Von Beziehungsqualität, Spürbewusstsein und geistiger Heilung

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„Wir haben alles getan, was in unserer Macht steht“, hört man den leitenden Chirurgen nach der komplizierten und stundenlangen Operation mit aller Fachkompetenz sagen. Er fügt hinzu: „Jetzt müssen wir abwarten, ob der Patient über den Berg kommt.“ Diese Beobachtung macht deutlich, wie die Medizin sich um das Kurieren bemüht und dass die Heilung eher ein ganzheitlicher, kosmischer, mythischer, mystischer, kultureller, kollektiver Prozess ist, den wir noch immer nicht verstehen. Wir nennen es Krise, bei deren Höhepunkt Todesgefahr und Heilung nahe beieinander liegen.

fotolia©Nikki ZalewskiIn den unterschiedlichsten Disziplinen der Universitäten versuchen wir mit modernster Technik in den Fachbereichen der Medizin dem Menschsein nahezukommen. Interdisziplinäre Begegnungen versuchen Medizin, Naturheilverfahren, Hypnose, Meditation, Akupunktur, TCM und viele andere Verfahren der analytischen Differenzierung zu integrieren. Wir sprechen allein von 500 Psychotherapiemethoden weltweit. Wer will da den Überblick behalten?

Die noch neue Psycho-Neuro-Immunologie lässt hoffen, dass wir auch anerkennen, dass ein therapeutisches Gespräch die gleichen Botenstoffe im Gehirn in Bewegung bringt, wie ein chemisches Medikament. Diese können natürlich ein Mittel der Wahl sein, z. B. bei tatsächlichen Stoffwechselschäden im Gehirn.

Wir wissen, dass Angst und Verzweiflung Krankheitsgeschehen negativ beeinflussen können und dass Krebspatienten bei psychotherapeutischer Begleitung bis zu fünf Jahre länger leben können. Es ist längst nicht mehr unbekannt, dass allein die Wortwahl Placebo- oder Noceboauslöser verursachen kann. Der Placeboeffekt zeigt aber nur die Macht unseres Bewusstseins auf, nicht jedoch das, was eigentlich im Verborgenen (geistig) geschieht, ohne Nachweisbarkeit und Kontrollmöglichkeit.

Drei stellvertretende Beispiele für viele Tausende Vorgänge

  • Die Heilkräuter können Sie ruhig nehmen, damit können Sie nichts kaputt machen
  • Sie dürfen Ihr Kind natürlich zum Gymnasium anmelden, aber es hat keinen Zweck
  • Ich gebe Ihnen hier etwas für Sie mit, das wird Ihnen ganz sicher helfen (überlieferte Suggestion des Apothekers Cue)

Was werden diese Worte bewirken – was vermuten Sie?

Bei der Meditation und Imagination ist längst nachgewiesen, dass Visualisierungen ihre Wirkung haben. „Die Energie folgt der Aufmerksamkeit“ – ist ein anerkanntes geistiges Prinzip, das uns darauf hinweist, wie die Medizin sich auf Faktoren der Krankheit, Diagnose und Behandlung bezieht. Gesundheit und Krankheit werden grundsätzlich als dichotom (gegensätzlich) und nicht als zusammengehörig definiert.

In der Schulmedizin geht man oft zu wenig auf die ganzheitlichen gesundheitsfördernden Effekte ein, die uns die Salutogenese aufzeigt. Alles wird als pathogen definiert. Anders ausgedrückt, es geht um Risiko – statt um Schutzfaktoren. Aus der Psychotherapie wissen wir, dass allein die Beziehung zwischen Klient und Therapeut eine Heilung bewirken kann, unabhängig von der Methode.

