Meditation - Quelle der Kraft

Seit Jahrtausenden gibt es in asiatischen, amerikanischen, afrikanischen und europäischen Kulturen die unterschiedlichsten Meditationsverfahren. Diese Meditationstechniken sind meist mit religiösen Grundgedanken verbunden, z. B. das in dem Geist des Zen geprägte Leben Japans oder die in der christlichen Tradition praktizierte meditative Versenkung.

Seit den 70iger Jahren finden im westlichen Kulturkreis östliche Meditationspraktiken (Buddhismus, Zen- Tradition, indische Yogasysteme) Anklang. Ein fruchtbarer Austausch zwischen östlichen und westlichen Lehren findet statt. Das Wort Meditation (meditari) kommt aus dem lateinischen und heißt „sinnen", „Sich vorbereiten" oder „sich einüben". Frei übersetzt bedeutet es „in die Mitte gehen" oder „aus der Mitte heraus sein': Körper, Geist und Seele werden in Einklang gebracht. Einerseits entspannt sich der Körper, andererseits arbeitet der Mensch an seiner seelischen Ausgeglichenheit. Entspannung ist besonders wichtig, da sich viele Menschen im Dauerstress befinden. Laut Umfragen von Freizeitforschern bringt selbst ein Urlaub nicht das gewünschte Ergebnis, da sich nur jeder vierte im Urlaub wirklich erholt. Auch während des Nachtschlafs, dem Wiedererwecker der Lebenskraft, finden viele Menschen keine Entspannung. Jeder Dritte klagt über Schlafstörungen, die seelisch bedingt sind. Dazu gehören: Ängste, Wut, Wünsche, Traurigkeit. Innere Impulse werden verdrängt. Das führt zu körperlichen Verspannungen und geistig-seelischen Blockaden. Der Mensch braucht die Meditation, um in der Lage zu sein, in sein Inneres hineinzuhorchen. Die Stressoren, also jene negativen Faktoren, die Stress auslösen, haben sich in den letzten Jahrhunderten von der körperlichen zur seelisch-geistigen Seite hin verlagert. Körperliche Entspannung und Meditation sind miteinander verknüpft. Sie bedingen sich gegenseitig. Durch bestimmte Techniken entspannen wir unseren Körper. Unser Geist aber bleibt wach und findet wieder zu sich. Er ruht in unserer Mitte. Der Meditierende übt den Rückzug in die Quelle der geistigen und körperlichen Aktivität. In sich selbst findet er den Ort, in dem die ganze Energie und Kreativität des Lebens wurzelt. Er schöpft aus der unendlichen Quelle seiner ureigensten Kraft.

Weisheit der Wüstenväter: „Der heilige Antonius lebte mit seinen Mönchen am Rande der oberägyptischen Wüste. Einmal hatte er sie um sich versammelt, nicht zum Gebet oder zum Gottesdienst - nein, sie saßen einfach beisammen und plauderten. Ein Jäger, der zufällig vorbeikam und das sah, spottete: „Da sieht man es mal wieder, typisch Mönche, sitzen faul herum und arbeiten nicht!" Antonius erwiderte nichts darauf, bat ihn aber, einmal seinen Bogen zu spannen. Der Jäger tat es bereitwillig. „Viel zu wenig!", rief Antonius. „Spann ihn noch mehr!" Der Jäger folgte einer zweiten und dritten Aufforderung, dann aber weigerte er sich: „Na hör mal, wenn ich noch mehr spanne, dann zerbricht der Bogen!" „Genauso ist es mit dem Menschen", erwiderte Antonius. „Wenn er seine Kräfte übermäßig anspannt, dann zerbricht er. Ein Mensch muss entspannen, um anspannen zu können."

