Die Rolle des dopaminergen Belohnungssystems bei der Entstehung von Depressionen und Suchterkrankungen

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In der heutigen Zeit wird unser Leben immer mehr durch Statussymbole auf der einen Seite, aber auch durch Leistungsdruck und Existenzängste auf der anderen Seite, bestimmt. Diese Entwicklung ist der Grund für ständig steigende Zahlen bei psychischen Beschwerden und Suchterkrankungen. Die nachfolgenden Ausführungen sollen einen kurzen Überblick über die Prozesse in unserem Körper liefern, die für die Entstehung oben genannter Krankheitsbilder verantwortlich sind.

Depressionen

2011-04-Rolle2Die Depression ist ein Krankheitsbild, welches als seelische Störung im Sinne einer gedrückten, pessimistischen Stimmungslage definiert wird, die auch mit Angstzuständen und Selbsttötungstendenzen verbunden sein kann. Diese kurze Beschreibung wird dem komplexen Erscheinungsbild dieser Erkrankung nicht gerecht und bietet uns keine wirklichen Ansatzpunkte für das therapeutische Arbeiten. Betrachten wir die verschiedenen Formen der Depression genauer, stellen wir fest, dass trotz der Klassifizierung in psychogene, endogene und somatogene Form, die Übergänge zwischen den einzelnen Krankheitsbildern fließend sind (s. Abb.). Genauso fließend, wie die Übergänge zwischen den einzelnen Krankheitsbildern sind, so groß ist auch die Symptomvielfalt der jeweiligen Depressionsformen. Die nachstehende Tabelle bietet einen Überblick zu den fünf Ebenen der psychischen Symptomatik.

Emotionale Ebene – Traurigkeit
– Freudlosigkeit
– Angstzustände
– Empfindlichkeit
Motivationale Ebene – Energielosigkeit
– Passivität
– Entscheidungsunfähigkeit
– Suizidwünsche
Kognitive Ebene – geringe Selbsteinschätzung
– Selbstkritik
– Mutlosigkeit
– pessimistische Zukunftserwartung
– Schuldgefühle
– Grübelneigung
– Denkhemmung
– Konzentrationsstörungen
Verhaltensebene – apathisches Verhalten (Verlangsamung, motorische Hemmung)
– agitiertes Verhalten (rastlos)
Vegetativ-physio-
logische Ebene
– Schlafstörung
– Appetitstörungen
– unspezifisches Schmerzempfinden

Bei jeder Depression sind unterschiedlich schwere Verläufe möglich. Hier wird unterteilt in leichte, mittlere und schwere Depressionen. Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, dass der Betroffene sich neben der Behandlung durch den Heilpraktiker, auch in fachkundige, psychologische Betreuung begibt. Besonders bei schweren Verlaufsformen besteht immer die Gefahr der Selbsttötung, die unter Umständen von uns nicht erkannt wird, oder aber durch die medikamentöse Behandlung erst möglich wird. Wenn die Absicht zum Suizid bereits besteht, aber durch die Verlangsamung und Handlungsunfähigkeit (apathisches Verhalten) nicht umgesetzt wird, können Medikamente, die die motivationale Ebene positiv beeinflussen, dazu führen, dass der Patient seine Selbsttötungswünsche umsetzt. Hier ist also Vorsicht geboten und der Kontakt zu Familienmitgliedern und die Zusammenarbeit mit dem behandelnden Psychotherapeuten unerlässlich.

Grundsätzlich rate ich davon ab, schwere Formen psychischer Erkrankungen in der Naturheilpraxis zu behandeln.

Leichte und mittlere Formen folgender Erkrankungen können begleitend zur psychologischen Betreuung gut therapiert werden:

  • reaktive Depression
  • Erschöpfungsdepression
  • die depressive Entwicklung
  • die Winterdepression
  • leichte klimakterische Depressionen

Die reaktive Depression

fotolia©Knut WiardaDas Zustandsbild entsteht hier durch ein einmaliges, traumatisierendes Ereignis, wobei die Reaktion das normale Maß an Dauer und Intensität übersteigt. Die Art der Reaktion muss in einem verständlichen Zusammenhang mit dem Erlebnis stehen, oder anders ausgedrückt, ohne das Erlebnis wäre die vorliegende Symptomatik nicht entstanden. Das Krankheitsbild ist gekennzeichnet durch eine traurig-depressive Verstimmung, die manchmal auch von Angst, körperlicher Unruhe und Schlafstörungen begleitet sein kann.

