Der unsichtbare Störenfried - Wie Verstorbene unsere seelische Gesundheit beeinflussen

2014-01-Stoeren1

Einige Leser werden nun die Nase rümpfen oder die Augenbrauen hochziehen. Was hat ein solch unwissenschaftliches Thema hier zu suchen, denken Sie vielleicht. Gehört das nicht in ein Magazin für Esoterik oder Geistheiler? Auch ich gehörte lange zu denen, die Heiler oder Geistheiler eher skeptisch beäugten. Diese Gruppe ist Psychologen und Ärzten schon lange ein Dorn im Auge und wird von psychologischen Beratern als unprofessionelle, unnötige Konkurrenz belächelt. Es liegt mir am Herzen, dass diese Berufsgruppe mitsamt ihren Erfahrungen ernst genommen wird, denn man kann unheimlich viel von ihnen lernen.

fotolia©akvidiy, ©HaywireMediaAls ich vor 25 Jahren in Japan arbeitete (insgesamt 11 Jahre) sah ich im staatlichen Fernsehsender NHK eine Dokumentation, die mich regelrecht fesselte. In allen Einzelheiten wurde auf höchst seriöse journalistische Weise von einer Familie berichtet, die ihre gesamten Ersparnisse in das Bestellen von Feldern investiert hatte. Der beste Samen, die besten Dünger wurden genommen, regelmäßig gewässert usw., doch selbst nach zwei Jahren sprossen weder Gurken noch Tomaten noch Kürbisse. Hier und da mal eine Mini-Wassermelone, die eher kränklich aussah und vereinzelt etwas Schnittlauch. Die Familie war dem Ruin nahe.

Da hörte ein buddhistischer Mönch von der Missernte und bot seine Hilfe an. Obwohl moderne Japaner nichts von spirituellen Dingen halten, wollte man der Sache eine letzte Chance geben. Was hatte man schon zu verlieren. Der Mönch meditierte vor Ort und sah sofort die Wurzel des Übels: Geister. Nicht nur zwei oder drei, sondern dreißig, vierzig unglückliche Seelen schwirrten auf den Feldern herum. Er besorgte sich vier Lautsprecher und sprach über ein Mikrofon stundenlang Sutras, buddhistische Gebetsformeln, die so in alle vier Richtungen Verbreitung fanden. Die Familie dachte an Scharlatanerie und zahlte zunächst keinen Yen. Doch bereits nach einem Monat sprossen hier und da vereinzelt Keimlinge. Nach drei Monaten konnte man die ersten Anzeichen von Kürbissen und Gurken erkennen. Nicht nur das. Das Gemüse wuchs zu Prachtexemplaren heran, dass die Familie Mühe hatte, die Ernte ohne weitere Hilfskräfte einzusammeln. Die Tomaten wuchsen zu Supertomaten heran, schmackhaft und voller Saft. Ein Historiker, der zurate gezogen wurde, bestätigte nach diversen Recherchen, dass an genau dieser Stelle vor rund 400 Jahren eine brutale Schlacht stattgefunden hatte, mit unzähligen Opfern.

Der Mönch wies die Familie an, einmal im Monat eine Kassette über Lautsprecher abzuspielen. Er hatte seine Beschwörungsformeln darauf aufgezeichnet. Für ihn war all das nichts Besonderes, konnte er doch die vielen Geister mit seinem geistigen Auge sehen.

In Sri Lanka, wo ich sechs Jahre lang eine Klinik für Ayurveda leitete, kam ich in Kontakt mit einem Geisterbeschwörer, der im Dschungel lebte. Er konnte kein Wort Englisch und sah mich zum ersten Mal. Noch bevor ich den Mund aufmachen konnte, sagte er zu meiner Dolmetscherin, er wisse von meinem Anliegen. Bis ins Detail gab er mir Antworten, ohne dass ich dazu die Fragen zu stellen brauchte. Es war unheimlich. Er konnte sogar in die Seelen meiner Familie schauen und die Absichten meiner damaligen Feinde erkennen.

Im weiteren Verlauf freundete ich mich mit ihm an und durfte einer Art Exorzismus beiwohnen, die solche wie aus dem Film „Der Exorzist“ wie harmlose Witze aussehen ließen. Ich war nach 20 Jahren Asien und vielen Erfahrungen im spirituellen Bereich so einiges gewohnt, aber da bekam ich Gänsehaut. Er tanzte in Trance um ein „unheilbar“ krankes Mädchen herum (sie war unansprechbar, aß nichts mehr und starrte seit Wochen apathisch auf die Wand) und beschwor in Ekstase deren Dämonen, bis das Mädchen (ca. 20 Jahre alt) ohnmächtig umfiel, 30 Minuten später aufwachte, von nichts mehr wusste ... und – so wie es schien – geheilt war. Die Eltern fielen vor Dankbarkeit auf die Knie.