Der Praktizierende sollte grundsätzlich wissen, was er möchte. Jedoch würde allzu bewusstes Bemühen, einen Bewusstseinszustand oder eine Persönlichkeitsveränderung herbeizumeditieren, das Ergebnis vereiteln. Es wäre so, als würde ein Gärtner an einem Bäumchen ziehen, damit es schneller wächst. Der Mystiker Meister Eckhart (etwa 1260- 1327) hat Meditation mit einer Zwiebel verglichen. Vielschichtige Schalen müssen entfernt werden, um ans Innerste zu gelangen. Der Mensch ist durch sehr viele Hüllen von seinem wahren Wesen getrennt. Durch Meditation werden diese Hüllen Schritt für Schritt entfernt. Selbstentwicklung setzt anfangs fast unbemerkt und später dann immer deutlicher neue Schwerpunkte für sein Leben. Jeder Mensch hat eine natürliche Fähigkeit zur Meditation. Diese Art der Entspannung kann auch von nervösen oder gestressten Menschen sehr gut umgesetzt werden. Spontane meditationsähnliche Erfahrungen kennt jeder, z. B. den Sonnenuntergang genießen, die Wolken beobachten oder aufs Meer schauen. In diesen Momenten geschieht so viel, dass es vermessen wäre, alles erklären zu wollen. Die Wachheit während der Meditation ist eine ganz andere, als im normalen Wachzustand. Es ist sehr wichtig, alle Emotionen während der Meditation zuzulassen und keinen Widerstand zu leisten. Ein anfänglicher Strom von Gedanken ist völlig normal, denn erst nach dem Denken kommt das Nichtdenken. Im Laufe der Zeit entsteht ein gleichmäßiger, immer ruhiger werdender Rhythmus der Gedanken. Anfangs ist es sinnvoll, ein Ritual zu entwickeln indem idealerweise immer der gleiche Ort aufgesucht oder die gleiche Musik benutzt wird. Unser Unterbewusstsein stellt sich auf das Ritual ein. So wie der Mensch sich an sein morgentliches Aufsteh-Ritual gewöhnt, so gewöhnt er sich auch an die Meditation. Oftmals wird von Meditationschulen vorgeschrieben, mindestens zwei Mal am Tag 30 Minuten zu meditieren. Diese Pflicht kann meiner Meinung nach wiederum neuen Stress auslösen und verfehlt somit den Sinn der Meditation. Deshalb genügen meines Erachtens ein paar Minuten kombiniert mit einem Ritual. Das ist ein Weg, der nicht drängt, bedrängt oder unter Druck setzt. Jeder muss für sich selbst den richtigen Rhythmus finden, eventuell auch in einer Meditationsgruppe. Ein „MUSS" bringt uns nur dazu, schnell wieder aufzugeben.

Körperliche Reaktionen

Der Hirnforscher Levine fand 1974 mittels EEG heraus, dass sich durch Meditation das Gehirnwellenmuster verändert. Die elektrische Aktivität des Gehirns bei Meditierenden wird synchroner. Große Teile des Gehirns werden harmoniert und pulsieren gewissermaßen im Gleichtakt. Das hat zur Folge, dass der Informationsaustausch innerhalb der beiden Gehirnhälften und zwischen ihnen verbessert wird. Aus der Kreativitätsforschung ist bekannt, dass schöpferische Leistungen wesentlich vom Informationsaustausch zwischen den Gehirnhälften abhängen. Die Integra - tion der Gehirnaktivität wird also insgesamt durch Meditation gefördert.

Während des Enspannungsprozeßes wird der Parasympathikus aktiviert. Das führt oftmals zu Magen- oder Darmgeräuschen. Auch müssen viele Meditierende häufig Schlucken, weil die Speichelproduktion angeregt wird. Darüber hinaus gehören zum Entspannungsprozeß: · Zuckungen des Körpers · unerklärliche Schwere · Gewichtslosigkeit, Empfindungslosigkeit · intensive Hitze, eisige Kälte, Brennen · plötzliches Jucken · etwas riechen, etwas schmecken · Schmerzen, z.B. Spannungskopfschmerzen Das Muster der Stressabfuhr ist bei jedem Menschen anders, deshalb muss nicht jedes der oben aufgeführten Beispiele zwangsläufig zutreffen. In vielen Fällen werden einige dieser Wirkungen als angenehm empfunden. Sehr oft kommt es gerade anfangs zu emotionalen Reaktionen, die sich durch Tränen oder Wut zeigen. Aufgestaute Spannungen oder Stress werden freigesetzt. Meditation verbindet Ruhe und waches Bewusstsein in einen Zustand „ruhevoller Wachheit' Diese Erfahrung ist von intensivem körperlichen und geistigen Wohlbefinden begleitet.

