Das Herz als wichtigster Erfolgsfaktor für ein gelingendes Leben

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Von der Bankkauffrau zur Herzintelligenz ®-Trainerin. Seit über 20 Jahren begleite ich Menschen dabei, ihr Herz zu heilen und ihren ureigensten Herzensweg zu gehen. Und genau das habe ich selbst vorgelebt: Wie sonst käme eine Bankkauffrau heute dazu, mit fünf prächtigen Lamas zu arbeiten?

2016 02 Leben2Ein Herzensweg mit „Um“-Wegen

Was im Nachhinein wie eine logische Abfolge von Lebensschritten aussieht, ist in den Momenten der Entscheidung alles andere als logisch. Als ich die Entscheidung traf, das Abitur nachzuholen und danach Sport zu studieren, wurde mir gerade eine ganz andere Möglichkeit eröffnet: Mir wurde der Beginn einer vielversprechenden Bankkarriere in Form eines Fachlehrgangs für junge Nachwuchskräfte angeboten. Doch ich schaffte es, trotz dieser Verlockung meinem Herzen zu folgen und den Schritt ins Ungewisse zu tun. Ich hatte die Sehnsucht, Bewegung, Psychologie, Tiere und Natur miteinander zu verbinden. Dafür musste ich alle Sicherheiten aufgeben. Aber ich wählte einen neuen Weg. Einen Weg, der am Ruhrkolleg begann – bis heute bin ich froh über diese Entscheidung.

Nach dem Abitur studierte ich an der Sporthochschule Köln. Dem Diplom folgte eine mehr als 15-jährige Tätigkeit als Sport- und Bewegungstherapeutin in einer Fachklinik für Psychiatrie und Psychosomatik. Und auch hier ging ich meinen Herzensweg, denn mein Arbeitsbereich befand sich in einem Schloss. Dadurch konnte ich die Natur und die Tiere des Schlossparks in die Sport- und Bewegungstherapie miteinbeziehen. Ein Faktor, bei dem schnell zu sehen war, wie dieser Zusammenschluss den Heilungsprozess der Patienten unterstützt.

2016 02 Leben3Natur und Tiere in meine Arbeit fest einzubeziehen, war der Punkt, warum ich 2007 einen weiteren Neuanfang riskierte. Wieder musste ich den Verlust aller Sicherheiten in Kauf nehmen, folgte meinem Herzen und wagte ein neues Leben: Ich machte mich selbstständig. Seitdem arbeite ich mitten im städtischen Ballungsraum, im Ruhrgebiet, mit fünf Lamas. Meine Tiere beziehe ich in meine Arbeit als Herzintelligenz®-Trainerin und Bewegungstherapeutin mit ein. Dabei kommen die Lamas bei Freizeit-Lamawanderungen ebenso zum Einsatz wie in der tiergestützten Therapie und Pädagogik, bei Seminaren und Coachings.

Heute helfe ich Menschen, die in Heilberufen arbeiten und häufig belastenden Situationen ausgesetzt sind, ihre Resilienz zu stärken. Gleichzeitig gebe ich ihnen mit den Herzkohärenz-Übungen ein Werkzeug in die Hand, das in Therapie- und Heilsitzungen eingesetzt werden kann.

Warum Lamas?

2016 02 Leben4Lamas verfügen über ein achtsames und freundliches Wesen. Ihre Ruhe und Ausgeglichenheit wirkt auf Menschen entspannend. Lamas gehen freundlich auf Menschen zu und besitzen ein hohes Maß an Empathie. Ihre wunderschönen großen Augen und das weiche Fell machen sie zu Sympathieträgern und erleichtern Menschen, die Angst vor Tieren haben, den Kontakt. Ja: Lamas spucken – jedoch nur auf Artgenossen. Zu einem artgerechten Umgang mit den sanften Kleinkamelen gehören gegenseitiger Respekt und eine freundlich-neugierige Offenheit.

