Buchbesprechungen

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2016 04 Buch2Fragte man Manfred Prior, wie er mit einem Stichwort oder einer Überschrift sein Buch sonst noch charakterisieren könnte, dann würde er vielleicht sagen: „Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen“ oder „Die erste Stunde ist der einzige Schuss, den wir Therapeuten haben.“ Beide Zitate führt er selbst in seinem Buch auf.

Seine Aufforderung an den Klienten, das Anliegen oder Ziel in einen knappen Satz zu fassen, wiederholt er denn auch gebetsmühlenartig. Und in der Tat ist die Auftrags- und Zielklärung wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Coach und Klient, die bereits vor der ersten Stunde beginnt.

Roter Faden des Buchs sind die drei Fragen:

  • Was ist Ihr Ziel?
  • Was haben Sie bereits getan, um dieses Ziel zu erreichen?
  • Was hat sich seit unserem Telefonat bis zur ersten Stunde geändert?

Um diese Punkte baut Prior sein telefonisches Erstgespräch auf. Im Kapitel „Weitere Informationen und Verabschiedung“ berücksichtigt er dann weitere Fragen der Klienten.

Dabei bedient er sich, ganz im Sinne der hypnosystemischen Interventionen, auch Suggestivfragen: „Nun möchten Sie sicher auch noch wissen, wie hoch mein Honorar ist.“ Wer souverän mit solchen Fragen arbeiten kann, ist damit gut bedient. Ansonsten verleiten sie schnell dazu, Kunden mundtot zu quatschen. Es soll auch Berater mit einem hohen Mitteilungsbedürfnis geben. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kunde sagt „Nein, das möchte ich gar nicht wissen“ oder „Entschuldigen Sie, Herr Berater, das ist mir jetzt alles ein bisschen viel am Telefon“, ist eher gering.

Der telefonische Erstkontakt ist nicht nur die professionelle Vorbereitung der ersten Stunde. Sie ist auch ein Akquise-Instrument. Und Manfred Prior betont, wie erfolgreich er damit ist: Über 90 % seiner telefonischen Erstkontakte werden Kunden. Bestätigung findet seine Erfahrung durch viele Kundendienste aus der freien Wirtschaft. Sicher, nicht alle arbeiten professionell. Gleichzeitig haben viele Unternehmen erkannt, wie wichtig ein guter Telefon-Support ist. Insofern ist Priors Hinweis, das Telefon als Erfolgsinstrument in Beratung und Therapie einzusetzen, der absolut richtige Weg.

Die Kosten eines Telefonates sind um ein Vielfaches geringer als Anzeigen oder der Druck von Werbeflyern. Und Interessenten, die um einen Termin bitten, haben den Auftrag so gut wie unterschrieben. Das mag sehr ökonomisch klingen. Soll es auch. In der klientenzentrierten Gesprächsführung und den wirtschaftlichen Notwendigkeiten der Praxis muss es keinen Widerspruch geben. Coaches und Therapeuten sind nicht nur Berater, sondern auch Unternehmer. Ohne ein gut strukturiertes Verkaufsgespräch, das den Kunden und seine Ziele im Auge behält, können Berater ihre Leistungen nicht überzeugend transportieren. Schlimmstenfalls bleibt der Kunde weg. Es sei denn, Sie sind in der komfortablen Lage, dass es zu Ihnen keine Alternative gibt, oder die Nachfrage deutlicher höher als das Angebot ist.

Prior liefert mit seinem kompakten Taschenbuch den Anstoß, das Ersttelefonat aufzuwerten und als Erfolgsfaktor zu nutzen. Ist der Kontakt sowieso schon einmal da, können mehr als Termine und Adressen ausgetauscht werden. Alles was wir tun, ist Intervention. Nutzen wir sie bewusst.