Die Dauer eines solchen Zustandes kann von einigen Stunden bis zu mehreren Wochen dauern. Eine klare Alters- oder Geschlechtsverteilung gibt es nicht. Allerdings findet man die Auslöser beim weiblichen Geschlecht häufig im Beziehungsbereich, während bei Männern die Ursachen mehr im Arbeitsbereich gefunden werden. Die häufigsten Auslöser sind Todesfälle im sozialen Umfeld, Liebeskummer, Kränkungen, Unfälle. Allgemein gesprochen: Partner-, Objekt- und Selbstwertverluste.

Die depressive Entwicklung

Bei der depressiven Entwicklung handelt es sich um einen Zustand, der sich aus einer chronischen affektiv-emotionalen Belastung entwickelt. Hier entstehen Phasen mit vermehrten somatischen und psychischen Symptomen. Auslöser ist hier die chronische emotionale Dauerbelastung, nicht der körperliche Stress. Der Entstehungszeitraum kann Jahre bis Jahrzehnte betragen. Ein Beispiel ist die permanente Ehekrise, die die Beteiligten nach und nach zermürbt. Ein anderer Fall dieser Art ist häufig im Berufsleben anzutreffen. Das Getreidekorn zwischen den Mahlsteinen, wo der Betroffene sowohl seinen Kollegen, als auch dem Vorgesetzten gerecht werden muss und sich nach und nach aufreibt. Die depressive Entwicklung beschreibt also einen Prozess, der nach einem längeren Zeitraum in einer depressiven Verstimmung gipfelt, die mit einer chronisch-subdepressiven Grundstimmung, Resignation, häufig mit dem Gefühl der Hilflosigkeit, der Ohnmacht, des Ausgeliefertseins und vegetativsomatischen Beschwerden einhergeht.

Die Erschöpfungsdepression

Die Erschöpfungsdepression entsteht durch eine chronische Überlastung in Folge von zu hohen beruflichen oder familiären Anforderungen bzw. übermäßigen Perfektionsansprüchen an die eigene Person. In diesem Fall steht nicht die körperliche Erschöpfung im Vordergrund, sondern die affektive Erschöpfung der Persönlichkeit. Die Erschöpfungsdepression verläuft in drei Phasen. In der ersten Zeit zeigt der Betroffene ein Verhalten mit vermehrter Reizbarkeit, Überempfindlichkeit und einer zunehmenden Versagenseinstellung (hyperasthenischasthenische Phase). Im Folgenden kommt es zur psychosomatischen Phase mit multiplen vegetativen Symptomen und Beschwerden, die vermehrt im Bereich des Rückens und des Magens angesiedelt sind. Der letzte Abschnitt ist die depressive Phase mit Selbstwertverlust und Versagensgefühl.

Pathophysiologie der Depression

Neurotransmitter
Die wichtigsten Botenstoffe des Gehirns, die für die Empfindung von Glück, Freude und Zufriedenheit gebraucht werden, sind das Dopamin, das Serotonin und das Noradrenalin. Sie zählen zusammen mit Adrenalin zur Gruppe der Monoamine. Ihre Wirkung an der postsynaptischen Membran wird durch Wiederaufnahme in die Nervenzelle mittels aktiver Transporter und/oder durch ihren enzymatischen Abbau beendet. Der Abbau erfolgt durch das Enzym Monoaminooxidase.

Dopamin wirkt im Gehirn zum einen auf das limbische System. Das limbische System ist für lebens- und arterhaltende Aufgaben verantwortlich und steuert vor allem angeborenes und erworbenes Verhalten. Es ist Ursprungsort der Triebe (Sexualtrieb, Essverhalten) und der Motivation und Emotion. Das limbische System ist auch eng mit dem Riechzentrum gekoppelt. Diese Verbindung wird bei der Beeinflussung des Essverlangens bei leckeren Gerüchen sehr deutlich, aber auch bei zwischenmenschlichen Kontakten entscheidet sie über Sympathie und Antipathie. Die Aussage „Ich kann dich nicht riechen“ basiert auf genau dieser Verbindung zwischen Riechzentrum und limbischem System. Auch die Wahl des Partners wird nicht über die visuellen Wahrnehmungen gesteuert, sondern über den Geruchssinn. Innerhalb weniger Sekundenbruchteile entscheidet das Gehirn aufgrund des Geruchs, ob zwei Menschen sich sympathisch finden oder nicht. Des Weiteren wirkt Dopamin auf das extrapyramidale System und damit auf die Motorik. Eine vermehrte Dopaminkonzentration bewirkt die Entstehung von Empfindungen wie Glück, Freude und Zuversicht.