In Chiang Mai, Nordthailand, wo ich sechs Jahre als Ayurveda-Berater arbeitete, lernte ich eine Seelenbeschwörerin kennen, die fünf Jahre als Nonne im Kloster gelebt hatte und seither Meditationskurse gibt. Sie kann das Karma von Menschen erkennen und mit deren Seele kommunizieren. Alle Krankheiten entstehen zuerst in unserer Seele, sagt sie. Manchmal würden wir von Fremdseelen heimgesucht, die unsere Energie rauben oder uns manipulieren. Sie habe schon vielen Kranken durch Seelen-Reinigung geholfen. Sie würde dabei mit der besetzten Seele Kontakt aufnehmen und diese in den Himmel senden, damit sie wieder frei sei. Ich sprach vor Ort mit einigen Geheilten und erfuhr aus erster Quelle, dass sie sich nach der Zeremonie wie neu geboren fühlten. Einige erzählten mir unter Tränen ihre Leidensgeschichte, doch die Details würden den Rahmen dieses Beitrages sprengen.

Master Bee, so ihr Name, erklärte mir, dass ein längerer Sterbeprozess nicht so schlimm sei für den Patienten, da dieser sich dann auf den Tod vorbereiten und von seiner Familie Abschied nehmen könne. Meist würden die Seelen dann aufsteigen und die irdischen Welten verlassen. Stirbt jedoch jemand plötzlich z. B. durch einen Verkehrsunfall oder Mordanschlag, kann er noch Jahrhunderte umhergeistern, unfähig den eigenen Tod zu realisieren, unfähig vom Irdischen abzulassen. Die so Erdgebundenen richteten keinen nennenswerten Schaden an, außer, dass sie den Liebsten z. B. im Traum erschienen, aber es gäbe auch Fälle, wo Seelen sich regelrecht festhakten an Hinterbliebenen. Sie säßen dann im Nackenund Schulterbereich und würden die Gedanken der so Besetzten beeinflussen. In extremen Fällen zögen diese Geistwesen mit aller Macht den Lebenden auf ihre Seite, mit anderen Worten: versuchten diese in einen Unfall zu verwickeln oder zu einem Suizid zu bewegen. Die Opfer würden schrittweise ihres Lebenswillens beraubt und depressiv werden.

Ich lernte nach meiner Thailandzeit eine Brasilianerin kennen, die sich dreimal auf einem Highway vor fahrende Autos warf, aber jedes Mal mit schweren Verletzungen davonkam. Anti-Depressiva hatten laut ihrer Aussage keine Wirkung. Als ich ein Foto von ihr an Master Bee sandte, sah diese sofort eine Besetzung und befreite sie davon. Die Entfernung spielte keine Rolle. Drei Wochen später hörte ich von der Frau, ihr Lebenselan sei enorm gestiegen und sie würde sich wie ein neuer Mensch fühlen.

Prof. h. c. Manfred Krames interviewt populäre Thai-MöncheIn Deutschland begegnete ich einem Geistheiler (72), der von sich behauptete, auf ebensolche Weise zu arbeiten und Geistwesen sehen zu können (er möchte anonym bleiben). Ich habe ihm einige Fragen über Verstorbene in meiner Familie gestellt, die er unmöglich kennen konnte, so z. B. wie der eine oder andere gestorben sei. Zu meiner Verblüffung sah er bei allen die genauen Hintergründe und Umstände.

Mehr als einmal vermittelte ich ihm Menschen mit starken Depressionen, einige davon chronisch suizidgefährdet. Er befreite sie nicht nur, sondern half dadurch auch den Besetzern bzw. erdgebundenen Seelen, die somit aufsteigen konnten. Nur in seltenen Fällen war Hilfe nicht möglich, z. B. durch zähe karmische Verstrickungen oder durch eine übergroße Macht der Gewohnheit, wo der Besetzte die Befreiung nicht zuließ.