Rezension: Horst Lempart, Psych. Berater

Prior, Manfred: Beratung und Therapie optimal vorbereiten. Carl-Auer-Verlag, ISBN 978-3-849-70126-0


2016 04 Buch3Von einem Schicksalsschlag aus der Bahn geworfen, wird die Lehrerin Jenny zudem noch von verstörenden Albträumen geplagt. Auf ihrer Suche nach Antworten stößt sie auf ein dunkles Familiengeheimnis mit beunruhigenden Auswirkungen auf ihr eigenes Leben. Doch sie entdeckt auch einen neuen Zugang zu sich selbst und den Menschen in ihrem Leben und erfährt die heilende Kraft der Vergebung.

Silke Weyergraf, Jahrgang 1972, präsentiert uns hier einen fesselnden und tiefgründigen Debutroman zum Thema Kriegsenkel.

Rezension: Andreas Weishaupt, B.A. Kommunikationswissenschaften

Weyergraf, Silke: Kennen wir uns? OCM Verlag, ISBN 978-3-94267-245-0


2016 04 Buch4Noch eine Tool-Sammlung für Coaches und Berater. Trotzdem freue ich mich, dass die Autorinnen das Buch geschrieben haben. So kleine Interventionen sind die Veränderungshilfen nicht, wie uns der Titel „Micro-Inputs“ vermuten lassen könnte. Die 45 Modelle füllen locker eine Coaching-Stunde oder mehr. So werden nicht nur die Arbeitshilfen „macro“, sondern auch die damit verbundenen Wirkungen.

Das Buch ist prozesshaft aufgebaut: Der Klient erkundet seine vertraute Landschaft, in der sein „Problem“ zuhause ist. Dann packt er seinen Ressourcen-Rucksack und bereitet sich auf den Weg vor: Auf der Reise durch das Land, wo das Alte bereits verabschiedet und das Neue noch nicht da ist, begegnen ihm Drachen und Dämonen. Begleitet durch den Coach nähert sich der Coachee dem Neuland, in dem er beherzt erste Schritte geht und Entscheidungen für die Zukunft trifft. Die metaphorische Arbeit zieht sich durch das ganze Buch, unterstützt durch zahlreiche Visualisierungen von Anna Egger.

Der Aufbau der einzelnen Modelle ist schlüssig: • Vorstellung des Tools • theoretische Vorgehensweise • Anwendungsfelder • praktisches Fallbeispiel • weiterführende Ideen • abschließende Bemerkungen • Literaturangaben

Durch diesen Rhythmus wird das Buch nicht zu einem Unterhaltungskrimi, den man in einem Rutsch durchliest. Ich hatte nach 2 bis 3 Tools meine Dosis erreicht und brauchte eine Verdauungspause. Der Informationsgehalt ist dicht, die Ausführungen teilweise variantenreich.

Besonderen Wert legt Martina Nohl auf die körperbetonte Arbeit. Immer wieder nimmt sie Bezug auf die somatischen Marker. In auffallend vielen Modellen arbeitet sie neben den Bildern auch mit Bodenankern und schafft dadurch eine Art 3-D-Visualisierung. Dadurch wird das Lernen intensiver gefördert und der Coachee kann gleich in die Veränderung hineinspüren.

Als Bonus finden sich einige Arbeitshilfen als Download im Internet.

Rezension: Horst Lempart, Psych. Berater

Nohl, Martina/Egger, Anna: Micro-Inputs Veränderungscoaching, Edition Trainingaktuell, ISBN 978-3-95891-017-1


2016 04 Buch5Gegenüber „Wahrheitsverkündern“ bin ich normalerweise skeptisch. Zu oft wurden gerade im medizinischen und therapeutischen Bereich Postulate aufgestellt, die Heilung versprachen, und sich nach einiger Zeit der Erprobung dann doch als unwirksam oder nebensächlich herausgestellt haben. Deshalb ging ich auch mit Vorsicht an dieses Buch, dass vollmundig ein neues Heilkonzept zur Behandlung von Depressionen verspricht. Überraschend nur, dass ausgerechnet eine Psychiaterin vor der Einnahme von Antidepressiva warnt und stattdessen ganz bestimmte Veränderungen des Lebensstils – insbesondere im Bereich Ernährung, Entspannung und Bewegung – empfiehlt.