Die Haltung

Der Lotussitz wird in verschiedenen Lehren als „die vollendete Körperhaltung" bezeichnet. Jedoch bereitet gerade diese Haltung ungeübten Menschen erhebliche Schmerzen (Hüften, Knie, Rücken). Es ist ein Irrtum, dass nur in dieser Haltung Meditation möglich ist, denn meditative Versenkung ist eine Sache des Geistes. Der halbe Lotussitz ist schon um einiges leichter, bereitet aber vielen Menschen genau die gleichen Schmerzen. Das Ergebnis gezwungenen Ubens sind eher Verletzungen als Erleuchtung. Wenn ein geübt Meditierender stolz darauf ist, eine östliche Sitzhaltung lange durchhalten zu können, ist das oftmals auf Leistungsdenken zurückzuführen und nicht auf wirkliche Meditationspraxis. Der ägyptische Sitz ist für viele Menschen die ideale Meditationshaltung. Hier bildet der Körper auf einem Stuhl mit dem Hüft- und Kniegelenk einen rechten Winkel. Ägyptische Statuen zeigen sehr häufig diese Haltung. Das Liegen auf einer harten Unterlage hat den Vorteil, dass sämtliche Probleme mit der Körperhaltung auf null reduziert werden. Der Körper hat die Möglichkeit, wirklich zu entspannen. Das Einzige, was passieren kann, ist, dass man einschläft. Ich denke, es gibt Schlimmeres.

Mantras

Ein Mantra ist ein Wort oder eine Formel, die während der Meditation ständig wiederholt wird. Es sind Worte der Kraft. Sie können gesungen, gesprochen oder auch innerlich lautlos angewandt werden.

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Am bekanntesten ist wohl die „heilige Silbe om': Traditionell gilt sie als „der Klang des Universums" und leitet auch längere Mantras ein wie „om ama rani jivente svaha" (Bitte um ein langes Leben) oder „om tare tut-tare ture svaha, om tare tutare, ture mama ayu punye, geyana, pushtim kuru svaha" (Bitte um Befreiung von allen Hindernissen in diesem und zukünftigen Leben). Mudras Mudras sind Gesten, die mit den Händen geformt werden. Diese Technik wird auch als „Yoga mit dem kleinen Finger" bezeichnet. Der Ursprung ist nicht bekannt. Trotzdem ist die Anwendung dieser Gesten sehr weit verbreitet. Unser Alltag ist geprägt von Gesten, wie dem Handschlag oder dem OK. Auch benutzen indische Tänzer die reiche Symbolik der Gestensprache zur Darstellung ihrer Kunst. Mudras sind bestimmte Handhaltungen, die Ruhe, Stille und Frieden verkörpern. Sie werden zur Entspannung in Kombination mit Atemübungen, Visualisationen oder Affirmationen (Bejahungen) angewendet. Bestimmte Bereiche unseres Gehirns werden angesprochen. Die Wirkungsweise ist vergleichbar mit der Fußreflexzonenmassage. Der Energiefluß wird über die Meridiane (Energiebahnen) angeregt. Zum bekanntesten Mantra „om" gehört eine Geste, die wohl jeder schon einmal gesehen hat. Die Hand bleibt offen, Daumenspitze und Zeigefingerspitze berühren sich mit leichtem Druck und formen ein 0. Der Daumen steht für das Kosmische (Göttliche). Der Zeigefinger drückt das Individuelle (Menschliche) aus. Es geht um Bewusstsein bzw. Einheit. Dieses Mudra stellt den Wunsch des Menschen nach Einheit dar.