Natürlich ist wissenschaftlich Derartiges kaum belegbar, aber genauso wenig nachzuweisen sind die Homöopathie oder die Kinesiologie sowie die bioenergetischen Kräfte Vata, Pitta und Kapha. Und doch wirken sie im Menschen und sind das Standbein der seit 5 000 Jahren sehr erfolgreichen Ayurvedalehre. Wichtig erscheint mir zunächst, dass Psychologen und Berater, die wirklich ganzheitlich vorgehen sollten, offen sind für solche Geistwesen und Anhaftungen, die nach Rücksprache mit Geistheilern weit öfter vorkommen als allgemein angenommen.

Die Fähigkeit, mit Geistwesen zu kommunizieren, kann man nicht in Seminaren erlernen. Zugang zu jenen Welten wie auch die notwendige Feinfühligkeit muss man von Natur aus besitzen. Zudem birgt die Arbeit große Gefahren. Das haben mir die Heiler in Asien wie hier immer wieder gesagt. Ein Ungeübter bzw. Ungeschützter könne leicht selber besetzt werden oder, so die thailändische Heilerin, gar von Dämonen heimgesucht werden. Der mir bekannte deutsche Heiler arbeitet mit Engeln und manchmal mit der Christusenergie, weil er alleine die Kraft dazu nicht habe.

In den vergangenen zwei Jahren bin ich zufällig (oder besser gesagt aufgrund von Fügungen) mehrmals auf stark depressive Menschen gestoßen und habe dann jeweils ihre Familienchronik abgefragt. In fast allen Fällen war jemand unglücklich gestorben, entweder in der Vorgeneration oder noch davor. Manchmal musste ich den deutschen Heiler fragen, der anhand des Namens und eines Fotos des Hilfesuchenden Kontakt mit dessen Seele aufnahm und zweifelsfrei sah, wie der Besetzer damals starb ... sehr zur völligen Verblüffung des Notleidenden, der dann z. B. sagte: „Ach ja, da war mal ein Ur- Urgroßvater mütterlicherseits, der sich in einer Scheune das Leben nahm ... aber wie um Himmels Willen kann ein Fremder das sehen?!”

Es gibt Fälle, so erläuterten mir die verschiedenen Heiler einstimmig, in denen der Besetzer nicht aus der eigenen Familie kommt, sondern sich aufgrund karmischer Verstrickungen oder aber „rein zufälliger“ Begebenheiten an uns haftet, z. B. wenn wir uns auf einem Friedhof aufhalten oder in einem Krankenhaus, wo ja viele Menschen vor oder nach einer OP sterben.

Nicht alle Besetzungen sind fatal. Viele Fremdseelen ersuchen lediglich Hilfe bei einem Lebenden. Hat z. B. ein Verstorbener zu Lebzeiten eine wichtige Aufgabe nicht lösen oder eine bedeutende Botschaft nicht hinterlassen können, wird er/sie sich an jemand haften, der hierfür geeignet erscheint, eine ähnliche Neigung, Ansicht und Schwingung hat. Bringt der Auserwählte dank seiner Fähigkeiten die Arbeit zu Ende, lässt das Geistwesen ab und kann in Frieden in höhere Ebenen aufsteigen. Solches habe ich am eigenen Leibe mehrmals erfahren, möchte aber die Details nicht veröffentlichen. Nur kurz: Ein verstorbener König ließ durch mich ein Buch schreiben, das zum Bestseller wurde. Ich bekam die Eingebungen zum Inhalt regelrecht diktiert.

Doch derartige Episoden wecken nur die Neugier und schüren Theorien über paranormale Erscheinungen oder Poltergeister, die es selbstverständlich zwar gibt, aber nur wenige Erdbewohner betriffen. Der Großteil leidet an chronischen und psychosomatischen Erkrankungen, ist „grundlos“ todunglücklich, leidet „unerklärlich“ an Gereiztheit, Schlaflosigkeit und Depressionen oder ist nicht mehr er selbst.

Selbstverständlich kann man nicht pauschal allen Besetzungen bzw. Fremdseelen die Schuld an diesen Krankheitsbildern geben. Fakt aber ist, und das konnte ich hundertfach beobachten, dass schon zu Lebzeiten seelisches Leid eindeutig an der Pathogenese psychosomatischer Störungen beteiligt ist, seien dies innere Konflikte mit unserer eigenen Seele oder massiver Ärger mit den Eltern oder Kindern, der Auswirkungen auf seelischer Ebene hat, meist sogar dort beginnt, sich dann psychisch sowie emotional und letztendlich körperlich manifestiert. In allen Kulturen der Erde gibt es Traditionen in Form von Gebeten oder Mantras, die den Verstorbenen loslösen sollen von Erdverhaftungen. „Möge seine Seele in Frieden ruhen“, ist ja nichts anderes.