Die Art und Weise jedoch, wie die Ärztin Kelly Brogan und ihre Co-Autorin Kristin Loberg die Zusammenhänge zwischen Bauch- und Kopfhirn darlegen und gut strukturiert und nachvollziehbar erklären, wie es zu chronischen Entzündungsreaktionen im Körper kommt, bei denen die depressiven Symptome nur eine Folge und Begleiterscheinung sind, machen den neuen Ansatz einleuchtend. Er wird prinzipiell auch von anderen Experten geteilt, wie z. B. in Patrick Holfords Buch „Optimale Ernährung für die Psyche“.

Kelly Brogan stellt zum ersten Mal den Körper in den Mittelpunkt, wenn es um die Heilung von Depressionen geht. Diese gehen nicht vom Kopf aus, sondern von Entzündungen im Darm, erhöhtem Blutzucker oder anderen, auch hormonell bedingten Störungen im Körper, die Einflüsse auf das Gehirn und die Stimmung haben, die meisten davon ausgelöst durch den modernen Lebensstil, falsche Ernährung oder Umweltgifte. Mithilfe neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie Erfahrungen aus ihrer Praxis stellt Kelly Brogan in diesem Buch ein ganzheitliches Konzept für Frauen vor, sich ohne Medikamente von Depression zu befreien.

Als Mann stört mich der feministische Ansatz etwas, denn auch wenn mehr Frauen als Männer von Depressionssymptomen betroffen sind und ihr Hormonhaushalt von Natur aus anders funktioniert als der männliche, sind die Empfehlungen für beide Geschlechter gleichermaßen nützlich – auch für alle sog. „Burnout-Klienten“! Die Veränderung von Denkgewohnheiten im Sinne der kognitiven Verhaltenstherapie ist dazu ein notwendiger Baustein, dem auch Rechnung getragen wird.

Die entscheidende Frage ist: Wer kann die vielen Tipps der „Lebensstilmedizin“ umsetzen? Inwieweit sind gerade akut von Depressionen betroffene Menschen in der Lage, all diese Veränderungen im Alltag zu vollziehen? Wie schafft man es, die Maßnahmen zur Entgiftung des Körpers und des persönlichen Umfeldes anzugehen und bei der gesunden Ernährungsweise zu bleiben? Da braucht es m. E. dann doch kontinuierliche Unterstützung durch einen begleitenden Coach oder eine Heilpraktikerin (für Psychotherapie). Und die sollten das Buch gelesen und verinnerlicht haben!

Aus diesem Grund verlosen wir 5 Bücher „Die Wahrheit über weibliche Depression“ nach Erscheinen der „Freien Psychotherapie“, 04/2016. Um in der Lostrommel dabei zu sein, schicken Sie uns eine E-Mail mit dem Betreff „Kelly Brogan“ und Ihrer Postadresse an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Rezension: Dr. Werner Weishaupt, Heilpraktiker und Dozent für Psychotherapie, VFP-Supervisor

Brogan, Kelly/Loberg, Kristin: Die Wahrheit über weibliche Depression: Warum sie nicht im Kopf entsteht und ohne Medikamente heilbar ist. Beltz-Verlag, ISBN 978-3-407-86412-3


2016 04 Buch6Ganz schön viele Fragen auf einmal. Für den Beratungsprozess empfiehlt Roman Hoch, dem Klienten und sich selbst ausreichend Zeit zu geben, um Fragen wirken zu lassen. Fragen sind machtvoll, denn sie lenken die Aufmerksamkeit in eine bestimmte Richtung. Durch Fragen versucht der Berater, den Fokus des Klienten neu zu justieren: für das Detail, für das Große und Ganze und auf neue Zusammenhänge. Nicht die Anzahl der Fragen macht den Unterschied, sondern die passende Frage zum richtigen Zeitpunkt, die den Klienten in Richtung seines Zieles lenkt.

