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Antidepressiva und Benzodiapezine nicht kombinieren

AntidepressiveSie kennen das vermutlich von Ihren Patienten, die auf Psychopharmaka eingestellt sind: Ganz oft haben sie gleichzeitig ein Antidepressivum und ein Anxiolytikum gleichzeitig verordnet bekommen.

Da viele von ihnen nicht nur über depressive Symptome sondern auch über Ängste berichten, ist das auch scheinbar sinnvoll. In Zukunft könnte das als Behandlungsfehler gelten!
Diese Meinung vertrat Professor Dieter F. Braus von den Dr. Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden beim DDG-Diabetes-Update. „Der Psychiater zitierte die Ergebnisse einer US-Kohorten-Studie mit 765.130 Erwachsenen, bei denen eine medikamentöse antidepressive Behandlung initiiert worden war. In der prospektiven Untersuchung von 2001 bis 2014 bekamen 81.000 Patienten am gleichen Tag auch Benzodiazepine verordnet. Dabei hat sich der Anteil dieser Patienten von 6,1 Prozent (2001) auf 12,5 Prozent (2012) verdoppelt (JAMA Psychiatry. 2017; 74: 747). Mit den Benzodiazepinen verbesserte sich der Therapieerfolg zwar nicht, bei jedem neunten Patient war jedoch ein Langzeitgebrauch (mehr als sechs Monate) feststellbar. Eine simultane Behandlung von antidepressiv wirksamen Substanzen zusammen mit Benzodiazepinen bei Ersteinstellung einer (mittel)-schweren depressiven Episode muss daher kritisch hinterfragt werden, betonte Braus. Dieser Therapieansatz sollte sehr zurückhaltend zur Anwendung kommen und Benzodiazepin-Verordnungen möglichst auf acht bis zwölf Tage begrenzt werden, um die Gefahr einer Benzodiazepin-Abhängigkeit zu reduzieren.“ (Quelle: : https://www.aerztezeitung.de/extras/druckansicht/?sid=988336

 

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