Ist „Kinesiologisches Funktionskreis-Lokalisieren“ die Lösung?

2015 03 Kines1

Sind die Strukturen des Körpers oder Emotionen die Ursachen für das Symptom des Klienten/Patienten?

Häufig kommen Patienten mit körperlichen Symptomen zu mir in die Praxis, die trotz verschiedener Therapieansätzen über längere Zeiträume nicht verschwinden. Hier bietet die Kinesiologie eine interessante Option, die in den meisten Fällen erfolgreich ist. Folgende Vorgehensweise hat sich bewährt:

2015 03 Kines2Vortest: Zuerst wird mit einer Reihe von Vortests geklärt, ob der jeweilige Indikatormuskel an der richtigen Stelle einschaltet bzw. abschaltet. In den verschiedenen kinesiologischen Richtungen (Touch for Health, Brain Gym, 3D-Integration usw.) wird mit unterschiedlichen Vortests gearbeitet. Es wird so die Bereitschaft zur Mitarbeit hergestellt und über den Indikatormuskel die Erlaubnis zur Zusammenarbeit erfragt. Damit ist die Basis für eine vertrauensvolle Interaktion gelegt.

Testen des Symptoms: Durch Berühren der Stelle – z. B. schmerzende Schulter, Knie, Wirbelsäule oder eines Organs, vom Patienten wie auch vom Therapeuten schaltet der Indikatormuskel ab. Das bedeutet, dass die schmerzende Stelle Stress verursacht und damit den Muskeltonus des Indikatormuskels schwächt, sodass er die angeschaltete Position nicht mehr halten kann.

Testen der ESR-Punkte (ESR = Emotionale- Stress-Reduzierungs-Punkte, Funktionskreis- Lokalisierung): Gleichzeitig – Berühren des Symptoms, abgeschalteter Indikator-Muskel – werden die beiden Stirnbeinhöcker gehalten und der Indikatormuskel getestet. Ein Indikatorwechsel, von abgeschaltet zu angeschaltet, bedeutet: Der Funktionskreis des Energiefl usses ist geschlossen, es besteht ein emotionaler Bezug.

Die beiden Stirnbeinhöcker sind neurovaskuläre Punkte (NVP), bekannt aus dem Buch „Gesund durch Berühren“. Werden die NVP sanft berührt, wird dies auf der motorischen und sensorischen Rinde im Gehirn registriert. Die Aufmerksamkeit wird auf die Zone gelenkt. Dadurch wird eine vermehrte Durchblutung und damit eine gesteigerte Sauerstoffzufuhr im Stirnbereich eingeleitet. Die neueste Gehirnforschung bestätigt, dass dieser kleine Bereich im Fronto-Temporallappen des Gehirns im Stirnbereich, den wir über die ESR-Punkte aktivieren, die Zone der bewussten Entscheidung und des Vorausschauens ist und ein emotionaler Bezug besteht.

Damit ist die Diagnose klar: Es besteht ein Zusammenhang zwischen Symptom und Emotion. Die Korrektur bzw. Intervention sollte auf dieser Ebene erfolgen. Es liegt kein strukturelles Problem vor.

Die Korrektur – die Intervention: Wichtig für den Patienten ist die Erkenntnis, dass er zwar eine körperliche Beeinträchtigung hat, dass die Ursache aber eine emotionale ist, d. h. dass sich das Problem psychosomatisiert hat. Mit diesem Wissen wird versucht herauszufinden, wann, wo, wie das Symptom entstanden ist.

  • Handelt es sich um ein Ereignis, konzentriert sich der Patient darauf mit allen Facetten, gleichzeitig hält der Patient oder der Therapeut die neurovaskulären Punkte und zur Verstärkung auch noch die neurovaskulären Punkte am Hinterhaupt. Im dahinterliegenden Anteil des Gehirns befindet sich das visuelle Gedächtnis, sodass sich die Vergangenheit mit der Gegenwart verbindet, um so für die Zukunft eine Lösung zu finden.

  • Lässt sich die Ursache nicht eroieren, ist es möglich, mit Hilfe einer Bach-Blüte einen unspezifischen Bezug herzustellen. Das ist oft der Schlüssel, da durch die Metapher der Bach-Blüte der Bezug zur Ursache bzw. die Lösung auftaucht und dadurch eine spezifische Korrektur möglich ist.

Kontrolle: Egal, ob spezifisch oder unspezifisch, durch die Einnahme der ausgetesteten Blüte aus der Stockbottle bleibt der Indikatormuskel angeschaltet beim Berühren des Symptoms. Es besteht kein Stress mehr.

Fall-Beispiele:

1) Eine 55-jährige Patientin kam in die Praxis, da sich ihr linkes Bein anders anfühlte als das rechte. Auch beim Gehen hatte sie das Gefühl, dass sie nicht gleichmäßig laufe. Beim neuro-physiologischen Muskeltesten schaltete der linke Gluteus medius ab. Seine Funktion: Er spreizt den Oberschenkel zur Seite und dreht das Bein. Eine Schwäche dieses Muskels kann zu einem eigenartigen hinkenden Gang führen. Folgende Korrekturen nach dem Ansatz „Gesund durch Berühren“ wurden durchgeführt:

  • Rubbeln der zugehörigen neuro-lymphatischen Zonen
  • Halten der neuro-vaskulären Punkte
  • Streichen des Meridians in Fließrichtung 
  • Massieren von Ansatz und Ursprung des Muskels

Eine Gabe von Supplementen, in diesem Fall von Vitamin E, war nicht angesagt bzw. schaltete den Muskel nicht an. Das Funktionskreis-Lokalisieren zeigte eine emotionale Komponente. Der Patientin wurde der Zusammenhang erklärt, aber ihr kam keine Erinnerung. Sie musste jedoch ganz dringend zur Toilette. Der Gluteus medius hat Bezug zum Kreislauf-Sexus Meridian und zum kleinen Becken. Krämpfe während der Menstruation und Probleme mit der Prostata können die Folgen einer Imbalance des Gluteus medius sein.

