Gestalttherapie/systemischer Ansatz

fotolia©contrastwerkstattIn meinem Praxisalltag stelle ich mir immer wieder die Frage, wie und auf welche Art und Weise ich meinen Klienten (immer m/w) am besten und effektivsten helfen kann. Dabei komme ich meist zum gleichen Ergebnis: Eine Kombination aus unterschiedlichen Methoden und Ansätzen, gepaart mit Elementen aus der systemischen Aufstellung, sowie gezielte Entspannungs- übungen finden Anklang und schaffen die Basis für eine zielführende Beratung. Gerne, wenn es angebracht und gewünscht ist, unterstütze ich zusätzlich durch den Einsatz von Reiki.

Mancher der Gedanken, die mir vor einem anstehenden Gespräch durch den Kopf gehen, löst sich kurzerhand in Luft auf, denn die Aktualität der Gesamtproblematik meiner Klienten bedarf der flexiblen Anpassung. So ist es für mich stets aufs Neue interessant, wie viele Möglichkeiten es gibt, auf die Themen einzugehen, eine – wenn auch – kleine Wende herbeizuführen und Schritt für Schritt in eine Richtung zu lenken, die zunehmend mehr Licht ins Dunkel bringt.

Es fühlt sich für mich hin und wieder an wie eine Fügung des Schicksals oder ein vorgehaltener Spiegel, womit mich meine Klienten konfrontieren. Es ist eine Herausforderung, einen solch tiefen Einblick in das Leben dieser vielschichtigen, wertvollen Menschen haben zu dürfen. Dies erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.

Vor Kurzem, als ich über eine konkrete Situation intensiv nachdachte und gar nicht realisierte, wie sehr ich dadurch tatsächlich aufgewühlt war, begann sich ein Prozess in mir zu entspinnen, der durch nichts mehr aufzuhalten war. Ärger, Frust und Wut, aber auch Traurigkeit machten sich plötzlich breit und ich wusste lediglich, dass diese Entwicklung eher schädlich denn nützlich ist.

Im nächsten Moment formierte sich klar ein Bild vor meinem geistigen Auge: Ich sah meinen Körper am Boden kniend, zusammengesunken, der Kopf berührte fast den Boden, meine Arme stützten mich ab, bevor ich vollends stürzte. Doch das war nur die Hülle. Was passierte mit dem „Rest“? Mein Geist – gezeichnet als ein Gehirn – war aus meinem Körper gewichen, entfernte sich weit weg nach oben und wurde fortlaufend von Blitzen getroffen, bis einer davon sogar meinen Kopf am Boden durchstieß. Die Seele hatte sich währenddessen ebenfalls verabschiedet und befand sich in Fetzen am Boden, außerhalb meines Körpers.

Nein! Das wollte ich so nicht beibehalten! Das Bild musste sich ändern, der Zustand verbessert, dem Elend ein Ende bereitet werden. Ich wollte wieder glücklich sein! So glücklich, wie ich es für meine Klienten erwünsche und weshalb ich sie alle auf ihrem Weg begleite.

Dann war alles ganz einfach. Ich stellte mir die Frage, was ich brauche, um glücklich zu sein, wie ich mich dabei fühlen werde und wie ich mir vorstelle, dass sich Körper, Geist und Seele zueinander verhalten. In Windeseile nahm das zweite Bild Gestalt an. Und während ich in Gedanken Stück für Stück zusammenfügte, zog eine Woge der inneren Ruhe durch meinen Körper. Es war eine wundervolle Erfahrung, ein Empfinden, das ich auf diese Weise noch nie erlebt habe. Ich begann zu lächeln, mich zu entspannen, eins zu werden mit allem Sein.

Das Ergebnis? Eine ruhige, friedliche Nacht; ein erholsamer Schlaf – schmerzfrei und mit einem glücklichen Erwachen am Morgen.

Viele Fragen gingen mir danach durch den Kopf. Ich konnte nicht anders, als dieses „Konzept“ sofort niederzuschreiben, um es mit meinen Klienten zu testen.

Bevor ich auf weitere wichtige Fragen und Klarstellungen eingehe, stelle ich nachfolgend die „kombinierte ganzheitliche Methode aus Elementen der Gestalttherapie mit systemischem Ansatz“ vor:

Körper-Geist-Seele

1) Fragestellungen des Beraters/Therapeuten

FP 0418 alles App Page6 Image6Wie sehen, erleben, fühlen Sie Ihren Körper? Bitte malen Sie auf diesem Blatt Papier Ihren Körper. Verwenden Sie dazu alle Farben, die für Sie wichtig sind, und fühlen Sie sich völlig frei in der Umsetzung.

