Wie wir unsere Haut positiv programmieren können

fotolia©ilhedgehogllWas wünschen Sie sich im neuen Jahr für sich und Ihre Haut? Möchten Sie vielleicht mit Ihrer Haut Frieden schließen, dem Juckreiz Ade sagen oder den Beschluss fassen, für sich und Ihre Haut besser zu sorgen? Eventuell wollen Sie sich zukünftig auch besser abgrenzen, mehr schützen, achtsamer mit den eigenen Grenzen sein? Oder haben Sie das Ziel, die Abwehrkraft Ihrer Haut oder Ihre Selbstheilungskräfte zu stärken?

Mental-Power

Wir haben ein starkes Instrument, das uns hilft, solche Ziele in die Tat umzusetzen – und das ist unser Geist, unser Bewusstsein, unsere mentale Kraft. Allzu leicht vergessen wir im hektischen Alltag, Chef im eigenen Haus zu sein, und fühlen uns den Umständen, z. B. unserer Disposition zu einer chronischen Hauterkrankung, hilflos ausgeliefert. Allzu leicht mögen wir manchmal die Verantwortung für unsere Gesundung in andere Hände abgeben, an den Arzt, den Heilpraktiker, den Psychologen oder andere Therapeuten und Nichttherapeuten. Aber machen wir uns nichts vor, diese Experten sind nur Begleiter, Gefährten auf dem Weg, den wir primär allein gehen müssen. Therapeuten ebnen uns den Weg – aber letztlich ist es unsere Entscheidung, was wir von ihnen annehmen und umsetzen oder ablehnen und sabotieren. Und ganz entscheidend ist auch unsere innere Einstellung, ob wir wohlwollend umsetzen oder ob wir mit unserem therapeutischen Weg hadern und vom Wegesrand abkommen.

Pläne schmieden und realisieren

Als Wesen, die wir nicht nur aus Fleisch und Zellen bestehen, sondern die wir auch mit Geist und Seele versehen sind, können wir mit unserem bewussten Denken Pläne schmieden. Pläne, die sich materialisieren und realisieren können.

Auch unseren Worten wohnt eine immense Kraft inne. Worte können aufbauend oder zerstörerisch wirken. Einmal gesagt, können wir sie nicht zurücknehmen, sie wirken und hallen manchmal noch über Jahre in unserem Innern nach. Mussten Sie auch schon hören, dass man bei Ihrer Hauterkrankung „nichts machen kann“? Oder, dass Sie damit leben „müssen“? Dass Ihre Hauterkrankung „nicht heilbar“ ist? Solche Sätze brennen sich in unser Gehirn ein, schwächen uns, nehmen uns unsere Energie und berauben uns auch unserer Selbstheilungskraft. Natürlich wissen wir um die medizinischen Fakten. Aber der Mensch ist ein Wunderwerk, wir sind ein Wunderwerk und können, trotz allem, solchen vernichtenden Worten trotzen. Wir können diese meist unbedachten Aussagen mit neuen Worten „überschreiben“. Mit kraftvollen Worten, positiven Sätzen, stärkenden Affirmationen. Wir können uns tagtäglich neu programmieren. Wenn wir es wollen.

Worte mit Energie aufladen

Wir haben unseren Geist, unser Bewusstsein, die Macht unserer Worte. Und wir können uns damit neu programmieren, bis auf die Körperebene, sogar auf unsere Haut. Wenn sich Sorgen, Stress und Konflikte bis auf die Haut somatisieren können, dann können es auch das Wohlwollende, das Besänftigende, das Heilsame tun.

Das verbindende Element, wie aus Worten Energie und aus Energie Materie wird, schafft meines Erachtens das chinesische Lebensprinzip „Chi“. Das Chi haucht unseren Worten Leben ein.

