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Behandlungsfehler bei Ärzten

ÄrzteEin VFP-Mitglied schrieb uns: „Da in letzter Zeit sehr viel mediales Interesse daran bestand, welcher Heilpraktiker gerade wieder einen Behandlungsfehler gemacht hat, denke ich, dass diese Nachricht vom Spiegel über eine Auswertung der Behandlungsfehler von Ärzten in 2018 sehr interessant sein dürfte.

Warum es zu diesen Zahlen keinen medialen Aufschrei gab, entzieht sich meinem Verständnis. Vielleicht sollte hier mal der Münsteraner Kreis tätig werden. Ich denke, dass diese Zahlen auf jeden Fall in unserer Verbandszeitschrift ihren Platz erhalten sollten. Kurze Zusammenfassung von den Zahlen, die für sich sprechen:
2018 == 14.000 Vorwürfe gegen Mediziner für Behandlungsfehler!
“Die Prüfer der gesetzlichen Krankenkassen haben im vergangenen Jahr knapp 3500 Behandlungsfehler festgestellt, in deren Folge Patienten ein Schaden entstand. In 107 Fällen führte der Fehler zum Tod oder trug dazu bei. 880 Patienten blieben demnach mit dauerhaften Beeinträchtigungen zurück. Für das Jahr 2017 hatten die Gutachter 3337 Fehler bestätigt. Die Fehlerstatistik zeige allerdings nur einen kleinen Ausschnitt, weshalb sich daraus keine generellen Aussagen zum Gefährdungsrisiko ableiten ließen, berichtet der Medizinische Dienst des Kassenspitzenverbands (MDS). Behandlungsfehler werden in Deutschland nicht zentral erfasst.“ (Quelle und Zitat Spiegel: https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/behandlungsfehler-statistik-krankenkassen-zaehlen-3500-faelle-in-2018-a-1267783.html)

Interessant ist in diesem Zusammenhang noch, dass die Bundesärztekammer - die Standesorganisation der Ärzte - in ihrer Anfang April vorgestellten Fehlerstatistik nur 1858 Patienten zählt, bei denen ihrer Meinung nach ein Behandlungsfehler bzw. eine mangelhafte Risikoaufklärung vorlag. Für den leitenden Arzt und stellvertretenden Geschäftsführer des MDS, Stefan Gronemeyer, sind die ermittelten Werte laut Ärztezeitung vom 16.05.2019 nur die Spitze des Eisbergs. „Die Dunkelziffer ist hoch“, sagte Gronemeyer bei der Vorstellung des Berichts. Auf jeden festgestellten Behandlungsfehler kämen 30 unentdeckte, sagte Gronemeyer unter Berufung auf wissenschaftliche Studien und das „Weißbuch Patientensicherheit“ des Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS). (Quelle: https://www.aerztezeitung.de/extras/druckansicht/?sid=988172

 

 

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