Wie und wo sehen Sie Ihren Geist? Bitte malen Sie diesen auf dem gleichen Blatt Papier. Es sind Ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt. Sie können Bilder, Symbole, Zeichen, Farben verwenden – ganz so, wie es für Sie stimmig ist.

Welche Vorstellung haben Sie von Ihrer Seele? Wo befindet sie sich? Welchen Platz nimmt sie ein? Wie ist der Bezug zu Ihrem Körper sowie zu Ihrem Geist? Bitte malen Sie nun auch Ihre Seele auf dieses Papier. Alle Farben sind erlaubt.

Betrachten Sie sich dieses gesamte Bild! Wie fühlt es sich an? Was erkennen Sie in diesem? Spiegelt es tatsächlich Ihre augenblickliche Situation wider: körperlich, geistig, seelisch?

Wie fühlen Sie sich jetzt? Nehmen Sie sich Zeit und spüren Sie in sich hinein. Schlie- ßen Sie ruhig die Augen, atmen Sie tief ein und aus und fühlen Sie, wie es Ihnen jetzt geht.

2) Auflösung

Erlauben Sie sich nochmals einen Blick auf Ihr Bild. Gehen Sie erneut hinein in Ihre Empfindungen, die dadurch entstehen. (Ich begleite Sie, Sie gehen diesen Weg gemeinsam mit mir).

3) Umkehr/Wandlung

Wie müsste Ihr Bild aussehen, damit Sie sich so richtig wohlfühlen? Was müsste sich hierfür verändern?

4) Neubeginn

FP 0418 alles App Page6 Image5Bitte zeichnen Sie auf dem zweiten Blatt Papier erneut Ihren Körper, Ihren Geist und Ihre Seele – in dieser Reihenfolge. Lassen Sie sich dabei Zeit und spüren Sie ganz genau in sich hinein: Was brauchen Sie, wie sieht Ihr Bild aus, wenn Sie rundherum unendlich glücklich und zufrieden sind? Achten Sie dabei genau darauf, dass und wie Sie „inneres Glück“ empfinden.

Und nun malen Sie Ihren glücklichen Körper, Ihren glücklichen Geist und Ihre glückliche Seele.

5) Betrachtung

Haben Sie Ihr Bild vollendet? Haben Sie dabei – für sich selbst – alles berücksichtigt, was Ihnen wichtig ist? Wie geht es Ihnen jetzt?

Schließen Sie wieder Ihre Augen, atmen Sie ganz tief ein und aus und erfühlen Sie Ihr ganzes inneres Glück.

Lassen Sie sich Zeit – es ist Ihre Zeit.

Sobald Sie spüren, wie Ihr Körper, Ihr Geist und Ihre Seele von diesem Glück durchdrungen sind, sagen Sie es mir bitte.

Wie geht es Ihnen? Können wir dieses Bild und diese wunderbaren Empfindungen im Augenblick so stehen lassen?

6) Abschluss

Atemübung oder autogenes Training oder Feedback

Hinweis: Bitte schreiben Sie bis zu unserem nächsten Termin alles auf, falls sich Ihre Gefühle verändert haben – sowohl positiv als auch negativ. Und machen Sie jeweils einen kurzen Vermerk, was in diesem Zusammenhang geschehen ist.

7) Ausblick/Folgesitzung

Die folgende Beratungs-/Therapiesitzung dient u. a. dem Rückblick:

Wie ist es Ihnen in der Zwischenzeit ergangen? Was konnten Sie an sich beobachten? Was haben Sie alles notiert, das Ihnen aufgefallen ist? Welche Gedanken und Gefühle ergaben sich im Zusammenhang mit der „Körper-Geist-Seele-Methode“?

Was ist Ihnen dabei besonders wichtig? Über welche Ressourcen verfügen Sie bereits (Stärkenprofil anfertigen, Lebensrückblick)?

Wie und wo können Sie diese in Ihren Alltag integrieren?

Anmerkungen zum Ablauf bzw. Einsatz der Methode

An Materialien benötigen Sie lediglich zwei leere Blätter Papier sowie bunte Stifte, denken Sie bitte an eine Schreibunterlage, die das Malen erleichtert.

Bei den Fragestellungen sind individuelle Abwandlungen durchaus erlaubt. Je nach Klient/Patient und Anlass ist es sogar ausdrücklich erwünscht, speziell auf dessen Anliegen einzugehen, wobei der Rote Faden eingehalten werden sollte.

