NLP in Aktion

"Wenn sich eine Türe schließt, dann öffnet sich eine andere."


PERSÖNLICHER HINTERGRUND

Seit Mai 2003 arbeite ich selbstständig in eigener Praxis. Man kann mich im Branchenverzeichnis und über das Internet finden. Außerdem gibt es Hinweise über das Praxisschild, gezielt ausgelegte Flyer und nicht zuletzt über die mündliche Weitergabe meiner Tätigkeit.

Voraussetzung für meine Arbeit als psychologische Beraterin sind die Kenntnisse und Erfahrungen aus der Ausbildungszeit. Darüber hinaus habe ich in einem Seminar Ansätze der lösungsorientierten Beratung nach Steve de Shazer praktizieren können. Als NLP Master liegt mein Schwerpunkt in der Anwendung von NLP-Techniken.

Empathie, Respekt und Anerkennung dem Klienten entgegenzubringen, sind selbstverständlich, ebenso die Fähigkeiten des aktiven Zuhörens, der Trennung wichtiger Informationen von unwichtigen, Pacen, Paraphrasieren etc. Die Authentizität des Beraters und das Einbringen von Humor in den gegebenen Situationen schaffen eine gute geschützte Atmosphäre. Das äußere Erscheinungsbild des Klienten, seine Physiologie, Körpersprache, Mimik und Gestik und auch die Wahl seiner Sprache wahrzunehmen, vermittelt wichtige Informationen.

Dem Berater sollte es während des Gespräches und nach der kritischen Eigenreflexion der Sitzung immer gut gehen. Neben vielen Fähigkeiten, die ich nicht alle aufzählen möchte, ist dafür die beste Voraussetzung, selbst einmal über einen längeren Zeitraum Klient gewesen zu sein. So lernt der Berater sich besser kennen, die eigenen "schwarzen Flecken" bekommen Namen, wodurch Übertragungsfehler leichter zu vermeiden sind und die innere Landkarte größer wird Für mich waren die Erfahrungen als Klientin und die Erfahrungen mit NLP ein reiches Geschenk.

Anmerkung: Zur flüssigen Schreibweise wähle ich die männliche Bezeichnung – der Klient/Berater. Es sind natürlich auch die Klientinnen/Beraterinnen gemeint.

INTERVENTIONSMETHODEN UND HINTERGRUND

Häufig stellt man mir die Frage: "Was ist NLP eigentlich?" Um die Frage zu beantworten, möchte ich an dieser Stelle einige wesentliche Elemente (stark verkürzt) wiedergeben.

Neurolinguistisches Programmieren wurde in den siebziger Jahren von dem Mathematiker Richard Bandler und dem Linguisten John Grinder entwickelt. NLP ist ein psychologisches Kommunikationsmodell. Durch die genaue Analyse und Modellierung der Arbeit von erfolgreichen Therapeuten – des Hypnosetherapeuten Milton Erickson, der Familientherapeutin Virginia Satir und des Gestalttherapeuten Fritz Perls – haben Bandler und Grinder ein neues System geschaffen.

Das menschliche Nervensystem empfängt und verarbeitet die Wahrnehmung, die es über unsere fünf Sinne aufnimmt, filtert und speichert:2006-02-CoNLP1

V i s u e l l
A u d i t i v
K i n ä s t e t i s c h
O l f a k t o r i s c h
G u s t a t o r i s c h

Diese Erfahrungen bringen wir in unserer Sprache (linguistisch) und auch über unsere Körpersprache (nonverbal) zum Ausdruck. NLP untersucht diese Muster oder "Programmierung", die durch die Interaktion zwischen dem Gehirn, der Sprache und dem Körper kreiert wird und die effektives wie auch uneffektives Verhalten produzieren kann.

Eine Reihe von Einstellungen und Grundannahmen (Axiome) bilden die nicht nachweisbaren Grundlagen des NLP und durchziehen alle Methoden, Prozesse und Modelle. Sie verweisen auf ein positives Menschenbild.

