Positives Denken für Alle! Über die Kraft der eigenen Gedanken

2010-03-Positiv1

„Der Mensch ist, was er denkt. Was er denkt, strahlt er aus. Was er ausstrahlt, zieht er an.“
(Unbekannt)

Da hat er Recht, unser weiser Unbekannter. Aber was so simpel klingt, ist in der Umsetzbarkeit häufig gar nicht so einfach ...

Manchmal gibt es nämlich Umstände im Leben, die machen es einem so richtig schwer, positiv zu bleiben.

– Ziellosigkeit
– Beziehungsprobleme
– Unzufriedenheit
– permanenter Zeitdruck
– Zukunftssorgen

fotolia©pdesignDiese Beispiele können aufzeigen, dass es viele Gründe geben kann, sich zu sorgen. Wie leicht jemand allerdings die Herausforderungen des Lebens wegsteckt, hängt unter anderem davon ab, welche Wahrnehmung er wählt. Unsere Wahrnehmung hängt wiederum von vielen verschiedenen Faktoren ab, so können zum Beispiel die Tagesform oder die derzeitige Lebenssituation bis hin zur Sympathie oder Antipathie für das Gegenüber ganz entschieden darauf einwirken, wie wir eine bestimmte Situation bewerten, also wahrnehmen.

Die Fähigkeit, positiv zu denken, hängt aber nicht nur von äußeren Faktoren ab, sondern darf in erster Linie von jedem Menschen selbst hergestellt oder verstärkt werden. Positives Denken entsteht in jedem selbst, denn ein Individuum entscheidet in jedem Moment seines Lebens, wie es die Dinge aufnimmt und an sich heranlässt. Das bedeutet zum Beispiel, dass, wenn man einen Konflikt am Arbeitsplatz hat, und abends immer noch schlecht gelaunt zu Hause herumsitzt oder sich tagelang über die Bäckersfrau aufregt, weil die einem mal gammelige Brötchen angedreht hat, man aktiv etwas für sein seelisches Gleichgewicht tun darf.

Schluss mit den passiven Aussagen!

In meiner täglichen Arbeit begegne ich häufig Menschen, die niedergeschlagen sind und aus einem bestimmten Grund zu mir kommen. Sie erwarten sich Besserung und eine Änderung ihres derzeitigen Lebensbildes. Meine Aufgabe ist es dann, den eigentlichen „Störenfried“ oder „Unglücklichmacher“ zu finden und den Menschen Werkzeuge an die Hand zu geben, die ihnen dabei helfen können, nachhaltig an genau dieser, ihrer Wahrnehmung zu arbeiten.

Gut gedacht ist halb gewonnen!
„Ich würde ja, wenn ...“

Höre ich dann oft. Oder „Ich war schon immer ein pessimistischer Mensch.“ Wenn mir Klienten solche oder ähnliche Sätze mitteilen, verweise ich immer wieder auf Lektion 1 „Ich steuere meine Wahrnehmung und damit meine Gedanken. Mein freier Wille, zu entscheiden, wie ich Situationen aufnehme und darüber denke, versetzt mich in die Lage, diesen Zustand jederzeit selbstständig zu verändern.“ Um jedoch umfassend positiv denken zu können, dürfen gleich mehrere Bereiche in Augenschein genommen werden.

Eine Stütze nennt sich „Loslassen“ und beinhaltet etwaige antrainierte Wertemuster, Erwartungshaltungen, Wünsche, utopische Ziele oder aber auch menschliche Bindungen. Wir alle haben uns während unseres Lebens und der damit verbundenen Erfahrungen, die wir gesammelt haben, ein Weltbild zugelegt. Darin sind unsere Werte, unsere Ansichten und unsere eigenen Sichtweisen angelegt. Diese haben wir entwickelt aufgrund unterschiedlicher Menschen, denen wir begegnet sind, oder aus Dingen mitgenommen, wie sie uns passiert sind. Was aber passiert, wenn man auch nur für zwei Stunden seinen Arm verkrampft an etwas festhält, nur um es festzuhalten, weil man es eben will? Richtig. Der Arm beginnt zu schmerzen. Nicht anders verhält es sich mit unserer Seele.

Eine nächste Stütze nennt sich „Gelassenheit“ und sie besteht aus Entspannung, Vertrauen in sich und andere, ein In-sich- Ruhen. Häufig erfahren meine Klienten schon eine Erleichterung, wenn sie erst einmal ins Loslassen gekommen sind. Loslassen und Gelassenheit liegen dicht beieinander, aber sie heben sich nicht gleichzeitig auf. Denn obwohl sie themenmäßig so nah zusammenliegen, darf jeweils gesondert daran gearbeitet werden.

Stress ist beispielsweise in Zeiten wie heute ein großer Zeiträuber und damit auch ein signifikanter Beschleuniger fürs Negativdenken.