Anregungen zum Umdenken

  • Die größte Kraft ist die Liebe (Paracelsus)
  • Vor allem richte keinen Schaden an (Hippokrates an die Ärzte)
  • Ich gebe Ihnen den Schüler zurück, ich kann ihm nichts beibringen, er liebt mich nicht (Aristoteles)
  • Medizin, Wissenschaft, Religion und Politik müssen ihre Rivalitäten aufgeben zugunsten einer gesamtheitlichen Verantwortung gegenüber der Welt (Zukunftsforscher Ken Wilber)
  • Was also, wenn ein Patient nach der Narkose aufwacht und fließend Russisch spricht, ohne Schulbildung oder verlebte Jahre in dem ihm bis dahin fremden Land?
  • Was, wenn bei der Kontrolluntersuchung die Metastasen verschwunden sind – ohne Chemotherapie und ohne Operation?
  • Was, wenn mit Audiogramm eine endgültige Schwerhörigkeit vom HNO-Arzt diagnostiziert wurde und plötzlich das Gehör wieder vorhanden ist?
  • Was, wenn ein zehnjähriger Schüler nach Wechsel der Schule das verschriebene Ritalin nicht mehr benötigt?
  • Was, wenn eine Patientin nach 20 Jahren Inkontinenz (trotz Operation) während eines Vortrags über geistige Heilung die Funktionalität und ihre Gesundheit (nach ärztlicher Prüfung) wiedererlangt hat?
  • Was, wenn ein Stotterer in der Hypnose flüssig und fehlerfrei sprechen kann?
  • Was, wenn sich bei schwerster Operation die Rekonvaleszenzzeit des Patienten halbiert, weil Menschen sich betend eingestellt haben (ohne Wissen der Ärzte und Patienten; lt. internationaler Studie)?

In diesen und ähnlichen Fällen tun wir es ab als unwahrscheinlich, lächerlich, komisch und bagatellisieren. Eigentlich marginalisieren wir diesen Prozess, den man auch Spürbewusstsein nennen könnte, weil wir doch innerlich wahrnehmen, dass da was dran sein muss, aber gleichzeitig die Zensur des Verstandes und die Kritik des kollektiven Umfeldes fürchten.

„Scharlatanerie“ wird dem Heiler, Heilpraktiker, Arzt oder Schamanen vorgeworfen. Der Verstand scheint nicht zuzulassen, dass ganzheitliche Ereignisse ohne Zensur gleichberechtigt neben der Wissenschaft, oder was wir dafür halten, möglich sein darf.

In entsprechenden Situationen, ob aus der Bibel überliefert, aus dem religiösen Russland, im frommen Mexiko, bei afrikanischen Schamanen oder an Orten in Deutschland wie Kevelaer oder Altötting wird über Spontanremissionen (medizinischer Begriff für unerklärliche Heilung) geredet. Wir verstehen es nicht und nennen es dann gern Wunder, eben weil wir wundern und der Verstand keine plausible Begründung geben kann. Wir können es nicht messen, nicht wiederholen und nicht sehen, wohl aber mit unserem Spürbewusstsein wahrnehmen, eher leise und zaghaft, und bleiben dabei unsicher in der Lebensrealität der Logik. Wir trauen diesem zaghaften Spürbewusstsein nicht, weil es nicht logisch erscheint. Genauso marginalisieren wir Trauminhalte, die für Betreffende vollkommen evident sein können und deshalb wirken (Weissagungs-, Heilungs-, Todes-, Warnträume). Wie schön wäre es, wenn wir neben den wissenschaftlichen Erkenntnissen parallel die beobachtbaren Ergebnisse wertfrei tolerieren könnten. Die nachgewiesenen Schwingungspotenziale der Quantenphysik sind uns noch zu sehr fremd.

Hier erinnere ich mich an einen Spruch, den ich auf einer Tagung mit Medizinern hörte: „Die Physiker glauben längst wieder an Gott, nur die Ärzte glauben noch an die Physik.“

Auch in Heilpraktiker- und Beratungspraxen kommt es zu unerwarteten Vorgängen von Heilung, die zwar erhofft und angestrebt waren, als Heilung jedoch überraschen und erfreuen, aber meist betroffen, staunend und dankbar erlebt werden.

Prana, Lebensenergie, Vis Vitalis – Begriffe, die versuchen universelle Lebenskraft zu beschreiben, die uns gegeben ist oder nicht. Wir brauchen nicht ins entfernte Ausland zu schauen. In Deutschland finden wir einen Heiler, dessen Lehre noch nach seinem Tode wirksam ist. Damals, in den 1950er-Jahren, sind dem Heiler Bruno Gröning bis zu 30 000 Menschen zugelaufen. In Dokumentationen ist verbrieft, dass Blinde sehend wurden und Lahme gehen konnten. Ohne Behandlung oder Berührung, nur mit der Ansprache in Vortrag oder Begegnung. Auch heute noch, bei Filmvorführungen oder Vorträgen, geschehen Spontanheilungen.