Was verbirgt sich hinter dem Chi? Chi steht in der chinesischen Medizin für „Lebensenergie“. Diese Energie lässt sich einteilen in die „Yin-Energie“ und die „Yang-Energie“. Beide besitzen eine unterschiedliche „Ladung“, vergleichbar mit den Ladungen einer Batterie. Durch die unterschiedliche Ladungsverteilung fließt die Lebensenergie Chi in nacheinander geschalteten „Meridianen“ bzw. Energieleitbahnen, die als Energieverteiler im Körper fungieren, durch den Körper. Gesteuert wird das Chi über die Akupunkturpunkte, die als winzig kleine Nerv-Gefäß-Bündel-Strukturen unter der Haut und über der Hüllschicht der Körpermuskeln liegen.

Schlechte Worte – schlechte Energie

Wenn ich meiner Haut immer wieder sage, wie sehr ich sie hasse oder wie sehr sie mich nervt, werde ich irgendwann feststellen, dass sie, wenn sie besser werden soll, kein guter Kooperationspartner ist. Je mehr ich sie ablehne, desto schwieriger wird es werden, sie in Richtung Heilung und Regeneration zu bewegen. Wer abgelehnt wird, macht nämlich nicht gut mit.

Gute Worte – gute Energie

Wenn ich stattdessen meiner Haut sage, wie sehr ich sie schätze, weil sie mich einhüllt, weil sie mir Grenzen gibt und weil ich über sie Liebe und Zärtlichkeit erfahren darf ... Wenn ich ihr Verständnis entgegenbringe, wie sehr sie manchmal leidet, wie viel Kraft sie aufbringen muss, ihren Krankheitsstress zu bewältigen. Dann nimmt sie heilsame Impulse, die ich ihr gebe, besser auf. Wer sich angenommen, geachtet und geliebt fühlt, macht besser mit.

Die Haut mit guten Worten aufladen

Was wäre also, wenn Sie Ihre Haut mit guten Worten „aufladen“ könnten? Dafür bräuchte es irgendeine Art von „Ladestationen“. Und in der Tat: Tatsächlich gibt es auf der Haut Punkte, die sich in der Erfahrungsheilkunde besonders bewährt haben, Energie aufzunehmen und in unserem Körper weiterzuleiten. Es sind die Akupunkturpunkte, die im Körper wie „Energieschleusen“ funktionieren.

Wenn wir davon ausgehen, dass unseren Worten eine besondere Kraft, eine besondere Energie innewohnt, müssten die Akupunkturpunkte als „Energieempfänger“ und „Energieschleusen“ auch darauf reagieren.

Akupunkturpunkte als „Wortschleusen“

Eine besondere Form, Akupunkturpunkte zu aktivieren, ist, sie rhythmisch mit den Fingern zu „beklopfen“. Akupunkturpunkte reagieren nämlich nicht auf Nadeln allein, man kann sie pressen, drücken, reiben, kneten, die Haut über den Punkten vibrieren lassen – und eben „klopfen“.

Selbstwirksamkeit mit Klopfakupressur

Wer nun mit den „richtigen“ Worten die „richtigen“ Akupunkturpunkte beklopft, hat unter Umständen ein hochwirksames Instrument, sich und seine Haut in Richtung Gesundung zu programmieren.

Ihre persönliche Kraftformel

„Aus Gedanken werden Worte, aus Worten wird Energie, Energie wird über Akupunkturpunkte in den Körper eingeschleust und E=mc2.“

Klopfakupressur: Wer hats erfunden? Die Ursprünge der Klopfakupressur gehen zurück auf den US-Psychologen Dr. Roger Callahan. Dieser setzte überraschend erfolgreich Ende der 1970er erstmals die „Klopfakupressur“ zur Behandlung von Traumata und Phobien ein. Inspiriert von Callahans Arbeit entwickelten daraufhin Therapeuten wie Gary Craig (Emotional Freedom Technique) und Fred P. Gallo (Energy Diagnostics and Treatment Methods) eigene wirksame Klopftechniken und sorgten für eine schnelle Verbreitung dieser selbstwirksamen Methoden. Heute gibt es eine schier unüberschaubare Anzahl verschiedener Methoden, die sich rühmen, „neu“ erfunden worden zu sein und sich aus fachlicher Sicht nicht wirklich unterscheiden.

How to do it?

