Buch-CD-Besprechungen

2017 03 Buch1Ich halte die von Elke Galic, zertifizierte Therapeutin für musikbegleitete Therapie (HPG), gestaltete Trost-Box in der Hand. Sie hat sich, damit einen Herzenswunsch erfüllt. Ob der Inhalt auch die trauernden Herzen erreicht möge jeder für sich entscheiden.

Frau Galic lädt ein, sich zu erspüren mit dem gesamten Potpourri der Emotionen – statt zu verdrängen, sie klärt auf, indem sie über die verschiedenen Trauerphasen berichtet, ermuntert durch Fragestellungen, die zu produktiven Gedanken und Handlungsweisen führen mögen, und inspiriert durch praktische Anregungen, wie Selbstfürsorge ihren Ausdruck finden kann. Sie lenkt den Trauernden durch ihre Fragestellungen zu den Ritualen und Plätzen, die wohltuend sein können, und erinnert daran, dass wir, auch in Phasen der Trauer, selbstwirksam sein können, indem wir uns durch produktives Input nähren: z. B. durch wohltuende Menschen, den richtigen Speiseplan, Schlafhygiene und tröstliche Musik.

Apropos Musik. Frau Galic hat an alles gedacht. In der Trost-Box finde ich auch eine CD mit Trostmusik, auf der die Musiktherapeutin in jeden Titel der beruhigenden Orchestermusik einführt. Die Stücke leiten und begleiten sinnigerweise durch verschiedene Zeitepochen und repräsentieren so auch die unterschiedlichen Phasen des Trauerprozesses.

Und wem das noch nicht genug Unterstützung ist, der entdeckt in der Box zusätzlich ein Set Trostkärtchen mit liebevoll von Hand illustrierten Autosuggestionen, die dem Trauernden wertvolle Stütze im Alltag sein sollen.

Der mögliche Trost kommt also auf verschiedenen Wegen: kognitiv, visuell und akustisch ins Herz. Warum also bereitet mir diese in bester Absicht produzierte Box dennoch auch ein gewisses Unbehagen?

In unserer Zeit der Singularisierung und Vereinsamung mag eine Trost-Box wie diese längst überfällig und dem Zeitgeist entsprechend sein. Dennoch kommt mir wiederholt die Frage in den Sinn: „An welcher Stelle würde ich sie wem mit gutem Gefühl überreichen?“ Diese Frage habe ich für mich noch nicht zufriedenstellend beantwortet.

„Ein gutes Leben besteht aus guten Beziehungen!“ Das ist das Ergebnis der Grant-Studie, der aufwendigsten Studie der Welt zum Thema gelingendes Leben. Gilt das nicht auch und im Besonderen für gelingendes Trauern?

Wohlwissend, dass die Trost-Box, die ich gerade in den Händen halte, mit Liebe auf den Weg ins Leben gebracht wurde, bin ich doch nicht sicher, ob sie dem tief greifenden Schmerz auf dem Weg des Abschieds kraftvoll genug entgegentreten kann. Das möge jeder für sich selbst erspüren! Eins ist sicher: Das Überreichen der Trost-Box katapultiert das Trauern aus der Tabuzone und ist allemal hilfreicher, als sich still und stumm zurückzuziehen.

Rezension: Beate Kohlmeyer, Heilpraktikerin für Psychotherapie, zertifizierte Psychologische Beraterin

Galic, Elke: Trost-Box, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


2017 03 Buch2Im handtellergroßen und somit durchaus taschentauglichen Format möchte ich hier ein Yoga-Büchlein vorstellen, das nach einem Vorwort und einer kleinen Einführung viele kleine Pausenübungen und Anmerkungen sowie Unterstützungen anbietet, die tatsächlich gut umzusetzen sind, auch wenn ich es mir erst einmal nicht vorstellen konnte, dass ich mir die Übungen erst durchlese, sie dann mache und dabei auch noch entspannen oder mich erfrischen kann. Aber es gelingt! Ich habe es ausprobiert! Nicht nur, dass die Übungen erklärt und zusätzliche Tipps gegeben werden: die Autorin geht auch auf den Arbeitsalltag und die Dringlichkeit effektiver Pausen sowie ihren Nutzen zur Leistungssteigerung ein. Somit hat man nicht nur für sich selbst, sondern im Falle eines Falles auch dem Vorgesetzten oder den Kollegen gegenüber die entsprechende Begründung für das Ausführen dieser dienlichen Pausen parat. Und begreift, warum man diese Pausen und sein eigenes Wohlbefinden vielleicht viel ernster nehmen sollte, als dies in unserer Gesellschaft meist gang und gäbe ist.