Die Medizinisch-Wissenschaftliche Fachgruppe (MWF) des Bruno Gröning Freundeskreises mit zurzeit weltweit mehr als 7 000 Ärzten, Heilpraktikern, Psychologen und anderen medizinischen Berufen dokumentiert Heilungsgeschehen nach dem Standard von Befunderhebungen der internationalen Medizindokumentation. Hier spricht man von der „Heilung auf geistigem Wege“.

In den von Ärzten als unheilbar erklärten Fällen wird durch ein Sichhingeben, durch Bitten, durch Vermeiden von negativen Gedanken und durch das Sichgeistigeinstellen und Glauben an die göttliche Kraft solcherlei bewirkt. Heilstrom wird diese geistige Kraft im Freundeskreis genannt, wenn Genesung medizinisch nicht erklärbar ist und die eigenen Selbstheilungskräfte beim Einzelnen aktiviert wurden.

Seit Jahrzehnten ist diese gemeinnützige Organisation weltweit bemüht, sich den Heilungen zu widmen, und hat aktuell am 23. Mai 2013 für ihre stetigen, nachhaltigen und ehrenamtlichen Bemühungen den Friedenspreis der UN erhalten. Vielleicht können eines Tages alle Menschen in einem neuen Medizinverständnis durch geistige Heilung selbst zur eigenen Genesung beitragen.

Aus der Kommunikationsforschung wissen wir, dass nur 5% der Informationen über Worte zu vermitteln sind, 25% der Wirkung auf den Gegenüber geschehen durch die Art der Sprache selbst (monoton, abgehackt, laut, melodisch, süffisant, betont, mit Dialekt usw.). Wenn der Berater selbst, natürlich unbewusst, ein kritisches Gesicht zeigt, etwa mit Stirnfalten oder mit herabgezogenen Mundwinkeln, während er über mögliche Therapieerfolge spricht, wird klar, dass der Klient abweisend und skeptisch reagieren wird (weil 75% durch Körpersprache ausgelöst eine angestrebte und beabsichtigte Wirkung der Worte zu löschen vermag). Die Botschaft wirkt doppelt und wird widersprüchlich empfunden. Es geht darum, eine qualitative verbindliche Beziehung eben als Bindung zu schaffen, von Fachleuten als Rapport benannt.

Die Forschungen von Dr. Servan Schreiber, Arzt und Psychiater (Die neue emotionale Medizin) zeigen, dass Arztbesuche bei 50 bis 75% der Patienten Stress und Angsthintergründe haben und diese in Bezug auf Sterblichkeit ein höheres Risiko bedeuten als Rauchen. Der dänische Arzt Bucka Larsson weist in einer Studie nach, dass zwei Drittel der befragten Ärzte ihre Patienten im Gespräch bereits nach 15 Sekunden unterbrechen. Außerdem beschreibt er, dass Ängste der Patienten sich auch auf den Arzt übertragen.

Schon 1871, heißt es in der Gründungszeitschrift der American Medical Association, dass der Arzt nicht nur durch Handeln, sondern auch durch Worte ein Patientenleben verkürzen könne. Also, ein geistiger Prozess (vorher gedacht) muss allem Handeln, auch diesem, zugrunde liegen. So auch im deutschen Krankenkassenwesen, indem für Kassenpatienten nur 12 Minuten Gesprächszeit pro Quartal budgetiert werden. Die Medizin versündigt sich, weil sie sich von der Natur abgewendet hat (Dr. med. Blättner, leitender Arzt einer weltweit tätigen Ärzteorganisation).

Der Faktor Zeit im Gesprächskontakt ist aktuell die relevanteste Schwäche, weil keine echte Beziehung auf Augenhöhe entstehen kann, die Misstrauen und Skepsis entschärfen würde und so die individuellen Schutzfaktoren herausfinden könnte.