Die Atmung

Die Atmung ist ein wesentlicher Aspekt der Meditation, weil sie die Schnittstelle zwischen bewussten und unbewussten Vorgängen ist. Wir werden uns unserer Atmung nur selten bewusst, es sei denn, wir kommen durch eine anstrengende Tätigkeit aus der Puste oder etwas verschlägt uns den Atem. Ist man sich nun konstant seiner Atmung bewusst, so bringt das eine radikale Veränderung mit sich. Ein innerer Prozeß wird gewissermaßen als Anker benutzt, man zentriert sich, ruht sozusagen in seiner Mitte. Es gibt eine buddhistische Technik, die nur auf Atmung basiert: · Einatmen mit dem Gedanken „Ich atme ein." · Innehalten mit dem Gedanken „Ich halte inne." · Ausatmen mit dem Gedanken „Ich atme aus." Eine „entgrenzende Meditation", die Porenatmung, ist ein weiteres Beispiel für Atemmeditation. Die durch diese Technik bewirkte zeitweilige Befreiung von unserer gewohnten Körperwahrnehmung bedeutet für uns einen riesigen Zuwachs an Energie.

Porenatmung:

Legen Sie sich bequem hin, schließen Sie die Augen, atmen Sie tief ein und aus. Beobachten Sie eine Weile Ihre Atmung. Jetzt stellen Sie sich vor, Sie würden nicht nur durch Mund und Nase, sondern auch durch alle Poren Ihrer Haut atmen. Obwohl das nicht direkt spürbar ist, können Sie es sich mit Hilfe Ihrer Vorstellungskraft anschaulich machen. Versuchen Sie zu empfinden, wie die Luft beim Einatmen von überall her durch jede Pore Ihrer Haut dringt und beim Ausatmen auf dem gleichen Weg entweicht. Lassen Sie bei dieser Vorstellung keinen Quadratzentimeter der Haut aus. Nach einiger Zeit werden Sie merken, dass Sie nicht mehr genau sagen können, wo die Grenze zwischen Ihrem Körper und der umgebenden Luft ist.

