Grundsätzlich leben sie ihr Leben gemäß bedeutungslosen Zielen. Wie auch immer, all dieses bewirkt, dass sie das Wesentliche verpassen.

Bedenken Sie, dass die Realität durch drei Dinge definiert ist. Was betrifft Sie, was bezieht sich auf hier und was bezieht sich auf jetzt?

Alles andere ist ein Konstrukt vorangegangener Gedanken oder Verlangen darüber, wie Sie sein möchten. Also: Achten Sie auf die Realität! Achten Sie darauf, was für Sie wirklich ist anstatt auf Ihre Erinnerung oder Ihre Vorstellung. Achten Sie auf das, was Sie betrifft, und nicht auf andere. Achten Sie auf das, was hier ist, und nicht auf etwas, das ganz woanders ist. Achten Sie darauf, was jetzt ist, und nicht auf etwas aus irgendeiner anderen Zeit.

Ich sollte hinzufügen, dass „jetzt“ gerade einmal einen Gedanken groß ist. Es ist noch nicht mal eine Minute. Es ist keine Stunde. Es ist kein Tag.

Natürlich könnten Menschen schon davon gehört haben, im Moment zu leben. Aber dies wird oft sehr knapp beschrieben und es gibt keine klare Richtung dafür, wie man es erreichen kann. Lassen Sie einfach alle Gedanken fallen, die sich auf etwas anderes beziehen als das, was der gegenwärtige Moment für Sie enthält.

Erinnern Sie sich an die Realität. Bedenken Sie, dass Sie hier sein sollten. Alles andere ist unwichtig.

Dieser Moment bringt Ihnen hier und jetzt, was notwendig ist. Dies ist die Basis Ihres wahren Glaubens und nicht einer, der auf falschen Überzeugungen und fantasievollen Gedanken aufgebaut ist.

Wie schon erwähnt, wurde diese Lebensweise von mir bereits vor vielen Jahren erlernt. Das bedeutet, dass ich eins bleibe mit der Realität und Reinheit. Es bedeutet außerdem, dass das, was ich sehe oder erfahre, wahr ist.

Stellen Sie sich vor, Sie würden mit anderen Wesen kommunizieren. Stellen Sie sich vor, in den Körper eines anderen Menschen zu sehen. Stellen Sie sich vor, zuzusehen, wie Krebs den Körper von Menschen verlässt.

Mit anderen Worten: Keine Vorstellung kann das einschränken, was ich sehe und tue. Ich bin eins mit dem, was auf natürliche Weise zu mir kommt.

Alles, was mir widerfahren ist und was unsere bisherige Unterhaltung aufzeigt, ist nach göttlicher Vorsehung geschehen. Ich hatte damit nichts zu tun. Ich bin nur mit dem umgegangen, was auf mich zukam. Ich reagiere einfach auf das, was das Leben mir anbietet. So wurde ich zum Heiler, so unglaublich dies manchen Menschen, die so sehr an die Komplexität gebunden sind, dass sie sie für die Normalität halten, erscheinen mag.

Vielen Dank, lieber Cornelis Reiman, für diesen Austausch.

Angela Straube Interview
Angela Straube
Paarcoach, Künstlerin
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Cornelis Reiman
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