Im Zentralnervensystem reguliert Serotonin die Stimmungslage, die Nahrungsaufnahme, den Schlaf-Wach-Rhythmus, die Schmerzwahrnehmung und die Körpertemperatur. Die Nahrungsaufnahme wird durch Serotonin vermindert, speziell das Verlangen nach Kohlenhydraten.

Noradrenalin ist das Abbauprodukt des Dopamins. Dopamin wird durch die Monoaminooxidase zu Noradrenalin und dieses wiederum durch das gleiche Enzym zu Adrenalin abgebaut. Die beiden letztgenannten Substanzen sind Neurotransmitter des sympathischen Nervensystems.

Besonders aktiv ist der Sympathikus in jeder Form von Stresssituation. Das sympathische System bewerkstelligt die Energiefreisetzung, die für die Leistungsfähigkeit des Organismus benötigt wird. Auch beeinflusst es die Blutzirkulation, so dass die Muskulatur, Herz und Lunge und das Gehirn verstärkt durchblutet werden, während die Organe, die für Energiespeicherung benötigt werden, ruhiggestellt werden (Verdauungstrakt, Harnapparat).

Die Wirkung aller drei Neurotransmitter wird durch Wiederaufnahme und/oder Abbau durch die Monoaminooxidase beendet. Das heißt, die Konzentration dieser Substanzen im synaptischen Spalt wird herabgesetzt. Bei Depressionen sind die Konzentrationen dieser Botenstoffe nach klinischen Untersuchungen deutlich verringert. Dies erklärt auch die Wirkung von Wiederaufnahmehemmern und Monoaminooxidasehemmern, deren Ziel es ist, die Menge an Neurotransmittern im synaptischen Spalt zu erhöhen. Die Entstehung von Depressionen aus lang anhaltenden Stresssituationen heraus, die vor allem Adrenalin als Botenstoff benötigen, erklärt sich, wenn man die Abbauwege des Dopamins und Noradrenalins betracht. Beide werden durch die Monoaminooxidase und weitere Enzyme zu Adrenalin abgebaut.

Das dopaminerge Belohnungssystem

2011-04-Rolle4Die Freisetzung von Dopamin im Gehirn führt zu angenehmen Gefühlen der Selbstbestätigung und des Wohlbefindens. Erfahrungen, Ereignisse oder Tätigkeiten, die diese Gefühle in uns erzeugt haben, schätzen wir ganz besonders und versuchen, diese zu Gewohnheiten zu machen. Dieses dopaminerge Belohnungs- oder Anreizsystem geht noch etwas weiter. Das Dopamin wirkt nicht nur im Sinne einer Belohnung, sondern erzeugt auch Motivation und setzt Anreize. Wenn wir Hunger haben, gehen wir zum Kühlschrank. Beides ist also gedanklich eng miteinander verknüpft. In manchen Fällen reicht der Anblick oder der bloße Gedanke an den Kühlschrank schon aus, um ein Hungergefühl zu erzeugen.

Dieses Belohnungssystem ist entscheidend an der Entstehung von Suchterkrankungen beteiligt. Sinkt die Dopaminkonzentration bei Depressionen (oder aus anderen Gründen) ab, fehlt dem Betroffenen dieses Glücks- und Zufriedenheitsgefühl. Das Belohnungssytem reagiert aber nicht nur auf Dopamin. Die Stimulationswirkung konnte auch für Drogen wie Opiate, Kokain und Amphetamin nachgewiesen werden. Andere Drogen wirken hemmend auf das Noradrenalin, was eine Verstärkung der Dopaminwirkung mit sich bringt und das Belohnungssystem in Gang setzt. Zu den Stoffen, die eine indirekte Aktivierung erzeugen gehören Opiate, Alkohol, Barbiturate und Benzodiazepine. Auch Koffein und Nikotin haben eine anregende Wirkung auf das Anreizsystem (s. Abb.).

Bei einem „Genuss“ dieser Drogen, führen die positiven Erfahrungen des Wohlbefindens dazu, dass immer wieder auf die Substanzen zugegriffen wird, um diese Gefühle zu erzeugen. Durch die anhaltende Beanspruchung und den Gewöhnungseffekt, fällt die Reaktion des Belohnungssystems immer geringer aus, so dass die Menge an zugeführten Stoffen kontinuierlich steigen muss. Werden diese Ersatzdrogen abgesetzt, führt der Dopaminmangel zu den bekannten Entzugserscheinungen.

Therapie und Ratschläge für den Patienten

Therapeutisches Gesamtkonzept

1. Anamnese:
Hier ist wichtig, eine Suizidneigung auszuschließen. Dazu sollten auch Familienangehörige und enge Freunde befragt werden, natürlich nur mit Einverständnis des Betroffenen.