Im Rahmen der Selbsthilfe ist es besonders wirkungsvoll, Klopfakupressur im Hinblick auf das zu erreichende Ziel bzw. auf das gewünschte positive Ergebnis zu verwenden. Im therapeutischen Setting arbeiten wir auch häufig daran, das zu „beklopfen“, was man „weghaben will“, z. B. das Gefühl der „Stigmatisierung“, das „Brennen und Jucken“, den „Schmerz auf der Haut“, die „Angst, sich zu zeigen“, die „Angst, berührt zu werden“, die „Wut auf den eigenen Körper“, die „Wut auf die eigene Haut“ u. v. m.

Bei diesem Ansatz gehen wir davon aus, dass negative Glaubenseinschränkungen, Ängste, belastende Emotionen den Fluss der Lebensenergie Chi blockieren und damit unsere Selbstheilungskräfte reduzieren. Auch Allergien oder Störungen des Darmimmunsystems, Infektionen mit Bakterien, die die Haut belasten, gelten als „Blockaden“. Im Rahmen eines therapeutischen Prozesses decken wir auf, was eigentlich „unter“ dem chronischen Hautprozess steckt, und erarbeiten, wie sich Blockaden wieder lösen und sich der Energiefluss im Körper wieder anregen lässt.

Die Erfahrung zeigt: „Beklopft“ man solche Themen allein (ohne therapeutische Unterstützung), stellt sich nicht immer der gewünschte Erfolg ein. Wir haben einfach, was unsere eigenen Prozesse betrifft, nicht selten „selbst gebaute Scheuklappen“ auf und „klopfen“ schlicht am Kern des Themas „vorbei“.

Klopfakupunktur für Einsteiger

Schritt 1: realistische Ziele formulieren

Greifen Sie am Anfang nicht gleich nach den Sternen. Suchen Sie sich ein Ziel, das „Luft nach oben“ lässt. Vielleicht ist es an der Zeit, die Haut erst einmal zu akzeptieren, so wie sie ist. Immerhin ist es Ihre Haut, Sie haben keine andere und vermutlich quält sich die Haut schon von ganz allein, dann müssen wir sie nicht noch zusätzlich quälen.

Beispiele:
„Ich nehme mich und meine Haut an, so wie sie ist.“
„Ich schließe Frieden mit mir und meiner Haut.“
„Ich erkenne mich und meine Haut an, so wie sie ist.“
„Ich entscheide mich, mich von nun an in meiner Haut wohlzufühlen.“
„Ich erlaube meiner Haut, ruhig und entspannt zu sein.“

Schritt 2: innere Widersacher erkennen

Überlegen Sie, was Sie daran hindern könnte, Ihr Ziel zu erreichen. Ärger? Selbstablehnung? Apathie? Formulieren Sie einen Satz mit „obwohl“ und ergänzen ihn mit dem inneren Widersacher.

Beispiele:
„Obwohl ich mich ständig über meine Haut ärgere ...“
„Obwohl ich meine Haut hässlich und ekelig finde ...“
„Obwohl ich manchmal meine Haut lieber eintauschen würde ...“
„Obwohl ich mir manchmal am liebsten die Haut vom Körper reißen würde ...“
„Obwohl mich meine Haut die letzte Kraft kostet ...“

Schritt 3: Obwohl-Satz mit dem Ziel verbinden

Beispiele:
„Obwohl ich mich ständig über meine Haut ärgere, nehme ich mich und meine Haut an, so wie sie ist.“
„Obwohl ich meine Haut hässlich und ekelig finde, schließe ich Frieden mit mir und meiner Haut.“
„Obwohl ich manchmal meine Haut lieber eintauschen würde, erkenne ich mich und meine Haut an, so wie sie ist.“
„Obwohl ich mir selbst manchmal am liebsten die Haut vom Körper reißen würde, entscheide ich mich, mich von nun an in meiner Haut wohlzufühlen.“
„Obwohl mich meine Haut die letzte Kraft kostet, erlaube ich meiner Haut, ruhig und entspannt zu sein.“

Probieren Sie es aus. Sie finden unendlich viele mögliche Kombinationen.