 

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  1. Die Wahrnehmung über unsere Sinne ist eine subjektive Abbildung der Wirklichkeit – unsere persönliche Landkarte –, auf die der Mensch reagiert. Er reagiert nicht auf die äußere Wirklichkeit.
  2. Menschen treffen immer die für sie bestmögliche Wahl!
  3. Jedes Verhalten hat eine positive Absicht!
  4. Körper, Geist und Seele sind ein System!
  5. Wir haben bereits alle Ressourcen, die wir brauchen!
  6. Wenn etwas nicht funktioniert, kann man etwas anderes ausprobieren!
  7. Es ist gut, viele verschiedene Wahlmöglichkeiten (mind. drei) in einer Situation zu haben!

Diese Axiome implizieren die Möglichkeiten zu Veränderungen!

Bei aller beachtenswerten Theorie bin ich der Meinung: NLP kann man nur erfahren!

Die Anwendung von NLP-Techniken führen durch einen Prozess: von der konkreten Problemsituation hin zur Zielbestimmung. Das Ziel sollte realistisch und positiv formuliert sein: "Was ist das Problem? Was soll anders werden? Wo willst du hin? Was ist das Ziel? Was brauchst du dazu?"

Der Coach führt und begleitet den Klienten auf der Suche nach dem Ziel und seinen Ressourcen: Fähigkeiten, Erfahrungen, Erinnerungen, Wissen, Eigenschaften usw.

Denn der Klient hat sein Leben ja durchaus gemeistert und unbewusst dazu seine Ressourcen eingesetzt. Jetzt geht es darum, sich dieser Ressourcen bewusst zu bedienen.

Eine NLP-Intervention dauert zwischen 60 und 90 Minuten, vielleicht auch länger. Dieser Zeitrahmen weist darauf hin, dass es hier um eine intensive Arbeit geht. Der Fokus des Klienten richtet sich nach innen, und mit Hilfe des Coach begibt er sich auf eine innere Reise, um sich seiner Ressourcen, zu denen er in der Problemsituation keinen Zugang mehr findet, wieder bewusst zu werden und sie dann auch gezielt in der geschilderten Problemsituation anzuwenden, immer ausgehend von der Sinneswahrnehmung des Klienten:

V: Wie sehe ich mich selbst? Wie ist meine Körperhaltung? Wo bin ich in der Situation? Wer ist noch dabei? usw.

A: Gibt es dort auch etwas zu hören?

K: Was für ein Gefühl löst diese Situation bei mir aus? Kann ich dem Gefühl einen Namen geben? Wo in meinem Körper macht sich das Gefühl bemerkbar? usw.

O: Gibt es (je nach Situation) auch etwas zu riechen?

G: ...oder zu schmecken?

Die Erarbeitung des Zieles und der Wege, um zu diesem Ziel zu kommen, benötigt den größeren Teil des zur Verfügung stehenden Zeitrahmens. Auch negative Konsequenzen, die sich evtl. aus einem anderen, "neuen“ Verhalten ergeben, werden berücksichtigt und auch dort wird nach Lösungen gesucht oder das Ziel wird verändert. Der Prozess verläuft immer als fließender Dialog zwischen Klient und Berater und erfordert für beide Konzentration und Aufmerksamkeit und von dem Klienten besonders viel Energie. Er wird am Ende der Sitzung aber belohnt, weil er sich selbst als ausgeglichen und angenehm überrascht erfährt.

NLP-Interventionen können eingesetzt werden:

  • zur Klärung der Probleme und Ziele
  • zur Vergrößerung der inneren Landkarte
  • zur Veränderung
  • zur Konfliktlösung
  • zur Motivation
  • zur Klärung von Werten (Wertehierarchie)
  • zur Evozierung von Strategien
  • zu angemessenem Verhalten
  • zum Wachstum der Persönlichkeit usw.

Beispiel
Symptom: unerwünschtes Gefühl und Verhalten
Ursache: negative Interpretation
Ressource: positive Interpretation
Ziel: positives Gefühl
Effekt: Akzeptanz

FALLBEISPIEL

2006-02-CoNLP3Frau B. meldete sich telefonisch bei mir. Ihr Hausarzt hatte ihr empfohlen, sich an mich zu wenden. Wir vereinbarten einen ersten Termin.