Transzendale Meditation

Die TM ist eine jahrtausendalte Meditationsform aus der vedischen Tradition Indiens. Es handelt sich um ein geistiges Verfahren, bei dem ein bestimmter Gedanke bis zu seinem Ursprung zurückverfolgt wird. Der Geist bewegt sich wie folgt zum Ursprung des Denkens: Die gröbste Form eines Gedanken ist das Wort. Das Wort entsteht durch einen unausgesprochenen Gedanken. Davor befindet sich der Gedanke im Impulsstadium („Der Name liegt mir auf der Zunge.") Vor dem Impuls steht jegliche Denk- und Sinnesaktivität still. Laut traditioneller Schulen gibt es sieben Lernschritte für die TM: 1. Informationsvortrag: Auswirkungen der Meditation 2. Informationsvortrag: Techniken der Meditation Porenatmung: Legen Sie sich bequem hin, schließen Sie die Augen, atmen Sie tief ein und aus. Beobachten Sie eine Weile Ihre Atmung. Jetzt stellen Sie sich vor, Sie würden nicht nur durch Mund und Nase, sondern auch durch alle Poren Ihrer Haut atmen. Obwohl das nicht direkt spürbar ist, können Sie es sich mit Hilfe Ihrer Vorstellungskraft anschaulich machen. Versuchen Sie zu empfinden, wie die Luft beim Einatmen von überall her durch jede Pore Ihrer Haut dringt und beim Ausatmen auf dem gleichen Weg entweicht. Lassen Sie bei dieser Vorstellung keinen Quadratzentimeter der Haut aus. Nach einiger Zeit werden Sie merken, dass Sie nicht mehr genau sagen können, wo die Grenze zwischen Ihrem Körper und der umgebenden Luft ist. 3. Gespräch mit einem Meditationslehrer zum Kennenlernen und Klärung persönlicher Fragen 4. Individuelle Unterweisung in Meditation (Einzeltraining) 5.-7. Seminare für grundlegendes Verständnis der praktischen Meditationsübung und Ausblick auf zu erwartende Entfaltung des Bewusstseins Tibetische Meditation Die buddhistische Geistesschulung geht von vier großen Leiden aus: Geburt, Krankheit, Alter und Tod. Deshalb lehrt uns die tibetische Meditation, anders mit Leid umzugehen. Die Ursache des Leidens soll erkannt werden. Der Zustand des Geistes spielt für das körperliche Wohlbefinden eine große Rolle. Die Meditation ist der Weg der Geistesschulung. Sie setzt dann an, wenn der Mensch dazu bereit ist, die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Lama Dagsay Tulku sagt: „Wer nur hinsitzt und meditiert und nicht versucht, die in der Meditation gewonnenen Erkenntnisse auch im Alltag stets umzusetzen, hat das Wesentliche der tibetischen Meditaion nicht verstanden." Die Voraussetzung tibetischer Meditationsmethoden ist die Fähigkeit zur Visualisation. Durch Bilder werden bestimmte Geisteszustände hervorgerufen, die sich auf die seelischkörperliche Verfassung auswirken. Auch wenn der ein oder andere jetzt denkt, er könne nicht visualisieren, so funktioniert es unbewusst auf jeden Fall. Versuchen Sie einmal folgender Anweisung nicht zu folgen: Denken Sie jetzt an eine Wiese. - Unser Unterbewusstsein setzt automatisch diese Aufforderung in bekannte Bilder um. Es ist völlig unmöglich, diese Gedanken zu unterdrücken.

 

Nektarreinigung:

· Stellen Sie sich einen Lichkörper vor, z. B. eine leuchtende Kugel.
· Visualisieren Sie diesen Lichtkörper konzentriert.
· Stellen Sie sich Ihren eigenen Körper als Gefäß vor.
· Nun fließt weißer Nektar auf angenehme Weise vom Objekt in den eigenen Körper.
· Alle Unreinheiten, alles was den Körper krank macht, wird hinausgeschwemmt, z. B. durch den Mund, aus den Händen oder aus den Füßen
· Abschließend übergießen Sie sich selbst nochmals mit dem Nektar.


Konzentrierte Meditation

Hier steht im Vordergrund die Konzentration auf bestimmte Sachen. Das kann ein Gegenstand wie eine Kerze sein oder auch ein Wort. Bei einer Zen-Meditaion werden die Schüler angewiesen, ihre Atemzüge zu zählen, von eins bis zehn und dann wieder von vorne. Eine konzentrierte Meditation wird schnell als anstrengend empfunden, weil sie der natürlichen Tendenz des Geistes zu wandern entgegenwirkt. Jedoch kann uns gerade diese Meditationsform im Alltag sehr nützlich sein, um während stressiger Situationen Ruhe zu bewahren oder um unsere Konzentrationsfähigkeit zu erhöhen.

· Wir denken das, was wir gerade tun.

· Wir schauen uns alles so an, als wären wir ein Maler.

· Wir konzentrieren uns auf unsere Körperempfindungen.

· Wir konzentrieren uns auf unsere visuelle Wahrnehmung.

Auf diese Weise lenken wir unser Denken, ohne abzuschweifen, aktiv in eine bestimmte Richtung. Wir benutzen sozusagen unser Gedanken als Anker.