Besonders der Vata-Typ (Hippokrates würde sagen „der Leptosom“) ist anfällig für Kontakte und Botschaften aus dem Jenseits. Seine Feinfühligkeit macht ihn geradezu prädestiniert für das Spirituelle (lat. spiritus = das Geistige) und damit auch für die jenseitigen Welten.

Als der deutsche Nationaltorwart Robert Enke sich am 10.11.2009 das Leben nahm (Herbst ist gemäß Ayurveda die Haupt-Vata-Zeit und nicht zufällig das Fest für die Verstorbenen wie Totensonntag/Allerheiligen), diskutierte ganz Deutschland über Depressionen. Man sagte dem beliebten Torwart einen sensiblen Charakter nach. Hatte sein Psychologe versagt? Hätte man das früher erkennen müssen? Taugen Anti-Depressiva letztendlich doch nichts? Solche Fragen kursierten durch alle Medien. Die etwas nachdenklicheren Reporter erwähnten dann, er habe wohl den Tod seiner schwerkranken Tochter nicht verkraftet und der berufliche Stress sei wohl zu groß gewesen.

Für mich war der Fall von Anfang an klar: Er wollte sich mit seiner Tochter wieder vereinen. Das geschieht auf höchst subtiler, seelischer Ebene. Die Betroffenen mögen sich dessen nicht einmal bewusst sein. Auch ist nicht immer erkennbar, von wem es ausgeht. War es der Hinterbliebene, in diesem Fall Robert Enke, der sich im innersten seiner Seele nach seiner Tochter sehnte, oder war es die Tochter auf der „anderen Seite“, die ihren Vater zu sich rief? Die schulmedizinische Psychologie distanziert sich natürlich von dieser Betrachtungsweise, da sie zu religiös oder zu unwissenschaftlich erscheint.

Gerade hier sehe ich ein großes Potenzial für Therapeuten und Berater, die alternativ und ganzheitlich vorgehen wollen. In leichteren Fällen hat allein das Bewusstwerden einer seelischen Anhaftung, zusammen mit einem Gebet für den Verstorbenen, die Erdverbundenheit aufgelöst. Leider gibt es da keine Faustregel, aber es ist schon ein gigantischer Vorsprung, wenn wir im Umgang mit Depressiven diese Möglichkeit zulassen. Und leider gibt es unter den Heilern auch solche mit mangelhaftem Wissen und unzureichenden Fähigkeiten, aber die gibt es auf jedem Gebiet. Empfehlungen sind da immer noch das Beste. Das ist auch in Asien nicht anders. Wichtig erscheint mir zunächst, dass sich Therapeuten und Berater den geistigen und seelischen Welten nicht verschließen, was im Hightech- und Computerzeitalter schnell passieren kann, und dass wir uns unseren siebten Sinn bewahren.

Was der deutsche und all die anderen fernöstlichen Geistheiler noch gemein haben, ist ihre Einstellung zum Helfen. Gerne nehmen sie Spenden an, würden aber niemals auf einer Bezahlung bestehen, gerade wenn der Hilfesuchende arm ist. Arbeiten sie profitorientiert, würden sie ihre Gabe verlieren und schlechtes Karma anhäufen.

Dies ist somit unter anderem ein Kriterium auf der Suche nach echten Heilern. Indirekt habe ich durch das Vermitteln an seriöse Geistheiler sehr vielen Menschen helfen können, die psychisch völlig am Ende waren, mit oder ohne Depressionen.

Bei Lebenskrisen, psychiatrischen und psychosomatischen Erkrankungen gilt: Je feinstofflicher die Ursache, desto feinstofflicher muss die Lösung sein. Die Seele ist wohl unser feinstofflichster „Körper“ – und unsichtbar dazu. Hier kann man nicht einfach Messgeräte anschließen oder wie in der Chirurgie krankes Gewebe mit dem Skalpell entfernen.

Sicherlich wäre es zu viel verlangt, dass jeder Mensch Zugang zum seelischen bzw. superfeinstofflichen Bereich hat – und das ist auch gut so. Aber lassen Sie uns offen dafür sein.

Prof. h. c. Manfred Krames Prof. h. c. Manfred Krames
Ayurveda-Experte und Sachbuchautor
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