2. Ordnungstherapie
Besonders bei Erschöpfungsdepressionen oder Burnout-Syndromen ist eine Ordnungstherapie unerlässlich. Der Patient muss begreifen, dass nur er selber die Verantwortung für seinen Körper und seine Gesundheit übernehmen kann. Zur Ordnungstherapie gehören:
– gesunde Ernährung
– ausreichender Schlaf
– vermehrte Flüssigkeitszufuhr
– ausreichende Entspannungs- und Erholungsphasen
– Ursachen beseitigen

3. Entspannungstherapien
– Yoga
– Atemtherapie
– Autogenes Training
– Craniosacraltherapie
– Reflexzonenmassage

4. Gesprächs-/Psychotherapie

5. Medikamentöse Begleittherapie

Medikamentöse Begleittherapie

Bei der Behandlung von Depressionen und Suchterkrankungen haben wir als Heilpraktiker diverse Therapieverfahren zur Auswahl, beispielsweise die klassische Homöopathie. Aber gerade bei diesem Therapieverfahren ist es oft schwierig, auf Anhieb das passende Arzneimittel zu finden. Hinzu kommt die mögliche Erstverschlimmerung, die wir unseren Patienten gerade in diesem Fall ersparen sollten. Von besonderer Bedeutung ist es, den Patienten schnellstmöglich zu stabilisieren. Ich möchte Ihnen vier wichtige Säulen ans Herz legen, die diesen Weg sinnvoll unterstützen.

  1. die psychische Stabilisierung mit Johanniskraut
  2. die Suchtprophylaxe bzw. -behandlung mit Baldrian
  3. die Harmonisierung des vegetativen Nervensystems
  4. das Belohnungstagebuch

Das Johanniskraut

Johanniskrautpräparate haben sich in der Vergangenheit in diversen klinischen Studien als wirkungsvolles Arzneimittel bei der Behandlung von Erkrankungen des depressiven Formenkreises bewährt. In nachfolgenden Ausführungen möchte ich Ihnen die einzelnen Details des Wirkungsspektrums von Johanniskraut näherbringen:

Für die antidepressive Wirkung des Johanniskrautes ist nicht nur ein Wirkstoff verantwortlich. Wie in den meisten Fällen entsteht auch hier die Wirkung der Heilpflanze durch ihre Wirkstoffkombination.

Der Extrakt aus Johanniskraut wird aus den oberirdischen Pflanzenteilen gewonnen, die kurz vor oder während der Blütezeit gesammelt werden. Die Droge enthält eine Vielzahl komplexer chemischer Verbindungen. Für die medizinische Wirksamkeit sind in erster Linie die Hypericine und die Flavonoide verantwortlich.

Zu den wichtigsten Substanzen gehören:

  • die Hypericine (Hypericin, Pseudohypericin, Protohypericin, Protopseudohypericin, Cyclopseudohypericin)
  • Flavonoidglykoside (Quercitrin, Isoquercitrin, Hyperosid, Rutin)
  • Flavonoidglykone (Luteolin, Kaempferol, Quercetin)
  • Biflavone (Amentoflavon, Biapigenin)
  • Phloroglucin
  • Derivate (Hyperforin, Adhyperforin)

Hypericine

Die Hypericine findet man hauptsächlich in den Drüsenzellen des Johanniskrautes, also in den kleinen schwarzen Punkten auf den Laub- und Blütenblättern. Sie dienen als Leitsubstanz für die analytische Wertbestimmung und sind derzeit die interessantesten Inhaltsstoffe. Hypericin beeinflusst den Hormonhaushalt. Für eine ausgewogene, entspannte Stimmungslage ist im Gehirn das Dopamin verantwortlich. Ein Dopaminmangel führt zur Übererregung der Nervenzellen. Die leichteren Folgen eines Dopaminmangels sind Nervosität, Schlafstörungen und Depressionen. Hypericin verringert die Umbaurate von Dopamin zu Noradrenalin. Damit steht im Gehirn mehr Dopamin zur Verfügung. Gleichzeitig wird die Adrenalinkonzentration reduziert. Hypericin bremst die Produktion des Melatonins in der Zirbeldrüse des Gehirns. Melatonin ist ein Hormon, welches in den dunklen Nachtstunden produziert wird und für einen ausgewogenen Schlaf-Wach-Rhythmus sorgt, aber auch die Stimmungslage dämpft. Durch die photosensibilisierenden Eigenschaften des Johanniskrautes können die sog. Winterdepressionen durch bessere Nutzung des Tageslichtes deutlich gemildert werden. Wichtig ist hier, dass der Patient die Wirkung mit Spaziergängen während des Tages unterstützt.