 

Geführte Meditation

Der Ursprung dieser Meditationsform führt in die Antike. Die Menschen der Antike erlebten im Theater klassische Tragödien mittels gut vertrauter Bilder, die sie leicht in direkte Verbindung zu ihrem Leben bringen konnten. Das Theater war mit seinen archetypischen Bildern Seelennahrung. Die Menschen hatten lebendigen Zugang zu ihrem Mythen. Eine geführte Meditation stellt eine Brücke zur inneren Bilderwelt dar. Die Sprache wird zur Hilfe genommen. Gedanklich versuchen wir, den Inhalt dieser Bilderreisen mitzuerleben. Einen kleinen Ausschnitt einer solchen Me - ditation habe ich nachfolgend in stark gekürzter Form aufgeführt. Die Pausen im Text dienen dazu, Gedanken und Bilder kommen und gehen zu lassen. Es ist möglich, diese Meditationen zu bestimmten Themen durchzuführen, z. B. Problemlösungen, Ängste, Selbstwertgefühl usw. Auf diese Art und Weise werden notwendige Entwicklungsschritte in inneren Seelenlandschaften vorbereitet. Auch ein Verfahren der humanistischen Psychotherapie, das katathyme Bilderleben, stützt sich ausschließlich auf innere Bilder. Alle Meditationsarten leben von der Erfahrung und nicht vom Wissen über sie. Ein Lehrstuhl für theoretische Meditationskunde wäre ein Mißverständnis. In der Praxis werden oftmals einzelne Elemente der verschiedenen Meditationsrichtungen miteinander vermischt. Meiner Meinung nach sollte jeder Mensch Meditation so praktizieren, wie es ihm gut tut. Das Ziel der Meditation ist einerseits, dieses zentrierte Gefühl im Alltag zu leben und andererseits, mit unserem unbewussten Selbst zu kommunizieren. So ist es möglich, ruhig, sicher und intuitiv zu handeln. Der Meditierende wird mehr und mehr zu dem, was er seinem eigentlichen Wesen nach ist.

 

Geführte Meditation:

Wir atmen einige Male tief ein und aus, schließen dann die Augen und halten sie während der gesamten Meditation geschlossen. Alle Gedanken des heutigen Tages, die uns noch beschäftigen, atmen wir mehrere Male tief aus. Wir konzentrieren uns auf die Gedankenenergien Ruhe und Frieden.... (Der erste Teil ist der Entspannung des Körpers gewidmet.) Wir überlassen den Körper sich selbst und seiner eigenen Gesetzmäßigkeit und empfinden ihn immer weniger. Wir sind ein geistiges Wesen. Wir stellen uns vor, wie die schöpferische Kraft des Geistes uns in eine Lichtspirale einhüllt. Wohin auch immer wir unser Empfinden, unsere Gedanken richten, wir sind durchflutet von der Kraft der Sonne. Sie wärmt uns und lädt uns auf. Ströme der Liebe und Hilfe werden spürbar.... (Pause) Vor unserem geistigen Auge entsteht eine helle Straße. Wir gehen über diese Sonnenstraße. Dabei lassen wir uns von tausenden, sprühenden Vitalitätspartikeln berieseln. Als geistiges Wesen, mit dem Körper in Harmonie vereint, lassen wir uns von kosmischen Kräften durchströmen. Wir sind geborgen und ruhen uns in den Strömen der Kraft aus.... (Pause) All dies soll so sein in Einklang mit den kosmischen Gesetzen und in Harmonie mit dem Universum. Nun wird es Zeit wieder ins Tagesbewusstsein zurückzukehren. Wir atmen einige Male tief ein und aus und öffnen die Augen, sobald wir dazu bereit sind....

 

Quellen:
Gottwald: Selbsthilfe durch Medit.
Kakuska: Meditation kurz & praktisch
Tulku: Das Praxisbuch der tibetischen
Meditation
Hirschi: Mudras
Dahlke: Reisen nach Innen

Stefanie Müller-Dreesen war ursprünglich im kaufmännischen Bereich tätig. Nach langjähriger eigener Meditationspraxis begann sie vor sechs Jahren ihre Erfahrungen weiterzugeben. Seitdem führt sie Meditationsgruppen und Stressbewältigungsseminare. Im Januar diesen Jahres hat sie den Studiengang zum Psychologischen Berater bei der Paracelsus Schule Köln erfolgreich abgeschlossen.