Ulrike Reiche schreibt dazu: „Geplante und bewusst gestaltete Pausen sind die einfachste und wirkungsvollste Burn-out-Prophylaxe!“

Die Übungen sind mit ihrem Nutzen benannt, z. B. „Energielevel anheben“, beschreiben, bei welchen Beschwerden oder Abschlaffungszuständen sie eingesetzt werden können, geben einen Hinweis über den Zeiteinsatz, sprechen Empfehlungen für die Anwendungsmöglichkeiten, gefolgt von der eigentlichen Anleitung sowie persönlichen Tipps. Das Buch ist klar gegliedert und dezent in der Aufmachung.

Rezension: Angela Straube, Paarchoach, Künstlerin

Reiche, Ulrike: Meine Yoga-Pause für den Job, KNAUR Balance, ISBN 978-3-42667-506-9


2017 03 Buch3Ebenso wie das vorgestellte Buch „Meine Yoga-Pause für den Job“ ist dieses Buch klein und handlich genug, um in der Handtasche oder im Bordgepäck mitgenommen zu werden, um es dann auf der Reise, auf dem Weg zur Arbeit oder wohin und womit man auch sonst unterwegs ist, zu nutzen. Zum Beispiel, wenn Sie endlich nach frühem Aufstehen, langem Schlangestehen vor der Fluggastabfertigung, weiterem Warten, irgendwann Einstieg in das volle Flugzeug und Warten darauf, dass Sie endlich auf Ihrem Sitzplatz ankommen können, auf eben diesem durch das Zücken und Lesen Ihres kleinen Begleiters nach aller Hektik durch Fokussierung, An- oder/und Entspannung sowie entsprechend geführte Atmung innerlich runterfahren, zur Ruhe kommen, für einen Moment abschalten und aufatmen können! Ausprobiert! Wirkt! Und funktioniert auch ohne Yoga-Vorkenntnisse.

Rezension: Angela Straube, Paarchoach, Künstlerin

Reiche, Ulrike: Meine Yoga-Pause für unterwegs, KNAUR Balance, ISBN 978-3-42667-507-6


2017 03 Buch4Hochbegabt – das klingt doch toll! Menschen mit einem IQ über 130 denken schnell, finden unkonventionelle Lösungen und haben brillante Ideen. Doch es gibt auch eine Schattenseite, denn oft verstecken oder verschweigen sie ihre kognitive Begabung aus Angst vor Vorurteilen oder Neid. Andere wiederum können ihre Talente vor Unterforderung und Langeweile nicht ausleben, werden frustriert und isolieren sich.

Die Autorin Claudia Niklas, selbst mit überdurchschnittlich hohem IQ, weiß, wie sich das anfühlt: Man erlebt sich als Außenseiter und ist sich selbst und anderen ein Rätsel. Selten ist man mit anderen auf der gleichen Wellenlänge – darunter leiden Kontakte und Beziehungen. Zusammen mit ihrem Mann, dem Spezialisten für Begabungsdiagnostik Andreas Niklas, hat sie ein Buch geschrieben, das zeigen will, wie man sich nicht trotz, sondern gerade mit Hochbegabung wohl in seiner Haut fühlen kann. Das Buch wendet sich dabei an alle: an Erwachsene mit und ohne Hochbegabung, an Eltern mit hoch- und normal begabten Kindern. Denn viele der beschriebenen Probleme können alle Menschen betreffen. Wer kennt nicht das Gefühl des Andersseins oder Andersals-gewollt-Seins? Wir alle wollen normal sein und dazugehören – Hochbegabte müssen sich dafür jedoch oft besonders verbiegen. Aus lauter Anpassungsdruck verleugnen sie so manchmal ihr eigentliches Selbst.