Ein Wechsel der rationalistischen Medizin (Risikobetrachtung) zur empiristischen Medizin (Befindlichkeitsbeachtung) kann nicht stattfinden. Der Patient sucht in einer Allmachtsphantasie, hoffend auf Heilung, den Arzt auf und derselbe ist sich seiner Situation der eigenen Ohnmacht durchaus bewusst; wissend, dass er möglicherweise kurieren, aber nicht selbst heilen kann.

Auch wenn man die mit dem Verstand schwer zu verstehenden Prozesse einer Heilung in naiver Weise als Magie abzutun versucht, muss man zugestehen, dass die Magie die Wissenschaft der Energie ist, die man nicht löschen, jedoch transformieren und nutzen kann. Energie geht nicht verloren. Die Summe aller Alltagsprobleme, die uns begegnen, bedeutet gemessen am „Weltall“ nur etwa 0,04 % des Gesamten – eine Einsicht aus der Alchemie. Diese Alchemie, in naturnaher, ganzheitlicher Anschauung, will nicht wissen, sondern verstehen (Dr. med. Nawroki, Dipl. Psychologe, Alchemist).

In Begegnungs- und Gesprächskontakten gilt es für die psychologischen Berater, die individuellen Selbstheilungskräfte des Klienten aufzuspüren, anzuregen und zu aktivieren. So wird der betroffene Gesprächspartner zum Beteiligten. Das ist nur möglich in einem Zeitfenster von Vertrauen, Wertschätzung, Authentizität und der Entwicklungsmöglichkeit der Persönlichkeit, oft erst durch mehrstündige Kontakte.

Darüber hinaus ist meist eine Lebensumstellung des Ratsuchenden, Klienten oder Patienten erforderlich. Dazu könnte auch eine Empfehlung eines Apothekers gehören, der nebenwirkungsfreie Essenzen richtig dosiert herstellen kann (z. B. Bachblüten, Spagyrik, Homöopathie). Neuerdings gilt eine Beratungspflicht für den Apotheker bezüglich der Wirkweise der Zusammensetzungen von Rezepturen (Fachzeitschrift für Erfahrungs- und Naturheilkunde, April 2013).

In gemeinsamer Bemühung, ggf. auch unter Hinzuziehung eines Medizinexperten, können dann geistige Einstellung und Vertrauen wachsen. Alles wirkliche Leben ist Begegnung (Martin Buber). Also, in Beziehungsqualität, dem Glauben an die geistige Kraft und den göttlichen Heilstrom gilt es, mit spürendem Bewusstsein konzentriert zu handeln und der Gesundheit entgegen zu wachsen.

Die Schnittmengen aus Physik, Schamanismus, buddhistischem Dharma, Lehre der Tantriker und Traumweisheiten der Aborigines lassen den geistigen Ursprung aller Geschehnisse erkennen (Arnold Mindell, Dr. der Psychologie, Magister der Physik, Analytiker, Bewusstseinsforscher).

Geistheilung ist neutral und wertfrei gegenüber Religion, Beruf, sozialer Schicht, Geschlecht, Kultur, Hierarchie- und/oder Machtsituation. Gestalttherapie, Psychodrama, Katathymes Bilderleben, Traumanalyse, Hypnose, Kunsttherapie und andere anerkannte Methoden erkennen die auf geistigem Hintergrund wirkenden Identifikationen und geistigen Abläufe als kollektive und autonome Energie an. (In England ist die Anwesenheit geistiger Heiler in Kliniken heute bereits selbstverständlich.)

Besonders wichtig für den psychologischen Berater

Wenn jemand ausschließlich die Selbstheilungskräfte des anderen anregt, benötigt er dazu keine Bestallung als Heilpraktiker.

Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 2. März 2004, AZ: 1 BvR 784/03. Quelle: Counseling Journal, Berufsverband (BVPPT) für Beratung, Pädagogik und Psychotherapie, April 2011.

Literaturhinweise

  • Dr. med. Kamp: Die Revolution in der Medizin. Es gibt kein Unheilbar
  • Elisabeth Loboda: Lions Heilpflanzenbuch. Die geistig, energetische Bedeutung der Heilpflanzen


Dieter Loboda Dieter Loboda

Supervisor grad. und Dozent

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