Wunderwerk Herz

Doch für mich war dies noch nicht genug. Mit meiner zweiten Firma „Wunderwerk Herz“ motiviere ich Menschen, es mir gleichzutun und ihren Herzen zu folgen. Das beschreibe ich auch in meinem Buch „Das Herz, unser Glücksmuskel“. Es thematisiert u. a. die Herz-Hirn-Kommunikation und gibt Anleitungen, wie man mit einfachen Übungen zu mehr Lebendigkeit, Freude und Leichtigkeit gelangen kann.

Resilienz, ein wichtiger Faktor für Menschen in Heilberufen

2016 02 Leben5Heilpraktiker, Therapeuten und Menschen anderer Heilberufe sind täglich Stress und emotionalen Belastungen ausgesetzt. Eine ausgeprägte Fähigkeit zur emotionalen Selbststeuerung und eine starke Resilienz sind dabei sehr unterstützend. Hilfreich ist es daher, die Fähigkeit zur Resilienz und emotionalen Selbststeuerung zu stärken. Resilienz bedeutet, auf stressauslösende Situationen gelassener reagieren zu können. Emotionale Selbststeuerung bedeutet, dass man den eigenen Gefühlen nicht blind ausgeliefert ist. Ziel ist es, Gefühle bewusst auszuwählen oder sie zumindest zeitnah in gewünschte Gefühle verändern zu können.

Herzarbeit bei Ängsten/Unsicherheiten

Resilienz aufzubauen, hilft nicht nur im Beruf. Resilienz bedeutet auch, eine innere Widerstandskraft entwickelt zu haben. Eine Kraft, die hilft, Krisen und schwierige Lebenssituationen zu überstehen. Mit dem Herzintelligenz®-Training kann man sich die Fähigkeit aneignen, auch in Stresssituationen einen klaren Kopf zu behalten. Man kann sich schneller wieder in einen kohärenten, harmonischen Zustand bringen. Einen Zustand, der es ermöglicht, dass man Entscheidungen nicht aus dem stressbedingten Tunnelblick fällt, sondern darüber hinausschauen kann. Und diese harmonisierenden Impulse gehen vom Herzen aus und beeinfl ussen natürlich das Herz selbst, aber auch das Gehirn, die Herz-Hirn-Kommunikation und den ganzen Körper. Das ist wissenschaftlich nachgewiesen.

Aus der Wissenschaft

Das Institute of HeartMath® beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Wissenschaft des Herzens und hält die neuesten Forschungsergebnisse zum Thema Herzintelligenz und Herzkohärenz bereit. Daraus wurde die Herzintelligenz®-Methode (englisch: HeartMath) entwickelt. Dabei geht es darum, ganz gezielt über das eigene Herz Einfl uss auf die Gesundheit zu nehmen. Als HeartMath-Coach gebe ich fundierte Hilfestellungen in Krisen wie bei Angstzuständen, depressiven Erkrankungen oder anderen Zivilisationskrankheiten. Vor allen Dingen kann man beruflichen und privaten Dauerbelastungen, bei denen der Stresspegel sehr hoch ist, wirksam entgegenwirken. Die Anwendung der Herzintelligenz ®- und der weiterentwickelten Glücksmuskel- Übungen führen messbar zu Stressreduktion und mehr Resilienz.

Sympathikus und Parasympathikus – was bei Stress passiert

Im vegetativen Nervensystem sitzen u. a. der Sympathikus und der Parasympathikus, die beiden Gegenspieler, wenn es um Anspannung und Entspannung geht. Den Sympathikus brauchen wir, weil er uns in die Bereitschaft versetzt, aktiv zu sein und etwas zu leisten. Der Parasympathikus sorgt dann im Gegenzug dafür, dass wir uns erholen, entspannen und wieder zu Kräften kommen können.

Die beiden sind eigentlich ein eingespieltes Team und sind immer abwechselnd aktiv. Das ist bei Stress und vor allem bei Dauerbelastungen anders: Denn dann powert der Sympathikus, was das Zeug hält, weil unser Verstand uns sagt, dass wir alles schaffen müssen – und zwar sofort. Irgendwann schaltet sich der Parasympathikus ein, um die regenerierenden Prozesse des Körpers in Gang zu setzen. Dazu gehört es, dass Giftstoffe, die sich im Körper angesammelt haben, abgebaut werden, Wunden heilen, die Organe arbeiten, Haare wachsen etc.