Als sie zurückkam, sagte sie, dass vor ca. einem Jahr an dem linken Bein ein „Venen-Stripping“ durchgeführt wurde. Die Erinnerung an diesen Eingriff schaltete den Indikatormuskel ab. Es bestand also noch Stress in Bezug auf diesen Eingriff.

Es wurde eine Emotionale-Stress-Reduzierung durchgeführt. Die Therapeutin hielt die Stirn-Hinterhaupt-Punkte. Die Patienten durchlief in Gedanken die operative Intervention. Ein tiefer Atemzug zeigte die gelungene Intervention an. Der Indikatormuskel war jetzt angeschaltet und blieb es auch beim Gedanken an die Situation. Ebenfalls testete nun der Musculus Gluteus medius „stark“. Beim Gehen fühlte sich das linke Bein nun an wie das rechte.

2) Ein 42-jähriger Mann kam in die Praxis, weil er wissen wollte, ob er sich am nächsten Tag wegen seines Bandscheibenvorfalls (LW4/5) operieren lassen sollte.

Er wurde über die Grenzen und Möglichkeiten der Kinesiologie aufgeklärt. Das Symptom, die Schmerzen der Lendenwirbelsäule 4/5, wurden vom Patienten und von der Therapeutin berührt. Der Indikatormuskel schaltete ab. Die ESR-Punkte wurden gleichzeitig berührt und das Funktionskreis-Lokalisieren erzeugte einen Indikator-Wechsel von abgeschaltet zu angeschaltet. Also hatte das Symptom einen emotionalen Bezug.

Der Patient setzte sich ruckartig senkrecht auf die Liege (was er eigentlich auf Grund der Symptomatik nicht konnte) und sagte empört: „Das ist das, was ich seit acht Jahren sage. Aber auf mich hört ja niemand. Ich werde von Arzt zu Arzt, von Physiotherapeut zu Physiotherapeut, von Osteopath zu Osteopath, von Body-Building-Studio zu Body-Building-Studio geschickt. Schauen Sie mal, was ich für Muskeln habe!“ Er demonstrierte seine Arm- und Beinmuskulatur. „Aber die Rückenschmerzen gehen nicht weg.“

Die Reflexe der Beine wurden getestet, alle waren abgeschaltet. Eine Massage der Bezugspunkte schaltete die Reflexe an. Der Patient war tief beeindruckt. Da er keinen emotionalen Bezug zu seinem Symptom herstellen konnte, wurde eine Bach-Blüte ausgetestet. Beim Vorlesen des Textes zum gegenwärtigen Status ging er wieder ruckartig in die Sitzposition. „Woher wissen Sie das? Ich habe Ihnen nichts Persönliches von mir erzählt. Das ist genau das Problem, das ich schon immer mit meinem Vater habe.“ Es wurde ihm empfohlen, die Bach-Blüte weiter einzunehmen und den Text zu verinnerlichen.

Der Patient wurde mit dem Hinweis verabschiedet, dass er auf Grund dieser Erkenntnisse nun selbst die Entscheidung treffen kann: „Operation – ja oder nein?“

In der nächsten Woche kam der Patient wieder. Er hatte sich nicht operieren lassen. Er hatte keine Schmerzen mehr – aber Probleme. Auf seiner langen Liste testeten wir die Priorität aus. Es war wieder ein Problem mit seinem Vater, das mit der Vorgehensweise aus dem 3D-Konzept (Three-In-One-Concepts) gelöst wurde. Der Mann hat dauerhaft seit mehr als zwei Jahren keine Schmerzen mehr und wurde nicht operiert.

Fazit: In vielen Fällen sind wahrscheinlich orthopädische Operationen nicht die richtige Lösung, da die Ursachen vieler Beschwerden eine emotionale psychosomatische Komponente hat. Manchmal bringen sie deshalb auch gar keine Linderung. Ebenfalls haben viele Schmerz-Symptome oft eine emotionale Komponente – denn „Schmerz ist der Schrei des Gewebes nach fließender Energie.“ Emotionale Verletzungen verursachen oft eine Blockade, die sich körperlich äußert.

Das „Funktionskreis-Lokalisieren“ ist eine geniale Technik zur Beurteilung, ob ein Symptom eine strukturelle oder emotionale Ursache hat. Damit kann gleich zu Beginn der Entstehung der Symptome die Entscheidung über eine geeignete Vorgehensweise – ob strukturell oder emotional – getroffen werden und dem Patienten wird eine lange Leidensgeschichte erspart! Auf der anderen Seite können Kosten vermieden werden.

Ingeborg L. Weber, MSc Ingeborg L. Weber, MSc
Health Sciences und Child Development, Diplom-Gerontologin, seit 1993 als Heilpraktikerin in eigener Praxis tätig
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