Hoch unterteilt seine Fragen-Sammlung in drei große Rubriken: Auftragsklärung, Wirklichkeitskonstruktion und Möglichkeitskonstruktion. Damit orientiert er sich am Verlauf eines Beratungsprozesses. Innerhalb dieser Rubriken unterteilt er seine Fragen weiter, z. B. in Zielefragen, Ressourcenfragen, Musterfragen etc. Nicht ganz einfach, wenn man konkret nach Anregungen zu einem bestimmten Thema sucht. Andererseits habe ich mich bei der Arbeit mit dem Kartenset gut zurechtgefunden. Nicht alle Fragen sind systemisch: „Was ist der Anlass Ihrer Beratung?“ oder „Was machen Sie gerne?“ zielen nicht unbedingt auf komplexere Zusammenhänge. Gleichzeitig können die Antworten natürlich Auskunft darüber liefern, inwieweit ein System davon betroffen ist. Gut finde ich die Einladung des Autors, die Sammlung durch eigene (Lieblings-)Fragen zu ergänzen. Die Karten bieten dafür ausreichend Platz und können dadurch zum „Work-Set“ werden.

Das Format und die Haptik der Karten sind gelungen. Sie können fast dazu verleiten, sie als Moderationskarten mit in die Beratung zu nehmen. Wovon ich ausdrücklich abraten möchte, denn die Kompetenz des Beraters wird durch die zielführende Prozess-Steuerung deutlich und nicht durch seinen Vorrat an Fragen. Hoch fasst denn auch in seinem Booklet zusammen: „Wer sich als Beraterin oder Therapeut selbst fragt: ‚Wozu stelle ich ausgerechnet diese Frage, auf diese Weise?’, und ‚Was könnte an der Antwort für den Klienten nützlich sein?‘, ist sich seiner beraterischen Haltung und seines Vorgehens in aller Regel sehr bewusst.“ Fragen-Sammlungen verlocken, wie Coaching-Tool-Sammlungen gerne dazu, ein „noch mehr“ zu praktizieren und am Ende mit einem „Zuviel des Guten“ deutlich über das Ziel hinauszuschießen. Tooligans und Fragentreiber sind Prozess-Störer und Beziehungskiller.

Sehr willkommen ist mir Hochs Anmerkung, dass „Irritationen und Verstörungen durchaus zielführend sein können.“ Gerade das Umdie-Ecke-Fragen löst innere Suchprozesse aus und unterstützt den Klienten dabei, neue Antworten zu finden und Handlungsalternativen zu schaffen. Die allermeisten der zusammengetragenen Fragen haben dazu das Potenzial. „Wo sehen Sie sich aktuell auf dieser Skala?“, überprüft z. B. die Selbstwahrnehmung des Klienten sowohl in der Wirklichkeits- als auch in der Möglichkeitskonstruktion. Die Fragen sind nicht alle komplett anders und einzigartig, sondern liegen in Einzelfällen nah beieinander. „400-mal hab‘ ich gefragt“, könnte den Titel vielleicht besser beschreiben, ohne den Inhalt in seiner Qualität zu schmälern. Die Sammlung ist für mich sehr gelungen. Und am liebsten würde ich einen Sonder-Punkt vergeben für die jahrelange Fleißarbeit, um diese umfangreiche Sammlung zusammenzutragen.

Rezension: Horst Lempart, Psychologischer Berater

Hoch, Roman: 400 Fragen für systemische Therapie und Beratung, Beltz-Verlag, 2016, ISBN 978-3-621-28438-7


2016 04 Buch7Hypnose ist eine Technik, die den Menschen in Trance hineinführen kann, um dann seine Ressourcen für ihn nutzbar zu machen ...

