Rückschau auf das Psychotherapie-Symposium in Koblenz

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Rückschau


Liebe Mitglieder, unser Psychotherapie- Symposium in Koblenz, hat bei allen Beteiligten und Besuchern wieder viele tolle Eindrücke hinterlassen. Für die Veranstalter vor Ort und die Organisatoren im Hintergrund hat sich die damit verbundene Arbeit wieder einmal gelohnt. An dieser Stelle sprechen wir allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die dafür sorgen, dass solche Veranstaltungen überhaupt zustande kommen, ein großes Lob aus! Auch die zahlreich erschienenen Teilnehmer haben das Symposium wieder einzigartig gemacht. Die Stimmung war beeindruckend, man spürte in allen Seminarräumen die Motivation der Teilnehmer.

Damit Sie einen kleinen Eindruck von diesem Syposium erhalten, haben wir drei Teilnehmer um ein Interview gebeten. Vor Beginn der ersten Vorträge haben wir ein paar Fragen gestellt und am Sonntag um ein kleines Feedback gebeten. Wir danken Frau Radermacher, Frau Maas und Herrn Koch-Draheim für ihre freundliche Unterstützung!


Interview 1

Martina Mußmann, Christiane D. Radermacher

Martina Mußmann, VFP, im Gespräch mit Christiane D. Radermacher, Psychologische Beraterin – vor dem Symposium

Mußmann: Liebe Frau Radermacher, auch wir haben schon häufig telefoniert. Sie haben die Ausbildung zur Psychologischen Beraterin gemacht, um ein tieferes theoretisches Wissen zu erlangen. Das hilft Ihnen heute in Ihrem Beruf und Ihren vielen Projekten, besser mit Situationen und Menschen umzugehen. Sie kommen aus Buchholz/ Bonn, das ist nicht weit von Koblenz entfernt. Wie sind Sie auf das Symposium aufmerksam geworden?

Radermacher: Durch die Mitgliederzeitung und die Ankündigungen über das Internet.

M: Was hat Sie bewogen, hierherzukommen?

R: Erst einmal das Thema "Sucht". Ich halte dieses Thema für aktueller denn je, aus meiner Wahrnehmung heraus, sowohl im beruflichen wie im privaten Umfeld. Ideal war für mich die Nähe des Veranstaltungsortes Koblenz zu meinem Wohnort. Da ich aus terminlichen Gründen nur Freitag und Sonntagvormittag teilnehmen konnte, war der Zeitaufwand für die Anfahrt von ca. 50 Minuten vertretbar.

M: Was erwarten bzw. versprechen Sie sich von dem Besuch hier in Koblenz?

R: Ich wünsche mir Informationen und Erfahrungsaustausch, verschiedene Sichtweisen, neue Denkensweisen in der Form, lösungsorientiert an dem Thema zu arbeiten. Wobei ich mich nicht nur auf die "klassischen" Suchtthemen wie Alkohol, Drogen, Medikamente beschränke, sondern auch Themen wie Spielsucht (Glückspiel, Computerspiele), Arbeitssucht etc. einbeziehe.

M: In welcher Form betreiben Sie Ihre Selbststständigkeit oder integrieren Sie Ihre Ausbildung in einen Beruf?

R: Ich war 26 Jahre im Bereich Sozial-/ Jugendhilfe tätig (von Kostenträgerseite). Zum Abschluss der Arbeit in diesem Bereich wollte ich die praktische Berufserfahrung durch theoretisches Hintergrundwissen ergänzen. Von 2000 bis 2002, habe ich die Ausbildung zur "Psychologischen Beraterin" gemacht. Danach habe ich hauptberuflich in verschiedene andere Fachbereiche gewechselt.

Gerade durch und in unserer modernen Arbeitswelt kann auch der Griff zum Suchtmittel bedingt werden. Sucht ist daher auch ein (Tabu-)Thema am Arbeitsplatz. Ich bin deshalb dankbar, durch meine Berufserfahrung und die theoretischen Grundlagen ein paar Ressourcen erarbeitet zu haben, um so etwas ruhiger und gelassener mit anderen Menschen umgehen zu können. Es ist mir ein Anliegen, Toleranz, Vertrauen, Respekt und menschliche Wertschätzung im (Berufs-) Alltag zu leben. Es gelingt auch mir nicht immer, aber immer häufiger, je mehr ich es einübe!