Die dritte Stütze heißt „Aufmerksamkeit“ und hier dürfen wir alle einen Blick darauf werfen, was das eigentlich für Geschehnisse sind, die uns da immer wieder aus der Ruhe bringen oder in denen wir uns wünschen, positiver zu denken. Jeder, der selbst Menschen berät, wird wissen, wie viel von unserer eigenen Fähigkeit, die Dinge wirklich aufmerksam und nach Möglichkeit wertfrei zu betrachten, abhängt. Ohne die Bereitschaft und den festen Willen, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen und sie positiv zu nutzen, wird es nämlich ganz schön schwer mit dem positiven Denken …

Warum positiv denken?

Wie schon gesagt: Gedanken schaffen Wirklichkeit. Glückliche Gedanken helfen uns, unseren Sehnsüchten und Wünschen schneller näher zu kommen. Studien belegen, dass wir durch eine positive Einstellung automatisch in ein gutes Lebensgefühl gelangen. Wie „einfach das gehen kann“ legt uns Hoffmann von Fallersleben in seinem Volkslied „Die Gedanken sind frei“ so schön locker und fröhlich nahe. Was in diesem Lied so frei von der Leber weg gesungen wird, ist in der Umsetzung oft schwierig und vielleicht gar nicht mal so spaßig.

Häufig ist genau der erste Stein „Selbstbeobachtung“ schon ein ganz schön harter, denn hier müssen wir vor allem eines beweisen: konstruktive Selbstkritik und Disziplin.

Die Disziplin wird hier immer wieder gefordert, aber im Vergleich zu den sich umgehend fühlbaren Vorteilen, eine Sache, die man gerne leistet.

Wer immer alles erst mal negativ betrachtet, gräbt sich nicht nur selbst das Wasser ab, sondern gerät ganz schnell in den Strudel der „selbsterfüllenden Prophezeihung“.

Dies ist das Phänomen mit jener Eigendynamik, seine in diesem Fall negativen Gedanken, sich so lange im Kopf festsetzen zu lassen, bis das Befürchtete tatsächlich eintritt oder bis die Person selbst Handlungen ausführt, die darauf hinweisen können, dass die Situation schon längst eingetreten ist, obwohl noch alles in Ordnung ist. Solche Gedanken können überdies zu einer geringeren Leistung, etwa bei Prüfungen sorgen, worin sich im Anschluss das Gedachte wieder bestätigt, ein Kreislauf also.

In meinen Beratungen und Kursen setze ich deshalb immer wieder gezielt auf produktive und lösungsorientierte Betrachtungsweisen, denn der wohl dickste Brocken besteht im Auflösen negativer Denkmuster, die sich im Laufe der Jahre eingeschlichen haben.

Der Weg ist kein kurzer, aber er lohnt sich. So, wie wir Rad fahren oder sprechen lernen, können wir auch lernen, positiv zu denken und damit unser komplettes Weltbild positiv einzufärben.

Wir haben also gelernt: Beim positiven Denken darf systematisch und kontinuierlich an sich gearbeitet werden. Ob in Eigenregie oder mit fachkundlicher Unterstützung, das entscheidet jeder selbst. Das Wichtigste: am Ball bleiben und diszipliniert sein, so kann sich der Erfolg am ehesten spürbar einstellen.

Darf es sonst noch etwas sein?

Ein Glückssüppchen vielleicht? Oder ein Optimisten-Salat?

Schaffen wir uns einen ganz persönlichen Glück-Positiv-Zugang und fangen wir am besten noch heute damit an!

Ich fasse noch mal kurz zusammen. Was können wir tun?

– Aufmerksame Selbstbeobachtung
– Loslassen
– Entspannung und Gelassenheit

Veränderung des Fokus

Anschaffung eines Positiv-Tagebuchs: Man kann jeden Abend, mindestens 5 Dinge, die heute positiv waren notieren, was bedeutet, den Fokus auf die angenehmen Dinge zu verschieben.

Aufspüren der Verbesserungspotenziale

Struktur im Arbeitsalltag oder im Haushalt schaffen: Eine kleine To-do-Liste kann dabei helfen. In welchem Ablauf besteht noch Verbesserungspotenzial?

Freundlichkeit ist die Botschaft in Begegnungen

Beim Einkaufen, Behördengängen oder sonstigen Erledigungen den Menschen freundlich zu begegnen, einen kleinen Smalltalk zu führen und ein Lächeln in die Welt zu schicken kann erstaunlich viel positives Feedback zur Folge haben!

Ach, und übrigens, falls jemand so etwas vorhatte:

„Wer nicht lächeln kann, der sollte keinen Laden aufmachen.“ Lehrt uns ein chinesisches Sprichwort

In diesem Sinne:
Bleiben Sie
positiv!

Diana Köstler Diana Köstler
Heilpraktikerin für Psychotherapie, Zertifizierte Psychologische Beraterin,