Schritt 4: Wasser tanken

Trinken Sie vor der Klopfakupressur ein großes Glas Wasser. Wasser sorgt für einen verbesserten Informationsfluss im Körper und dafür, dass sich „neue Programme“ besser schreiben lassen.

Schritt 5: Handkantenpunkt klopfen und Einstimmungssatz formulieren

Ihr „Obwohl-Satz“ ist nun Ihr „Einstimmungssatz“. Beginnen Sie rhythmisch den „Handkantenpunkt“ 1 mit zwei Fingern zu beklopfen und sprechen Sie dabei Ihren Einstimmungssatz dreimal laut aus.

Beispiel:
„Obwohl mich meine Haut die letzte Kraft kostet, nehme ich mich und meine Haut an, so wie sie ist.“

Schritt 6: Neuprogrammierung mit dem Zielsatz

Jeder Meridian besitzt einen Punkt, der für Ihre persönliche „Neuprogrammierung“ besonders gut geeignet ist. Nehmen Sie sich für jeden Punkt einige Sekunden Zeit und sprechen Sie an jedem „Programmierungspunkt“ Ihren Zielsatz einmal laut aus.

Bis auf die Punkte 5 und 6 finden Sie die Klopfpunkte auf der linken als auch auf der rechten Körperseite. Sie können die Punkte auf beiden Seiten gleichzeitig beklopfen oder aber sich auf das Klopfen auf einer Seite beschränken.

2017 04 Haut2Beispiele:
Innerer Augenbrauenpunkt 2 :
„Ich nehme mich und meine Haut an, so wie sie ist.“
Äußerer Augenwinkelpunkt 3 :
„Ich nehme mich und meine Haut an, so wie sie ist.“
Jochbeinmittenpunkt 4 :
„Ich nehme mich und meine Haut an, so wie sie ist.“
Punkt unter der Nase 5 :
„Ich nehme mich und meine Haut an, so wie sie ist.
Punkt unter der Unterlippe 6 : „Ich nehme mich und meine Haut an, so wie sie ist.“
Punkt in der Grube unter dem Schlüsselbein 7 :
„Ich nehme mich und meine Haut an, so wie sie ist.“
Rippenbogenpunkt neben dem Brustbein 8
„Ich nehme mich und meine Haut an, so wie sie ist.“

Ein wichtiger Parameter für „erfolgreiches Programmieren“ ist, wie Sie sich nach einem erfolgten Klopfdurchgang fühlen. Atmen Sie deshalb tief durch und fühlen Sie in sich hinein. Hat sich das Grundgefühl etwas geändert? Fühlen Sie sich etwas gelöster? Zuversichtlicher? Oder entspannter? Falls ja, dürfen Sie sich freuen, das spricht für eine positive Umsetzung. Falls nein, seien Sie nicht traurig. Auch das Klopfen will ein bisschen gelernt sein. Versuchen Sie es einfach noch einmal.

2017 04 Haut3Schritt 7: Ziel verankern

Auch wenn es albern wirkt, machen Sie nach erfolgtem Klopfdurchgang ein paar Überkreuzbewegungen (s. Fotos). Aus der Lernforschung wissen wir, dass Überkreuzbewegungen helfen, Neues zu lernen und als Erfahrung zu integrieren.

Schritt 8: Klopfen wiederholen

Sie können das Klopfen so oft wiederholen, wie Sie mögen und es Ihnen guttut.
Bei vielen Menschen stellt sich relativ schnell eine Verbesserung des Wohlbefindens ein. Natürlich gibt es auch Menschen, die auf die von mir hier vorgestellte modifizierte Kurzform der Methode nicht ansprechen. Vielleicht erreichen sie Ihr Ziel dennoch mit einer anderen Klopftechnik.

Unter www.theralupa.de finden Sie unter dem Stichwort „Klopfakupressur“ hilfreiche Unterstützung.

Ich wünsche Ihnen für das neue Jahr positive Veränderung und neue Wege!

Sonja KohnSonja Kohn
Heilpraktikerin, freie Redakteurin, Mitglied der AG Haut,
Dozentin an den Paracelsus Schulen
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Foto: fotolia©ilhedgehogll