Hypericine haben auch eine antivirale Wirkung und werden zur Behandlung von bestimmten Karzinomen eingesetzt. Die antivirale Wirkung besteht darin, dass die Anlagerung von Viren an die Wirtszelle und das Eindringen in diese gehemmt werden.

Flavonoide

Die wichtigsten Vertreter dieser Gruppe sind das Quercetin und das Quercitrin. Beide werden hauptsächlich in den Randschichten der Blätter gefunden. Die zwei selteneren Substanzen Biapigenin und Amentoflavon befinden sich eher in den Blüten. Die Hauptwirkung dieser Verbindungen betrifft den Serotoninstoffwechsel. Serotonin ist das „Glückshormon“, dessen Mangel für die depressive Symptomatik verantwortlich gemacht wird. Johanniskraut wirkt hemmend auf ein Enzym (Monoaminooxidase), welches maßgeblich am Abbau von Serotonin beteiligt ist. So erhöht sich also die dem Körper zur Verfügung stehende Menge an Serotonin.

Hyperforin

Das Hyperforin ist eine sehr lichtempfindliche, instabile Substanz, die hauptsächlich im frisch hergestellten Johanniskrautöl nachgewiesen werden konnte. Die Substanz verfügt über ausgeprägt antibakterielle Eigenschaften, weshalb das Johanniskrautöl erfolgreich bei Verletzungen und Hauterkrankungen eingesetzt werden kann.

Baldrian bei Suchterkrankungen

Der Baldrian (Valeriana officinalis) enthält als Hauptwirkstoffgruppen ätherisches Öl und die Valepotriate. Besonders die Valepotriate stehen im Blickpunkt der Suchtbehandlung. Alle Verbindungen diesen Typs zeigen im Tierversuch eine tranquilisierendsedierende Wirkung, wobei diese hauptsächlich auf das limbische System Einfluss nimmt. Bei der Verabreichung von Baldrian wird eine schnellere Dämpfung der Entzugserscheinungen bei Alkohol- und Opiatmissbrauch berichtet. Baldrian wirkt über seine sedierenden Eigenschaften auch schlaffördernd.

Harmonisierung des vegetativen Nervensystems

Unerlässlich bei der Behandlung von Depressionen ist die Harmonisierung des vegetativen Nervensystems. Dieses steht in enger Verbindung zum Hypothalamus- Hypophysensystem und dem limbischen System. Der Ausgleich dieses Systems unterstützt die Wiederherstellung physiologischer Konzentrationen der wichtigen Neurotransmitter, wirkt aufhellend auf die Stimmungslage und reguliert die endokrinen Prozesse des Körpers, die für die Aufrechterhaltung der Homöostase so entscheidend sind. An dieser Stelle soll an das Therapiekonzept der Firma Infirmarius-Rovit erinnert werden, welches für psychovegetative Syndrome konzipiert wurde. Namentlich steht hier der Löwe-Komplex Nr. 4 Hypericum im Vordergrund.

Das Belohnungstagebuch

Ein wichtiger Mechanismus zur Stimulierung unseres Belohnungssystems besteht darin, sich selbst bewusst zu machen, welche Leistungen wir täglich erbringen und welchen Wert unsere Persönlichkeit hat. Hierzu bietet es sich an, dem Patienten „Hausaufgaben“ zu geben. Er/sie soll minutiös aufschreiben, welche Tätigkeiten (Leistungen) er/sie im Laufe des Tages erbracht hat. Hierbei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen erfolgreichen Geschäftsmann oder eine viel beschäftigte Hausfrau und Mutter handelt. Notieren Sie alle Einzelheiten Ihres Tages als wertvolles Detail. Machen Sie hinter jedem erledigten Punkt einen „Haken“. Ziehen Sie am Ende des Arbeitstages eine Bilanz und belohnen Sie sich für Ihre Ergebnisse und ihren Einsatz. Gehen Sie ins Kino, nehmen Sie ein entspannendes Vollbad, kaufen Sie sich ein neues Buch oder gehen Sie ein Eis essen. Oder besuchen Sie ein nettes Restaurant, nehmen Sie einen Extratermin bei Ihrem Friseur oder Ihrer Masseurin wahr!

... Belohnen Sie sich für das, was Sie sind!

Martina FritschMartina Fritsch
Heilpraktikerin, Diplom-Chemikerin. Selbstständig in eigener Praxis seit 1996, Schwerpunkte: klassische Homöopathie, traditionelle chinesische Medizin, Phytotherapie, Ohrakupunktur, klassische Massage.
Afrikanische Straße 158, 13351 Berlin
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