„Hypnose wirkt!“ ist ein kleines, aber feines Buch: auf 146 Seiten ist alles, was man über Hypnose wissen sollte, in gut verständlicher Form zusammengefasst. Wir bekommen zudem viele direkte Vorschläge, die man so, wie sie im Buche stehen, für die Therapie mit dem nächsten Patienten einsetzen kann.

Ein paar interessante Informationen zur Geschichte der Hypnose von den Naturvölkern bis zur Gegenwart leiten das Buch ein. Naturvölker und ihr Einsatz von Trancetechniken eröffnen den Inhalt. Es folgen grundsätzliche Vorstellungen über die Veränderungen, die durch Hypnose nachweislich eintreten, über Hypnose- und Trancetechniken, die Sprache des Hypnotiseurs, Vertiefungen und posthypnotische Suggestionen sowie die Trance-Rücknahme. Danach ein paar Techniken zur Entspannung, und dann geht es richtig los:

14 Krankheitsgebiete, nach Organsystemen und Störungsgebieten aus der Somatologie und der Psychiatrie geordnet, einschließlich verschiedener Suchterkrankungen und Entwöhnungsbehandlungen werden mit jeweils einer kurzen Einleitung, einem Fallbeispiel und der entsprechenden Hypnose vorgestellt. Die übliche Schreibweise der Tranceführungen mit den drei Punkten zwischen einzelnen Satzteilen machen das Buch sehr gut verständlich und können vom Anfänger in der Hypnose im Grunde so vorgelesen werden, wie sie da stehen. Aber auch für den Fortgeschrittenen sind viele interessante Beispiele und Anregungen vorhanden.

Drei besonders vorgestellte Gebiete sind die Zahnarztbehandlung, die Hypnose bei Kindern und die Selbsthypnose. Ich habe einiges davon gleich selbst einmal ausprobiert und kann sagen: es hat mich überzeugt.

Das Kapitel „Häufig gestellte Fragen“ rundet das Buch ab und überzeugt auch Zweifler. Das Literaturverzeichnis ist gut, das Stichwortverzeichnis ist hilfreich und macht das Buch gut verwendbar.

Obwohl ich seit Jahren mit der Hypnose arbeite, habe ich dieses Buch mit Gewinn gelesen und eine Menge Anregungen erhalten. Alles Wesentliche ist enthalten. Insgesamt kann ich sagen: ein Buch, dessen Anschaffung sich auf jeden Fall lohnt. Gefällt mir. Fünf von fünf Sternen.

Rezension: Thomas Schnura, Heilpraktiker, Psychologe

M.A. Rauscher, Matthias: Hypnose wirkt! Springer-Verlag, ISBN 978-3-662-50281-5


2016 04 Buch8Bereits auf den ersten Seiten des schönen Buches fordert der Autor dazu auf, sich ein „Übungsheft“ zuzulegen. Dieses Buch ist durchzogen von einleuchtenden Betrachtungen, Fragen, die der Leser ehrlich in seinem Heft beantworten möge und nicht zuletzt Übungen. Es ist sehr verständlich und gut formuliert, und so zieht es mich sofort in seinen „Bann“.

Es geht nicht um Glaubensfragen, auch wenn hier von den Shaolin die Rede ist. „Die sieben Prinzipien emotionaler Selbstbestimmung“ heißt es im Untertitel, und da mich dies anspricht, lese ich wissbegierig, aufmerksam und brav die Fragen beantwortend. Bernhard Moestl zeigt anschaulich auf, wie sehr unser Denken, unser Handeln, unsere Entscheidungen von Emotionen gesteuert sind. Unseren Emotionen. Emotionen, die oft nur durch geschickte Manipulation hervorgerufen werden. Meine persönlichen Antworten bestätigen dies.