Die Autoren schildern eigene Erlebnisse und Begebenheiten aus ihrer Arbeit und hinterfragen die Konzepte von „Intelligenz“, „Begabung“ und „Normalität“. Die Botschaften sind klar: Du bist nicht allein. Du gehörst dazu. Wie man sich selbst besser verstehen und annehmen und als Regisseur seines eigenen Lebens alle Fäden in der Hand halten kann, zeigt dieses feinfühlig und kurzweilig geschriebene Buch.

Rezension: Andreas Weishaupt, B. A. Kommunikationswissenschaften

Niklas, Claudia und Andreas: Die Rätselhaften – wie Hochbegabte besser mit sich und anderen leben. Kösel-Verlag, ISBN 978-3-46631-078-4


2017 03 Buch5Dr. Michael Weh ist Hypnose-Experte und hat sich auf die psychologische Unterstützung von Jugendlichen fokussiert. Sein „Transform Now!“-Programm entstand in jahrelanger Arbeit mit Teenagern; in jenem schenkt er Jungen und Mädchen die Basis für eine erfolgreiche Zukunft. Der Glaube an sich selbst ist das stärkste Gut; er hilft dem Jugendlichen, den richtigen Weg durch die Pubertät zu finden und zur selbstbewussten Persönlichkeit zu reifen. Die CD bietet Unterstützung in Form von Hypno-Coachings, die Dr. Weh selbst spricht.

Im Hypno-Coaching 1 geht es darum, das Selbstbewusstsein zu stärken und sich sympathische Coolheit anzueignen. In Meditation soll sich der Jugendliche ein Vorbild wählen, sich in ihn hineinversetzen und seine positiven Eigenschaften auf sich selbst übertragen. Therapeutisch wird mit den hypnotischen Modulen New Behavior Generator, Modelllernen, Ressourcen suchen und umlenken, Ankern und Reframing gearbeitet. Im zweiten Programm lernt der Übende, dass er Körper und Geist auch einzeln zur persönlichen Weiterentwicklung nutzen kann. Zum Einsatz kommt die iZen®-OverloadViolett-Methode, die durch biaural-differente hypnotische Streams für eine starke neurolinguistische Programmierung sorgt. Im HypnoCoaching 3, einer Zukunftsmeditation, kreiert der Jugendliche eigene geistige Bilder, wie er sich seinen Erfolg genau vorstellt. So wird das Sieger-Gen geschaffen. Visionen und Zielsetzungen werden mit dem See-and-Win-Programm spielerisch hypnotisch programmiert, alle Fähigkeiten aktiviert und sind ab sofort abrufbar.

Dr. Wehs tiefe und vertrauensvolle Stimme hilft den jugendlichen Hörern dabei, sich auf die Hypno-Coachings und diese höchst effektive Form der Persönlichkeitsentwicklung einzulassen. Unser Fazit: Eine spannende und hörenswerte CD – nicht nur für Jugendliche!

Weh, Dr. Michael: Transform Now! – Ziele erreichen: Hypno-Coaching-CD für Jugendliche. Coach!n Verlag, 2017, ISBN 978-3-94326-121-9


2017 03 Buch6Psychische Krankheiten sind allgegenwärtig, und doch sind die konkreten Symptome oft rätselhaft und schwer greifbar. Der Fotografin Nora Klein ist es gelungen, jenseits von Worten eine visuelle Ausdrucksform für die Gefühlswelt depressiver Menschen zu finden: Mit sensiblen Porträts und abstrakten Bildwelten macht das Projekt „Mal gut, mehr schlecht“ eine unsichtbare Krankheit sichtbar. „Du sitzt in deiner Wohnung, siehst die Dinge um dich herum, dann wird das Licht immer weiter heruntergedimmt, du siehst immer weniger, bis nichts mehr da ist: So ist die Depression.“ Mareike* ist eine von neun Betroffenen, die Nora Klein für ihr Projekt begleitet und porträtiert hat. Mehr als eineinhalb Jahre stand die junge Fotografin (*1984 in Rostock) in engem, vertrauensvollen Austausch mit depressiven Menschen. Auf Grundlage vieler Gespräche ist ein Bildband entstanden, der sich mit ihrer Gefühls- und Gedankenwelt auseinandersetzt und ein visuelles Bild der Depression zeichnet.