Nach einem kurzen "Warm-up" und gerade zu Beginn des ersten Gespräches bespreche ich die notwendigen formalen Dinge. Dann folgt die Anamnese:

"Gab es einen Krankheitsverlauf? Werden Medikamente gebraucht? Gab es schon einmal eine Beratung, Therapie oder Klinikaufenthalt? Seit wann haben Sie die Beschwerden? Gab es zeitlich vor Beginn der Probleme ein Ereignis, welches aus dem normalen Alltagsgeschehen herausfiel?" (Häufig wird hier schon ein wichtiger Hinweis gegeben.)

So verschaffe ich mir einen Überblick und kläre für mich, ob ich den Klienten behalte oder ihn weiterempfehle.


Frau B. schilderte somatische Beschwerden: Druck im Brustbereich, Herzrasen, hoher Puls, Unruhe, Schwindel, Bauchschmerzen im Nabelbereich bis Unterbauch. Sie fühlte sich oft traurig und meinte, sie stünde sich selbst im Wege. Sie war deshalb lange in ärztlicher Behandlung, ohne dass ein klinischer Befund erhoben werden konnte.

Frau B. war zum Zeitraum der Beratung 64 Jahre alt. Sie hat zwei erwachsene Kinder. Mit ihrem Mann hat sie eine eigene Firma aufgebaut. Sie war neben der Kindererziehung und der Haushaltsführung auch immer voll berufstätig. Mit 60 Jahren wollte sie sich aus dem Berufsleben zurückziehen. Diesen Wunsch konnte sie aber nicht wirklich realisieren. Ihr Einsatz wurde immer wieder gefordert, um bei Engpässen der Firmenarbeit einzuspringen und um den damit verbundenen gesellschaftlichen Verpflichtungen nachzukommen. Sie erfüllte diese Forderungen, ohne auf ihren inneren Widerstand zu achten. Diese dauernde Überforderung und die Überschreitung ihrer eigenen Grenzen führten im Laufe der Jahre zu somatoformen Störungen.

Im ersten und auch im zweiten Gespräch ging es um die Stabilisierung, um das Wiederfinden des inneren Gleichgewichtes. Natürlich gab es im Leben der Klientin auch Situationen, die für sie sehr ressourcevoll waren und die ihr Kraft gegeben haben. Frau B. hatte von diesen Situationen eine ausgewählt. Diese Situation wurde nach Modalitäten und Submodalitäten elizitiert, über die Sinneswahrnehmungen, sodass diese Situation für Frau B. wieder lebendig wurde und sie auch das gute positive Gefühl im Körper deutlich wahrnehmen konnte. Diese Situation wurde im "Moment of Excellence" geankert und in schwierigen Momenten konnte die Klientin diesen Anker als Hilfe nutzen, um wieder "nach oben" zu kommen.

In den folgenden Sitzungen erarbeitete Frau B. die positive Absicht ihrer Beschwerden. Und sie fand heraus, welche Wege und Möglichkeiten es gab, um sich diese positive Absicht zu sichern. Das Thema von Frau B. war: "Ich bin nicht konsequent und nicht authentisch!" Sie befand sich häufig in der Ambivalenz, in einem inneren Konflikt, etwa so: "Gehe ich zur Arbeit, dann komme ich zu kurz; tue ich etwas für mich, dann habe ich ein schlechtes Gewissen."

Die Möglichkeiten, die Frau B. für sich herausfand, konnte sie in kleinen Schritten, beruflich und privat, umsetzen. Sie fand heraus, dass es ja durchaus ein "Sowohl-alsauch" geben konnte. Ihr Ziel war: Souverän selbst zu entscheiden, und ihre Glaubenssätze, die sie daran hinderten, konnten im "belief change" überarbeitet werden. Sie entdeckte andere Glaubenssätze, die ihr halfen, konsequent und Schritt für Schritt ihrem Ziel näher zu kommen. Nach den ersten Gesprächen hatte der Druck im Brustbereich nachgelassen.

Frau B. ist ca. fünfzehn Mal im Zeitraum von ca. neun Monaten zu mir gekommen. Bemerkenswert war, dass sie in den ersten Sitzungen immer wieder betonte: "Ich glaube nicht daran, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen meinen körperlichen Symptomen und meiner seelischen Verfassung. Die wichtigen und verletzenden Ereignisse liegen doch so viele Jahre zurück. Aber es tut mir gut und deshalb komme ich." Ich habe ihr gegenüber dazu deutlich meinen Respekt und meine Anerkennung ausgesprochen.