FP 0418 alles App Page4 Image10Es ist nicht ausgeschlossen, dass es Nachfragen bei der Definition von Begriffen gibt. Die Vorstellung, z. B. seinen Geist oder die Seele zu malen, stellt manchen vor eine Herausforderung. Mein Dreiecks-Bild: Körper – Geist – Seele gibt Ihnen eine Möglichkeit an die Hand, die jedoch gerne mit alternativen Symbolen dargestellt werden darf.

Wichtig ist vor allem, dass für den Klienten/ Patienten jede Frage beantwortet wird und er bei jedem Schritt weiß, warum er was tun soll. Leiten Sie ihn an. Helfen und unterstützen Sie ihn, so gut es geht – gehen Sie mit ihm auf seinem Weg und führen Sie ihn „an der Hand“.

Hintergründe zur Methode

Wann bzw. für wen setzen Sie diese Methode ein?

In der Regel wird jeder Klient/Patient mit einem bestimmten Problem zu Ihnen kommen. Dabei ist es zuallererst unerheblich, worum es sich konkret handelt. Allerdings sind Personen mit schweren Depressionen, suizidalen Ansätzen bzw. klar definierten diagnostizierten Psychosen mit besonderer Sorgfalt zu behandeln. Es ist viel Fingerspitzengefühl und Empathie erforderlich, in jedem Moment die richtigen Fragen zu stellen und Ihrem Gegenüber das Gefühl zu vermitteln, dass diese Form der beste Weg ist und vollumfänglich akzeptiert werden kann.

Gibt es einen bestimmten Rahmen, in den diese Methode eingebettet ist?

Ich beantworte diese Frage mit einem eindeutigen Ja. Die Methode muss „passen“, sie sollte nicht „aus der Luft gegriffen“ und „einfach so“ eingesetzt werden. Das anzugehende Problem ist eindeutig zu benennen und der Klient/Patient für die Methode zu sensibilisieren und zu gewinnen.

Im Anschluss an die Durchführung ist sicherzustellen, dass sich Ihr Klient/Patient wirklich gut und wohlfühlt. Halten Sie dies schriftlich fest und fordern Sie dazu auf, die Praxis erst zu verlassen, wenn Sie „wissen“, dass dies auch tatsächlich zutrifft. Führen Sie entweder eine Atemübung oder den Bodyscan durch, leiten Sie ein autogenes Training an – sorgen Sie für einen angenehmen, entspannten Abschluss.

Zu guter Letzt – warum diese Methode?

Einerseits treffen wir in der Medizin nach wie vor auf das Phänomen, dass der Mensch scheinbar nur in seinen „Einzelteilen“ wahrgenommen und behandelt wird. Andererseits geht in vielen Bereichen das Denken und Handeln inzwischen dahin, das menschliche Individuum ganzheitlich zu betrachten und die Wertigkeit danach auszurichten. Ganzheitlichkeit findet heute mehr Beachtung und garantiert, dass ein Heilwerden tatsächlich vonstattengehen kann.

Durch die Gestaltung – bei dieser Methode die besondere, tiefe Wahrnehmung des Klienten/Patienten seiner selbst, kombiniert mit der Vorstellung, wie er als Persönlichkeit Veränderung bewirken kann – ist er Erschaffer einer „neuen Welt“, eines neuen „Empfindens“, des „Sichwandelns“. In verhältnismäßig kurzer Zeit wird so sichtbar, was durch oftmals sehr viele Gespräche und zahlreiche Versuche, das eigene Verhalten zu verändern, eher mühsam erfolgte.

In Form eines systemischen Ansatzes – alte und neue (An-)Ordnung von Körper - Geist - Seele – verändert der Klient/Patient seine Wirklichkeit und sieht dabei, wie durch das Zusammenspiel von „negativem Erleben – entsprechender Darstellung der Ganzheit“ hin zu „positivem Erleben – Wandlung der Ganzheit zu sicht- und spürbarem Glück“ wahrhaftige Veränderung in einem neuen Verhältnis zueinander stattfindet.

Aufgrund der begrenzten Möglichkeit, diese ganzheitliche Methode hier detaillierter darstellen zu können, gilt:

Gerne können Sie sich bei Fragen an mich wenden.

Claudia C. PestClaudia C. Pest
Psychologische Beraterin, Personal Coachin, Entspannungs- und Schlaftrainerin, Reiki-Meisterin, Journalistin SGD, Autorin, Moderatorin
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