Im Herbst 2006 bin ich dem VFP beigetreten, um weiterhin aktuelle Informationen zu erhalten, Erfahrungen auszutauschen, Beiträge zur Lösung von Konflikten einzubringen.

Fortsetzung des Interviews nach dem Symposium

M: Wie hat Ihnen das Symposium gefallen?

R: Ausgezeichnet! Ich hätte gerne einige Gespräche noch vertieft, es war aus eigenen zeitlichen Gründen diesmal nicht möglich.

M: Haben Sie neue Ideen für Ihre Arbeit bekommen?

R: Mich hat die Vermittlung von Wissen in den Vorträgen und die praktische Umsetzung von Übungen in den Workshops angesprochen. Ich bin sicher, dass die Dozenten auch selbst einiges daraus mitnehmen und in ihre therapeutische Arbeit integrieren können. Ganz besonders interessant war auch, einmal der Frage nachzugehen, wofür die "Sucht" steht – Was ist dahinter an Lücke, Leere, Mangel, das nach Erfüllung "dürstet"?! Oder anders formuliert: Was fehlt dem Klienten wirklich? Was ist ihm in der speziellen Situation gemäß? Wie kann er bei der Entwicklung seines eigenen Selbstwertgefühls begleitend unterstützt werden.

Auch die Buchempfehlungen sind weiterführend für mich, z. B. zum Thema "Co- Abhängigkeit" von Anne Schaef.

M: Sind Symposien aus Ihrer Sicht wichtig?

R: Ja, unbedingt, da sich Therapieansätze und -verfahren ändern, ständig neue Erkenntnisse z. B. aus der Neurologie gewonnen werden.

Der VFP bietet durch seinen offenen und großzügig gesteckten Rahmen eine Möglichkeit, sich fachlich in einem breiten Spektrum auszutauschen. Hinzu kommt, dass eine Reihe von Mitgliedern vor ihrer Ausbildung zu Heilpraktikern für Psychotherapie bereits Berufserfahrung gesammelt haben. Dies stellt meines Erachtens zusätzliches Potenzial dar, aus dem geschöpft werden kann. Es ist immer wieder interessant, sich auf dieser Basis mit den Teilnehmern eines Symposiums zu unterhalten.

M: Liebe Frau Radermacher, ich danke Ihnen, das Sie sich so viel Zeit genommen haben. Es freut mich, dass es Ihnen hier so gut gefallen hat. Eine letzte Frage: Was raten Sie Kollegen und Kolleginnen, die an diesem Wochenende nicht hier waren.

R: Mit den Ratschlägen ist das ja bekanntlich so einen Sache … Ich wünsche mir Psychologische Beraterinnen und Berater/Therapeutinnen und Therapeuten die auch immer wieder einmal selbst bereit sind, an ihrer eigenen Persönlichkeitsentwicklung zu arbeiten. Das Einfühlungsvermögen in die Situation eines Klienten ist größer, wenn ein Verständnis nicht nur rational, sondern auch emotional vorhanden ist. Ghandi hat den schönen Satz geprägt:
"Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst im Leben."

Ich möchte allen ganz herzlich danken, die durch die Vorträge, die Organisation und die Teilnahme zum Gelingen de Symposiums beigetragen haben. Ich freue mich schon jetzt auf weitere Veranstaltungen und wünsche allen Freude, Mut und Erfolg bei ihrer Arbeit.

M: Liebe Frau Radermacher, dem ist nichts hinzuzufügen. Gern schließen wir uns Ihren Wünschen an und freuen uns auf die nächsten Veranstaltungen.


Interview 2

Martina Mußmann, Jürgen H. Koch-Draheim

Interview mit Jürgen H. Koch-Draheim, Psychologischer Berater

Mußmann: Guten Tag, Herr Koch-Draheim. Schön, dass ich Sie einmal persönlich kennen lernen kann. Wir haben ja schon des Öfteren telefoniert. Sie sind schon seit vielen Jahren Psychologischer Berater – aber noch nicht in eigener Praxis tätig. Was ist der Grund für Ihre Teilnahme an diesem Symposium hier in Koblenz? Zudem kommen Sie aus Freiburg, da haben Sie auch einen weiten Weg auf sich genommen.