In den weiteren Sitzungen entdeckte Frau B. die Ressourcen wieder, die sie brauchte, um klar, freundlich und präzise das zu sagen, was es in den jeweiligen Situationen zu sagen gab. Der Effekt war, dass sie anders und für sie deutlich ernst genommen wurde. Dann fiel es ihr leichter, Kompromisse einzugehen und zum "Sowohl-als-auch" zu finden. Sie wurde sich ihres Selbst bewusster, und wenn Widerstand, Druck oder Enge von ihr wahrgenommen wurden, so konnte sie immer besser in der konkreten Situation ihre Möglichkeiten abwägen und sich fragen, welche Entscheidung die für sie richtige sei. Sie begann, ihre eigenen Vorstellungen ins Gespräch zu bringen und auch konsequent umzusetzen. Druck und Schmerzen im Bauch wurden seltener, stattdessen nahm sie ein leichtes, freies Gefühl wahr.

Es bewahrte sie nicht davor, auch wieder alten Mustern zu folgen, etwa wenn es doch zu anstrengend wurde. Dann folgte Resignation: "Ist ja egal, dann tue ich es eben" (Arbeit in Firma). Auch hinter dieser Vermeidung stand eine positive Absicht, die Frau B. für sich herausgearbeitet hat. Denn die negativen Konsequenzen ihres neuen Verhaltens blieben ihr nicht erspart. Es war nicht mehr so selbstverständlich, über Frau B. zu verfügen. Ihr Mann reagierte sozusagen "verschnupft". Auch damit lernte Frau B. umzugehen: "Welche Ressourcen stehen mir zur Verfügung, um in Stresssituationen ruhig zu bleiben? Wie komme ich zu mehr Gelassenheit, und kann ich auch Wut zulassen, die dann in mir hochsteigt?" - Ja, die Wut darf sein und es ist gut, sie wahrzunehmen. Es gibt ja auch Möglichkeiten, Wut für sich alleine und kontrolliert herauszulassen (Sport, Boxen usw.). Die Klientin hat auch hier für sich einen Weg gefunden.

Sie begann, ihren Fokus mehr auf sich selbst zu richten als auf andere und wahrzunehmen, was sich in ihr veränderte. Sie fühlte sich leichter, zufriedener, freier. Die Verantwortung, die sie für Firma, Ehemann und Familie übernommen hatte, verschob sich allmählich auch auf sie selbst. Denn im letzten Drittel der Gesamtsitzungen standen die problematischen Situationen des Alltags nicht mehr im Vordergrund. Jetzt wurde ihr persönliches Wachstum wichtiger: Welche Werte bestimmen mein Leben? Welche Werte sind mir am wichtigsten und wohin führen sie mich? Was steht hinter den Werten? Frau B. begann Ideen zu entwickeln. Kreativität und Bildung waren in ihrem Leben bisher zu kurz gekommen. Und sie gestattete es sich, auch einmal zu faulenzen und es zu genießen.

Es war der Wunsch von Frau B., die Beratung zu beenden und nun ohne Unterstützung zurechtzukommen. Ihre körperlichen Symptome waren ihrer Aussage nach weitestgehend verschwunden und sie hatte sich viel "Handwerkszeug" erarbeitet, so dass ich zustimmen konnte. Frau B. hat immer die Möglichkeit, sich bei Bedarf bei mir zu melden.

 

Christa Bielefeld
Psychologische Beraterin/NLP Master
57 Jahre, verheiratet und Mutter von drei erwachsenen Töchtern. Langjährige Tätigkeit als MTA. Besuch einer Abendschule, Abitur 1999. Ausbildung zur psychologischen Beraterin. Ausbildung zum NLP Practitioner und zum NLP Master an der Paracelsus Schule Dortmund unter Leitung von Diplom-Psychologe und NLP-Trainer Michael Schimpke.
Am Unterbarmer Friedhof 21
42285 Wuppertal
Telefon 0202/2545270

www.psychoberat-bielefeld.de