„Mir kam es vor, als sei die Depression in aller Munde, aber ich konnte sie mir nicht vorstellen, das wollte ich ändern,“ erklärt Klein ihren künstlerischen Ansatz. „Natürlich ist das Thema abstrakt, aber eben das fand ich herausfordernd. Ich wollte es anders machen als in einer klassisch erzählten Reportage.“ Klein kombiniert Porträts von Betroffenen mit Aufnahmen konkreter Orte sowie mit abstrakten Bildwelten, die Stimmungen visualisieren. Gesprächs- und Gedankennotizen sowie persönliche Dokumente der Betroffenen runden die Publikation ab. Klein: „Vielschichtig ist die Depression. Ein Mischmasch aus ‚Losigkeiten‘: Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit, Emotionslosigkeit. Ein Auf und Ab, mit eindeutig mehr Ab.“

Rund 10 % der Frauen und 6 % der Männer berichten lt. Robert-Koch-Institut, dass bei ihnen in den letzten 12 Monaten eine Depression oder depressive Verstimmung bestand, die von einem Arzt oder Therapeuten diagnostiziert wurde. Aber was bedeutet die Diagnose für den Alltag der Betroffenen? Was sagen ihre Angehörigen? Wie reagiert ihr Umfeld? Und was kann helfen? Das Buch schlägt eine Brü- cke zu diesen Fragen, macht die Innenwelt der Depression auch für Nichtbetroffene erlebbar und regt den gesellschaftlichen Diskurs an.

In ihrer Arbeit wurde Klein gefördert. Zum Beispiel sind die Town & Country Stiftung, die Deutsche Depressionsliga e.V. und die BARMER von der Wichtigkeit des Buchs überzeugt.

Rezension: Dr. Werner Weishaupt

Klein, Nora: Mal gut, mehr schlecht. Sensible Einsichten in die Innenwelten der Depression. ISBN 978-3-77574-229-0


2017 03 Buch7Unter dem Motto „Hinter jedem Konflikt steckt ein Traum“ präsentiert Birgit Theresa Koch eine neue Sichtweise auf alltägliche Konflikte. Denn diese trägt man oft viel zu lange mit sich herum, sie belasten das Leben und können sogar krank machen. Schmerz, Angst und Scham sorgen dafür, dass wir unangenehme Situationen oder Beziehungen am liebsten so schnell wie möglich – und oft auf unbefriedigende Weise – beenden, statt das in ihnen verborgene Potenzial zu entdecken. Hinter Konflikten und zwischenmenschlichen Problemen stecken häufig Träume und tiefe Wünsche, die verwirklicht werden wollen.

Als Expertin für Konfliktmanagement erzählt Koch aus ihrer Arbeit als Streitschlichterin und regt dazu an, Konflikte als Wegweiser zu verstehen, die notwendige Veränderungsprozesse anstoßen. Sie lädt uns als Leser ein, gängige Problemsituationen neu zu bewerten, und fordert uns heraus, die vermeintlichen Gegner im Streit als Konflikt-„Partner“ und Verbündete wahrzunehmen, so ungewohnt das auch zunächst erscheinen mag. Denn: Konflikte kann man nicht vermeiden, wohl aber ein neues, prozessorientiertes Miteinander schaffen.

Rezension: Andreas Weishaupt, B. A. Kommunikationswissenschaften

Koch, Birgit Theresa: Hinter jedem Konflikt steckt ein Traum – prozessorientierte Konfliktlösungen im Alltag. Synergia Verlag, ISBN 978-3-94461-535-6