Koch-Draheim: Frau Mußmann, da ich beruflich sehr viel um die Ohren habe, gönne ich mir einfach die Auszeit, um einmal auf andere Gedanken zu kommen. Ich möchte Kolleginnen und Kollegen kennen lernen, die schon eine eigene Praxis führen und Gedankenaustausch pflegen. Ich habe täglich sehr viel geschäftlichen Kontakt mit Menschen, die ich teilweise schon Jahrzehnte kenne, und es kommt dann doch sehr oft vor, dass ich bei den Gesprächen auch mit persönlichen Schicksalen konfrontiert werde (Tod/Scheidung etc.). In solchen Situationen will ich helfen, da kommen mir die Treffen in den Paracelsus Schulen sehr gelegen, denn es gibt immer wieder neue Anregungen und Wissenswertes.

M: Wie sind Sie auf das Symposium aufmerksam geworden?

K-D: Ich lese die VFP-Zeitschriften und erhalte auch immer Einladungen von der Geschäftsstelle.

M: Was erwarten Sie bzw. versprechen Sie sich von dieser Teilnahme?

K-D: Neue interessante Menschen kennen zu lernen, wie schon gesagt, dann … fachliche Fort- und Weiterbildung .... Anregungen für eigene Gespräche mit betroffenen Patienten/Kollegen ... Informationen über neue Behandlungsformen, wissenschaftliche Erkenntnisse etc.

M: Was hat Sie bewogen, diese Ausbildung zu machen?

K-D: Ich habe das Studium bereits vor 25 Jahren gemacht und in vielen Lebenssituationen den Nutzen des Wissens um psychologische Zusammenhänge schätzen gelernt. Auch in Lebenskrisen von Freunden etc. hat es sich erwiesen, dass ein Grundlagenwissen in der Psychologie sehr wichtig ist. In meiner wenigen Freizeit betreue ich ehrenamtlich Komapatienten in Freiburg und erhalte auch durch die Treffen von Kollegen wertvolle Informationen und es kommt auch zu gelegentlichem Erfahrungsaustausch. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich nach Erreichen der Rentnerzeit mir noch eine Praxis aufbauen werde.

M: Lieber Herr Koch-Draheim. Das kann ich mir bei Ihnen sehr gut vorstellen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und bedanke mich für das informative und freundliche Gespräch.


Interview 3

Stefanie Maas, Martina Mußmann

Interview mit Frau Stefanie Maas, im dritten Ausbildungsmonat

Mußmann: Guten Tag, Frau Maas. Nach der Eröffnungsrede von Herrn Dr. Weishaupt haben sich die Teilnehmer vorgestellt. Sie haben erzählt, dass Sie in diesem Jahr mit Ihrer Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie in Koblenz begonnen haben. Darf ich Ihnen ein paar Fragen stellen?

Maas: Gerne, was möchten Sie wissen?

M: Wie sind Sie auf das Symposium aufmerksam geworden?

Maas: Bei der Anmeldung zur Ausbildung zum HP für Psychotherapie im Januar 2009 bin ich direkt auf die Gelegenheit hingewiesen worden, dass dieses Jahr das Symposium für PSY in Koblenz stattfindet – eine einmalige Chance, direkt vor Ort ohne weite Anfahrt. Und dieses Event würde nur zweimal im Jahr stattfinden. Das hat mich natürlich neugierig gemacht.

Zusätzlich wurde im Rahmen des Unterrichtes auf das Symposium hingewiesen, wo zwei meiner Dozenten Vorträge und Workshops anbieten würden. Mit großer Begeisterung vonseiten der Dozenten wurde schon auf die sehr spannenden Themen hingewiesen. Die weiteren Vorträge und Workshops der übrigen Dozenten habe ich mir vorab im Internet auf der Homepage der Paracelsus Schule und des Symposiums eingehend angeschaut.

M: Frau Maas, da Sie ja erst mit der Ausbildung begonnen haben, würde mich nun interessieren, was erwarten Sie von dieser Veranstaltung bzw. was versprechen Sie sich von Ihrer Teilnahme?

Maas: Die Themenauswahl hat mich sehr interessiert. Zum einen als Weiterbildungsmöglichkeit zusätzlich zu meiner Ausbildung und zum Reinschnuppern in die Therapieform Hypnose (ich interessiere mich für eine weiterführende Ausbildung nach meinem Heilpraktiker für Psychotherapie in dieser Therapie). Im Rahmen der Weiterbildung hat mich auch sehr das Thema Sucht interessiert, da ich es zum Teil auch gerne in meine spätere Tätigkeit als HP für Psychotherapie integrieren würde. Auch von dem Thema "Heilung von Trauer und Trennungsschmerz" verspreche ich mir, hier wertvolle Anregungen für die spätere Tätigkeit zu erwerben.