Wenn sich jetzt also der Parasympathikus eingeschaltet hat und wir aber dennoch weiter in dieser Hochspannung bleiben, dann sind auf einmal beide aktiv: Sympathikus und Parasympathikus. Es ist, als würden wir beim Autofahren Gas geben und gleichzeitig bremsen.

Das kann eine Weile gut gehen, fragt sich nur: wie lange? Können Sie sich vorstellen, dass Sie in einem solchen Hochspannungszustand fähig sind, kluge Entscheidungen zu fällen? Kreativ zu sein? Ihre Herzenswünsche wahrzunehmen und Ihrem ganz eigenen Lebensweg zu folgen? Nein, das geht nicht. Und auch das ist durch Forschungsergebnisse des Institute of HeartMath belegt.

Es wird also Zeit, das System wieder in Balance zu bringen. Und das geht über das Herz. Denn das Herz ist es, mit dem Sympathikus und Parasympathikus wieder in Harmonie gebracht werden können. Auch das ist wissenschaftlich bewiesen und messbar.

Herzkohärenz

Diesen ausbalancierten Zustand nennt man „Herzkohärenz“. Ziel bei den Herzintelligenz ®- und Glücksmuskel-Übungen ist es daher, zuerst einmal wieder in diesen harmonischen, ausbalancierten Zustand der Kohärenz zu kommen. Am besten mehrmals am Tag.

Resilienz-Training mit der „Herzatmung“

Die Übung „Herzatmung“ aktiviert die harmonisierende Kraft Ihres Herzens (aus meinem Buch „Das Herz, unser Glücksmuskel“). Es geht darum, den Fokus auf das Herz zu richten und in das Herz hineinzuspüren. Versuchen Sie, sich zu entspannen. Ein kohärenterer, balancierterer Zustand wird sich nach und nach einstellen.

Die fünf Schritte der Herzatmung

  1. Nehmen Sie eine bequeme Haltung ein.
  2. Nehmen Sie Ihren Atem bewusst wahr und lassen Sie die Luft ganz natürlich strömen. Lassen Sie alle Gedanken und Gefühle, die auftauchen, einfach vorüberziehen.
  3. Legen Sie nach ein paar Atemzügen beide Hände mittig auf die Brust und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihr Herz.
  4. Stellen Sie sich vor, dass Ihr Atem durch Ihr Herz in den Körper strömt. Atmen Sie langsamer und tiefer als gewöhnlich. Verbleiben Sie für einige Minuten dabei und bei Ihrem Herzen.
  5. Richten Sie wieder Ihre Aufmerksamkeit auf die Umgebung, um die Übung zu beenden.

Wirkungsweise

Die Herzatmung harmonisiert messbar Ihre Herzschläge und Sie geben Ihrem Herzen seine natürliche Kraft zurück. Ihr Herz kann sich wieder selbst in Harmonie bringen und in Kohärenz kommen. Die Herzatmung hilft, die Schwere aus einer Situation herauszunehmen und das Herz zu öffnen. Der Kopf ist wieder frei, um auf neue oder kreative Lösungen zu kommen. Indem man die emotionale Ladung verringert, kann sich der Blickwinkel auf die Situation verändern. Das macht frei, um auf wirklich hilfreiche Lösungen zu kommen und unbelastet an alles heranzugehen.

So kann man beherzt Schritt für Schritt die kleinen Veränderungen im Leben umsetzen, die in das Leben führen, das einem entspricht.

Literatur

Pracht, Beate: Das Herz, unser Glücksmuskel. Mit der verborgenen Kraft des Herzens zu Lebendigkeit, Freude und Leichtigkeit, Integral-Verlag, ISBN 978-3-778-79261-2

Beate Pracht Beate Pracht
Herzintelligenz®-Coach und -Trainerin

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