Moestl schildert hier neben kleinen ergänzenden Geschichten auch eigene Erfahrungen, die als Beispiel dienen und anschaulich machen, wovon er spricht.

Macchiavelli, der von Kriegsführung schrieb, und hier Bernhard Moestl, der von „Kampf“ und „kampflosem Siegen“ spricht, auch wenn Kämpfe nicht mehr offen körperlich, sondern eher emotional und psychisch ausgetragen werden. Die Angreifer versuchen, möglichst tiefe seelische Wunden beizubringen. Ziel ist die mentale Erschöpfung.

Zitat: „Bei nicht-körperlichen Auseinandersetzungen sind viele Menschen der Meinung, auf Schutz verzichten zu können, und wundern sich dann, was der Gegner bei ihnen anrichtet.“ Als Schutzanzug wird hier das „Prinzip der Abgrenzung“ empfohlen. Dazu müssen wir uns und unsere Mechanismen erst einmal selbst etwas besser kennenlernen. Dann finden wir in diesem Buch eine Anleitung zur Gedankenund Gefühlshygiene, wie ich es einmal nennen möchte, um uns vor Enttäuschungen und Leid zu schützen. Zitat: „Da jeder Gedanke in uns eine gewisse Erwartungshaltung erzeugt, die uns meist gar nicht bewusst ist, übt das Denken umgekehrt auch eine nicht zu unterschätzende Macht auf uns aus.“

Ziel des Buchs ist, emotionale Angriffe so umzulenken, dass sie uns keinen Schaden zufügen.

Die Lektüre sowie die Übungen dieses Buches waren für mich sehr aufschlussreich, und ich werde es wohl bald nochmal lesen, besonders die rot hervorgehobenen Aussagen, um die Denkansätze zu verinnerlichen. Denn schließ- lich macht Übung den Meister.

Ich finde dieses Buch äußerst empfehlenswert!

Rezension: Angela Straube Künstlerin, Paarcoach

Moestl, Bernhard: Denken wie ein Shaolin, Droemer-Knaur, ISBN 978-3-42621-401-5


Bücher von VFP-Mitgliedern

2016 04 Buch9Ich bin froh und stolz, Ihnen Band 3 dieser erfolgreichen Reihe vorstellen zu können, der wieder einen fundierten Einblick in die Arbeitswelt der Psychologischen Berater und Heilpraktiker für Psychotherapie gibt.

Renommierte Kolleginnen und Kollegen lassen Sie durch die Schilderung von konkreten Fällen Anteil daran nehmen, mit welchen Problem- und Fragestellungen sich rat- und hilfesuchende Menschen an sie wenden und wie sie ihnen helfen. Dabei kommt die Vorstellung neuer Beratungs- und Therapiemethoden nicht zu kurz, sodass Praktiker viele Anregungen für ihre eigene Arbeit bekommen und allgemein an Psychologie- und PsychotherapieInteressierte einen guten Überblick über den Stand dieser Disziplinen gewinnen können. Insgesamt 17 Autorinnen und Autoren haben sich an diesem Sammelband beteiligt. In mehreren Fachbeiträgen liefern sie auch Grundlagenwissen, z. B. über Essstörungen, affektive und psychotische Krankheitsbilder, Persönlichkeitsstörungen, Hochsensibilität, das Verständnis von Liebe im kulturellen Wandel und die heilende Kraft der Vergebung. Fallskizzen beschäftigen sich u. a. mit Focusing, Energiemedizin, Kinesiologie, Hypnose, Kinder- und Familientherapie, psychologischer Schmerzbehandlung, Joint-Release, Musiktherapie und Psychosomatik. Experteninterviews zur Sexualberatung, zur Wirksamkeit des Autogenen Trainings und von heilenden Berührungen runden das Spektrum ab.