Zum anderen erwarte ich auch etwas für meine persönliche Entwicklung mitzunehmen. Zum Thema Sucht: Wer ist wirklich frei davon, und wenn es "nur" die Schokoladensucht ist – zum Thema Trennungsschmerz: gerade aktuell bei mir. Und eigentlich immer im Leben mal Thema. Ich verspreche mir eventuell ein paar Tipps und Anregungen, um einfacher mit Trauer umgehen zu können. Und zum Thema "Der Mensch im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Bindung": Antwort auf die Fragen: Wann ist zu viel Freiheit, wann ist zu viel Nähe und wie schafft man beides unter einen Hut zu bekommen?

M: Was hat Sie dazu bewogen, diese Ausbildung zu machen?

Maas: Zum einen hat mich Psychologie schon immer fasziniert. Früher hab ich davon geträumt, Psychologie zu studieren. Doch ich wollte früh auf eigenen Beinen stehen und habe eine kaufmännische Ausbildung begonnen. Dass ich kein Einser-Abi hatte, war ein weiterer Grund.

Nach fast zehn Jahren kaufmännischer Arbeit, vermisse ich es sehr, intensiv mit Menschen zu arbeiten. Auf der Suche nach einer anderen Arbeit /Weiterbildungsmöglichkeit bin ich in der Zeitung auf eine Annonce der Paracelsus Schule gestoßen. Nachdem ich auf der Homepage der Schule in Koblenz war, dachte ich: Das ist genau das, was ich immer wollte. Und ich konnte es neben meinem Job machen.

M: Liebe Frau Maas, ich wünsche Ihnen viel Spaß und viele Informationen bei den Vorträgen und Workshops.

Fragen zum Abschluss der Veranstaltung

M: Frau Maas, nun geht das Symposium dem Ende zu. Wie hat es Ihnen gefallen? Konnten Sie wichtige Informationen für Ihren weiteren Bildungsweg sammeln? Möchten Sie für unsere Leser einen kleinen Rückblick zusammenfassen?

Maas: Das mache ich gerne. Großartige Dozenten, mit vollem Einsatz und Motivation wurden Vorträge gehalten und Workshops durchgeführt. Organisation und Ablauf waren super. Alles fand wie geplant statt. Sogar Getränke und kleine Snacks wurden angeboten.

Inhaltlich: Zum Thema Sucht und vor allem Co-Abhängigkeit habe ich sehr viel mitgenommen. Vieles war mir so noch nicht bewusst und in mancher Beziehung ging mir ein Licht auf. Der Vortrag war überaus informativ, unglaublich viel Wissen wurde in den kurzen 1 1/2 Stunden vermittelt. Auch der Workshop hierzu war sehr spannend und aufschlussreich.

Zum Thema Hypnose: Vieles hiervon hatte ich bereits im Unterricht erfahren. Der Workshop war ein unvergleichliches Erlebnis.

Zum Thema "Heilung von Trennung und Trauer": Ich hätte mir ein paar mehr Werkzeuge erwartet, leider wurde hier nur ein grober Überblick vermittelt. Dafür war der Workshop umso besser. Dort hab ich wirklich was mitgenommen für mich.

Zum Thema "Der Mensch im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Bindung": Sowohl der Vortrag als auch der Workshop wurden mit einem Enthusiasmus vermittelt, der einfach mitreißend war. Ein sehr spannendes Thema, auch hier habe ich wertvolle Erkenntnisse erworben für Privates und Beruf.

Zum Thema "Abhängigkeiten in Beratungen": Hier habe ich gelernt, wie man es nicht macht, wie man es vermeidet, in eine Falle zu geraten und was man tun kann, um überhaupt nicht in eine abhängige Situation zu kommen. Dieses Wissen ist sehr hilfreich vor dem Gründen einer eigenen Praxis.

M: Frau Maas, was hat Ihnen noch gut gefallen und was könnten Sie den Kollegen raten, die an diesem Symposium nicht teilgenommen haben?

Maas: Ich habe auf dem Symposium viele interessante Menschen aus ganz Deutschland in ganz unterschiedlichen Stadien auf dem Weg zum Therapeuten kennen gelernt. Spannend fand ich den Austausch mit bereits praktizierenden Heilpraktikern für Psychotherapie.

M: Liebe Frau Maas, ich danke Ihnen für diese ausführlichen Antworten und wünsche Ihnen viel Erfolg bei all Ihren Unternehmungen.