Band 1 und 2 dieser Reihe sind im ShakerMedia-Verlag erschienen, Band 3 im Verlag M.A.M. Maiworm. Dabei wurde jetzt auf ein ansprechendes Layout, einen lesefreundlichen Satz und eine thematisch passende Illustration größter Wert gelegt. Entstanden ist ein (mit dem Preis von 19,90 € vergleichsweise preiswertes) Fachbuch, das sich für alle eignet, die Einblick in den spannenden Beruf, das Wissen und die Arbeit des Freien Psychotherapeuten bekommen möchten.

Dr. Werner Weishaupt, Dozent, Heilpraktiker für Psychotherapie, Autor und Supervisor

Weishaupt, Dr. Werner (Hg.): Die große Welt der Freien Psychotherapie 3, Verlag M.A.M. Maiworm, 276 Seiten, ISBN 978-3-943-26111-0


2016 04 Buch10Unser Mitglied Monika A. Pohl aus Niederkassel hat schon mehrere erfolgreiche Bücher geschrieben, wie z. B. in der Reihe „30 Minuten“ des GABAL-Verlags den Titel „Menschlichkeit“.

Anfang September 2016 ist dieses Buch erschienen. Inhaltlich geht es darum, Möglichkeiten der Selbstbestimmung bewusst wahrzunehmen und Hindernisse gezielt zu überwinden. Das gelingt aus ihrer Sicht nur dann, wenn wir unser Selbstwertgefühl stärken, den inneren Kritiker zähmen und in Kontakt mit unserer Intuition kommen. Dementsprechend ist das Buch aufgebaut in die Kapitel

  • Möglichkeiten entdecken und Hindernisse überwinden
  • Lernen Sie Ihren Selbstwert kennen
  • Lernen Sie, Ihren inneren Kritiker zu zähmen
  • Lernen Sie, Ihre Intuition einzusetzen
  • Selbstbestimmung als Quelle charismatischer Ausstrahlung
  • Ein Anhang mit nützlichen Arbeitshilfen rundet das gelungene Werk ab

Die wichtigsten zehn Aussagen auf einen Blick:

  1. Veränderung ist etwas Wunderbares. Sie eröffnet uns meist neue Chancen, bedarf jedoch einer Investition von Arbeit und Zeit. Wo der Wille zur Veränderung ist, ist auch das Potenzial zur Entwicklung.

  2. Selbstbestimmung ist eine bewusste Entscheidung! Sie geht Hand in Hand mit Selbstverantwortung.

  3. Nur wer weiß, was er (sich) wert ist und gelernt hat, mit seinem inneren Kritiker Freundschaft zu schließen, kann sich dauerhaft von der Fremdbestimmung lösen.

  4. Selbstdisziplin als innere Verpflichtung hilft, auf den Weg der Selbstbestimmung zu kommen und dort zu bleiben.

  5. Sich selbst ernst zu nehmen und zu respektieren, ist die Voraussetzung, um andere zu respektieren und ernst zu nehmen.

  6. Ein klares „Nein“ ist ein gutes Mittel, um der Fremdbestimmung zu entkommen.

  7. Ohne Macht kann niemand seine Ziele gegen den Widerstand anderer durchsetzen.

  8. Oft sind es die eigenen Charakterzüge, die Freiräume schmälern und Entscheidungsfreiheit rauben.

  9. Intuition hat einen heilsamen Effekt auf die Psyche und ermöglicht ein Leben im Einklang mit den eigenen Bedürfnissen.

  10. Charisma ist eine Wirkkraft von innen. Es entsteht aus dem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Charismatische Menschen kennen ihr Potenzial und nutzen es auch.

Rezension: Dr. Werner Weishaupt, Dozent, Heilpraktiker für Psychotherapie, Autor und Supervisor

Pohl, Monika A.: Selbstbestimmung. Raus aus der Fremdbestimmung, rein ins selbstbestimmte Leben – ein Erfolgstraining. GABAL Verlag, ISBN 978-3-86936-730-9

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